Sa, 07:11 Uhr
19.07.2003
nnz-Rückspiegel: 19. Juli 2002
Nordhausen (nnz). Wenn Sie wissen wollen was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war, dann ist das kein Problem. Die nnz hat für Sie in ihrem Archiv gestöbert. Heute:
Helfer zurück, B 243 und Schneebälle
Helfer sind zurückgekehrt
Das erleben die Kameraden der Feuerwehren des Landkreises auch nicht jeden Tag. Sie mussten im Nachbarkreis Wernigerode ran. Am Abend sind sie zurückgekehrt...
Völlig übermüdet, manche total erschöpft, aber dennoch stolz: Nach einem zwanzigstündigen Einsatz sind die Helfer aus Nordhausen zurückgekehrt. Über den helfenden Einsatz waren die Fachleute im Harzkreis nicht nur dankbar, sondern auch vollauf zufrieden, beschreibt der Nordhäuser Kreisbrandinspektor Erich Etzrodt die Situation. Die Kameraden brauchten nicht ausgewechselt zu werden, da im Landkreis Wernigerode der Hochwasserstand am gestrigen Tag zurückging. Helfen in Not – auch über Ländergrenzen – wurde hier unkompliziert praktiziert, sagte Etzrodt beim Empfang der Leute aus dem Landkreis Nordhausen und bedankte sich auch im Namen vom Landrat Joachim Claus (CDU) für die gezeigte Einsatzbereitschaft...ausführlich im nnz-Archiv
Neue B 243 doch nur zweispurig?
Thüringen will nur eine zweispurige B 243n bauen lassen. Diese Auffassung vertritt der SPD-Mann Wieninger. Den Weg, Prioritäten für den künftigen Bundesverkehrswegeplan zu setzten, hält der Vorsitzende des Nordhäuser Wirtschafts- und Verkehrsausschusses für völlig richtig und notwendig. Andreas Wieninger (SPD) meinte dazu: Wir haben uns das Konzept des Landkreises im Ausschuss erläutern lassen und unterstützen diesen Weg. Für die bessere Infrastrukturanbindung der Region Nordhausen haben aus Sicht der Stadt eine ausgebaute B 4 Richtung Erfurt und eine neue B 243 absoluten Vorrang. Auf dieser Strecke laufen zur Zeit und auch künftig die überregionalen Verkehrsströme zwischen Erfurt und Hannover. Wieninger zeigte sich auch erfreut darüber, dass es zu diesem Punkt Einigkeit mit den Vertretern aus Sondershausen gibt...ausführlich im nnz-Archiv
Schneebälle und anderes (Teil 1)
Im fernen Namibia gibt es viele Farmen. Eine davon trägt den Namen La Rochelle. Dort sonnt sich ein Mann namens Hans-Jürgen Koch. Was Koch mit Nordhausen zu tun hat, das hat die nnz für Sie mit Zahlen und Fakten zusammengetragen.
Der 53jährige Beschuldigte Hans-Jürgen Koch veranlasste in den Jahren 1994 bis März 2000, von seinem Wohn- und Geschäftssitz in Bad Heilbrunn aus zahlreiche deutsche Kommunen und kommunale Verbände dazu, Geldbeträge teilweise in Millionenhöhe kurzfristig gegen einen Zinssatz von durchschnittlich drei Prozent bei anderen Gemeinde anzulegen. So beginnt eine nüchterne Pressemitteilung der Münchner Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 2001.
Am 26. April wurde durch das Amtsgericht München Haftbefehl erlassen. Da aber war Hans-Jürgen Koch bereits nach Namibia abgereist, wo er als Honorarkonsul lebt. Mit dem Verschwinden von Koch brach ein Schneeballsystem zusammen, in dem sich nicht nur rund 350 Kommunen, sondern auch die Stadt Nordhausen verfangen hatten. Bereits in diesem Jahr hatten verschiedene TV-Magazine über die Geschäfte des Herrn Koch berichtet (siehe hierzu auch im nnz-Archiv). Fakt ist, dass viele Städte und Landkreise durchaus mit löblicher Absicht gehandelt hatten, als sie Geld verliehen, das mal so übrig war. Aber warum musste es über ein System sein, bei dem der Verleiher zwar vielleicht wusste, wem er das Geld verliehen hatte, aber nicht wusste, von wem er es zurückbekommen sollte?
