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So, 19:43 Uhr
20.07.2003

Thüringer Orgelsommer

Nordhausen (nnz). Der Thüringer Orgelsommer ist auf Tour durch Thüringen. Diesmal machte er in einem kleinen Dorf halt. Welches dies war und ob die Einwohner und Zuschauer begeistert waren, erfahren Sie wie immer zu erst bei uns.


Im kleinen unscheinbaren Bottendorf befindet sich eine ebenso kleine unscheinbare Kirche, in der das Auge der Dreifaltigkeit in einer schlichten, aber bezaubernden Deckenmalerei über den Köpfen der Gemeinde wacht. Diese hatte sich am Samstag zusammengefunden, um sich ein Konzert der Spitzenklasse anzuhören. Der bekannte Thüringer Orgelsommer hat nun selbst schon in diesem kleinen Dorf Einzug gehalten, um dem Publikum sein Anliegen Nahe zu bringen.
Im Februar 1992 wurde der Verein "Thüringer Orgelsommer e. V." in Arnstadt gegründet. Auf Initiative von Gottfried Preller, dem Organisten der dortigen Johann-Sebastian-Bach-Kirche, sollte das Ziel verfolgt werden, die einmalige Thüringer Orgellandschaft zur retten und auf deren bedrohten Zustand aufmerksam zu machen. Durch eine bedeutende Konzertreihe, welche ab 1992 ins Leben gerufen wurde und die in erster Linie darauf bedacht ist, historisch wertvolle Orgeln zum klingen zu bringen, handelte sich der "Thüringer Orgelsommer" einen Namen ein.

An diesem Nachmittag nun war ein Konzert mit Matthias Dreißig aus Erfurt an der Orgel und einem Blechbläserquartett zu hören. Auf dem Programm stand unter anderem der viel gespielte und in verschiedensten Besetzungen gehörte Canon von Johann Pachelbel - hier gespielt vom Blechbläserquartett - und von Johann Sebastian Bach Präludium und Fuge c-moll BWV 546 für Orgel, die bedingt durch das Alter des Instruments einen leicht nebligen Charakter bekommen hat. Der hauchige Klang und ein etwaiges Schnarren der Orgel passte aber gut zum imposanten Präludium und der schlichten, aber sehr schönen Fuge, der eine lebhafte Petite Suite, op. 33 von Jan Koetsier folgte.

An die anmutige Verspieltheit des Präludium und der Fuge in c-moll von Felix Mendelssohn Bartholdy schlossen sich moderne Rhythmen aus Jazz und Pop mit einem Highlight aus Cats für Blechbläserquartett an. Neben dem Prolog "Jellicle Songs for Jellicle Cats", der "Gumby Cat", "Old Deuteronomy" und "Skimblehanks" ertönte auch die "Reise zum Heavyside Layer". Doch wo war das Herzstück des Musicals "Mondlicht" geblieben? War es den vier jungen Musikern Mark Leimbach, Alexander Ruffing, Christian Schwarz und Andreas Jaschke doch zu schmalzig, oder wollten sie zeigen, dass das Musical auch ohne Mondlicht viele Erkennungsmelodien hat, die ins Ohr gehen? Sei es, wie es sei: dem Auditorium hat es auch ohne "Grizabella" gefallen und als Zugabe das Spiritual "Sometimes I feel like a motherles child" bekommen.

Am Mittwoch, dem 23.7. ist der Thüringer Orgelsommer dann in Sondershausen zu Gast mit einem Konzert für Orgel und neun Blechblasinstrumente. An der Hey-Orgel der Trinitatiskirche wird Jens Goldhardt zusammen mit dem Bläserensemble des "Thüringer Orgelsommers" spielen. Der Veranstalter verspricht ein Konzert der Extraklasse.
Autor: cg

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