Di, 21:35 Uhr
15.07.2003
Angst vor Kranksein?
Nordhausen (nnz). Die Deutschen machen kaum noch blau, der Krankenschein ist eine Seltenheit geworden. Ursachen, Zahlen und mögliche Erklärungen der Politik wie immer in Ihrer nnz.
Mit knapp vier Tagen ist der krankheitsbedingte Ausfall deutscher Arbeitnehmer im ersten Halbjahr 2003 auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. In Westdeutschland fiel die Zahl sogar auf den niedrigsten Wert seit 1974. Das Gesundheitsministerium führt dies vor allem auf die Zunahme von Teilzeit- und die Abnahme von schwerer körperlicher Arbeit zurück.
In den ersten sechs Monaten hätten die Arbeitnehmer im Bundesgebiet durchschnittlich noch 3,66 Prozent der Soll-Arbeitszeit gefehlt, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "Die Welt". Im ersten Halbjahr 2002 waren es noch 4,20 Prozent der Soll-Arbeitszeit gewesen. Der Zeitung zufolge bedeutet die Zahl aus dem ersten Halbjahr 2003 das Fehlen an durchschnittlich 3,93 Arbeitstagen. In Westdeutschland fehlten dem Ministerium zufolge die Beschäftigten zwischen Januar und Juni durchschnittlich sogar nur 3,63 Prozent der Soll-Arbeitszeit. "Das ist der niedrigste Stand seit 1974", sagte die Sprecherin. Im Osten lag der krankheitsbedingte Ausfall mit 3,79 Prozent etwas höher.
Der Rückgang bestätigte den Angaben zufolge zudem den Trend vergangener Jahre. "Wir führen das auf den Strukturwandel zurück", erklärte die Sprecherin. So habe die Teilzeitarbeit, bei der es erwiesenermaßen weniger Ausfälle durch Krankheit gebe, zugenommen. Zugleich würden mehr Menschen in körperlich leichteren Jobs arbeiten, etwa als Angestellte. Die Zahl der Stellen mit schweren körperlichen Arbeiten, etwa dem Bau, gehe hingegen zurück.
Allein auf die mögliche Sorge vor einem Verlust des Arbeitsplatzes und damit auf ein Erscheinen am Arbeitsplatz trotz Krankheit führt das Ministerium den gesunkenen Krankenstand nicht zurück. "Das kann man so pauschal nicht sagen", sagte die Sprecherin.
Autor: nnzMit knapp vier Tagen ist der krankheitsbedingte Ausfall deutscher Arbeitnehmer im ersten Halbjahr 2003 auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. In Westdeutschland fiel die Zahl sogar auf den niedrigsten Wert seit 1974. Das Gesundheitsministerium führt dies vor allem auf die Zunahme von Teilzeit- und die Abnahme von schwerer körperlicher Arbeit zurück.
In den ersten sechs Monaten hätten die Arbeitnehmer im Bundesgebiet durchschnittlich noch 3,66 Prozent der Soll-Arbeitszeit gefehlt, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "Die Welt". Im ersten Halbjahr 2002 waren es noch 4,20 Prozent der Soll-Arbeitszeit gewesen. Der Zeitung zufolge bedeutet die Zahl aus dem ersten Halbjahr 2003 das Fehlen an durchschnittlich 3,93 Arbeitstagen. In Westdeutschland fehlten dem Ministerium zufolge die Beschäftigten zwischen Januar und Juni durchschnittlich sogar nur 3,63 Prozent der Soll-Arbeitszeit. "Das ist der niedrigste Stand seit 1974", sagte die Sprecherin. Im Osten lag der krankheitsbedingte Ausfall mit 3,79 Prozent etwas höher.
Der Rückgang bestätigte den Angaben zufolge zudem den Trend vergangener Jahre. "Wir führen das auf den Strukturwandel zurück", erklärte die Sprecherin. So habe die Teilzeitarbeit, bei der es erwiesenermaßen weniger Ausfälle durch Krankheit gebe, zugenommen. Zugleich würden mehr Menschen in körperlich leichteren Jobs arbeiten, etwa als Angestellte. Die Zahl der Stellen mit schweren körperlichen Arbeiten, etwa dem Bau, gehe hingegen zurück.
Allein auf die mögliche Sorge vor einem Verlust des Arbeitsplatzes und damit auf ein Erscheinen am Arbeitsplatz trotz Krankheit führt das Ministerium den gesunkenen Krankenstand nicht zurück. "Das kann man so pauschal nicht sagen", sagte die Sprecherin.

