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Do, 21:19 Uhr
17.07.2003

Ausstellung „Sinn der Sinne“

Nordhausen (nnz). Für Menschen, deren Sinnesorgane völlig intakt sind, ist es kaum vorstellbar, wie man den Alltag routiniert bewältigen kann wenn man taub, blind, stumm oder taubstumm ist. Einblicke in diese, den meisten Menschen fremde Welt und das enorme Potential unseres Orientierungssystems, gewährt ab heute eine ungewöhnliche Ausstellung in der Flohburg.


BergmannDas Erfurter Ingenieur- und Planungsbüro „Factus 2“ hat anlässlich des „Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen“ eine interaktive Ausstellung organisiert, die heute in der Flohburg erstmals ihre Pforten öffnete. An verschiedenen Stationen können die Besucher ab heute in eine „andere Sinneswelt“ eintauchen und ihre Sinne sensibilisieren. Liebevoll gestaltete Tafeln informieren hierbei über Grundsätzliches, wie den Aufbau und die Funktion der Sinnesorgane, sie veranschaulichen aber auch, wie kompliziert das Leben mit einer Behinderung sein kann.


Wie würden wir uns fühlen, wenn einer, oder vielleicht sogar zwei unserer fünf Sinne plötzlich nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr funktionsfähig wäre(n)? Wie würden wir uns von nun an orientieren? Fallen ein oder zwei unserer Sinne aus, wird ihre Funktion durch die übrigen Sinne übernommen, die nun verstärkt sensibilisiert sind. Diese Erfahrung konnte bei spielerischen Experimenten, zum Beispiel im abgedunkelten „Audioraum“, gemacht werden.
Hier musste man sich beim Finden des Ausgangs allein auf sein Gehör und den Tastsinn verlassen, verschiedene Geräusche und die Wände wiesen hierbei den Weg. Der Tastsinn konnte auch beim Barfuß - Laufen auf einem Spürpfad und beim Wühlen in Tastboxen geschärft werden. Dort war der Inhalt natürlich nicht ersichtlich, und so mancher wird wohl mit einem mulmigen Gefühl hineingegriffen haben.

Unsicher haben sich bestimmt alle gefühlt, die an der Ausstellung aktiv teilgenommen haben, denn wer möchte schon auf nur einen einzigen der fünf Sinne verzichten?
Eine interessante Erfahrung war es auch mit Sicherheit, denn durch den bewussten und gezielten Einsatz bestimmter Sinnesorgane erkennen wir nicht nur, dass diese enorme Leistungen vollbringen und Behinderungen kompensieren können, sondern auch, dass sie im Zuge der heutigen Reizüberflutung immer mehr abstumpfen. Unsere Reizwahrnehmung beschränkt sich fast nur noch auf extreme Reize, wir können uns auch daher kaum vorstellen, mit einer eingeschränkten Orientierung leben zu können. Dies ist aber sehr gut möglich, denn unsere Wahrnehmung ist eine Sinneskombination, und unsere Sinnesorgane können gezielt trainiert und geschärft werden, was die Orientierung im Alltag erleichtert.

Bis zum 14. September – täglich außer montags, von 10 – 18 Uhr - ist diese besondere Ausstellung im Rahmen des „nordhäuser kultursommers '03“ noch zu besichtigen.

Weitere Informtionen zum „nordhäuser kultursommer '03“ erhalten Sie in der Stadtinformation Nordhausen am Rathaus, Telefon (03631) 696-797 oder im Internet www.nordhausen.de.
Autor: khh

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