Viele Kommunen lobten denn auch in den zurückliegenden Monaten öffentlich Besserung. So zum Beispiel die Stadt Böblingen. Nach der Koch-Affäre hat die Stadt Böblingen politische Konsequenzen gezogen. Wir tätigen Geldanlagen nun bevorzugt bei hiesigen Banken, sagte der Sprecher der baden-württembergischen Stadt, Wolfgang Pfeiffer, im Juni der Pforzheimer Zeitung. In diesem Bundesland liegt auch die 14.000-Seelen-Gemeinde Grenznach-Wyhlen. Sie hat Rücklagen in Höhe von 12 Millionen Euro in das Koch-System eingezahlt. An 23 Kommunen hat Grenznach-Wyhlen Geld verliehen, von 22 Städten und Landkreisen Geld erhalten. Doch da stehen auch noch einige Beträge offen. Und so führt die Spur nach Nordhausen. Nordhausen muß an Grenznach-Wyhlen eine erkleckliche Summe zahlen, erhält aber auch Geld zurück...ausführlich im nnz-Archiv
Autor: nnzHelfer zurück, B 243 und Schneebälle
Helfer sind zurückgekehrt
Das erleben die Kameraden der Feuerwehren des Landkreises auch nicht jeden Tag. Sie mussten im Nachbarkreis Wernigerode ran. Am Abend sind sie zurückgekehrt...
Völlig übermüdet, manche total erschöpft, aber dennoch stolz: Nach einem zwanzigstündigen Einsatz sind die Helfer aus Nordhausen zurückgekehrt. Über den helfenden Einsatz waren die Fachleute im Harzkreis nicht nur dankbar, sondern auch vollauf zufrieden, beschreibt der Nordhäuser Kreisbrandinspektor Erich Etzrodt die Situation. Die Kameraden brauchten nicht ausgewechselt zu werden, da im Landkreis Wernigerode der Hochwasserstand am gestrigen Tag zurückging. Helfen in Not – auch über Ländergrenzen – wurde hier unkompliziert praktiziert, sagte Etzrodt beim Empfang der Leute aus dem Landkreis Nordhausen und bedankte sich auch im Namen vom Landrat Joachim Claus (CDU) für die gezeigte Einsatzbereitschaft...ausführlich im nnz-Archiv
Neue B 243 doch nur zweispurig?
Thüringen will nur eine zweispurige B 243n bauen lassen. Diese Auffassung vertritt der SPD-Mann Wieninger. Den Weg, Prioritäten für den künftigen Bundesverkehrswegeplan zu setzten, hält der Vorsitzende des Nordhäuser Wirtschafts- und Verkehrsausschusses für völlig richtig und notwendig. Andreas Wieninger (SPD) meinte dazu: Wir haben uns das Konzept des Landkreises im Ausschuss erläutern lassen und unterstützen diesen Weg. Für die bessere Infrastrukturanbindung der Region Nordhausen haben aus Sicht der Stadt eine ausgebaute B 4 Richtung Erfurt und eine neue B 243 absoluten Vorrang. Auf dieser Strecke laufen zur Zeit und auch künftig die überregionalen Verkehrsströme zwischen Erfurt und Hannover. Wieninger zeigte sich auch erfreut darüber, dass es zu diesem Punkt Einigkeit mit den Vertretern aus Sondershausen gibt...ausführlich im nnz-Archiv
Schneebälle und anderes (Teil 1)
Im fernen Namibia gibt es viele Farmen. Eine davon trägt den Namen La Rochelle. Dort sonnt sich ein Mann namens Hans-Jürgen Koch. Was Koch mit Nordhausen zu tun hat, das hat die nnz für Sie mit Zahlen und Fakten zusammengetragen.
Der 53jährige Beschuldigte Hans-Jürgen Koch veranlasste in den Jahren 1994 bis März 2000, von seinem Wohn- und Geschäftssitz in Bad Heilbrunn aus zahlreiche deutsche Kommunen und kommunale Verbände dazu, Geldbeträge teilweise in Millionenhöhe kurzfristig gegen einen Zinssatz von durchschnittlich drei Prozent bei anderen Gemeinde anzulegen. So beginnt eine nüchterne Pressemitteilung der Münchner Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 2001.
Am 26. April wurde durch das Amtsgericht München Haftbefehl erlassen. Da aber war Hans-Jürgen Koch bereits nach Namibia abgereist, wo er als Honorarkonsul lebt. Mit dem Verschwinden von Koch brach ein Schneeballsystem zusammen, in dem sich nicht nur rund 350 Kommunen, sondern auch die Stadt Nordhausen verfangen hatten. Bereits in diesem Jahr hatten verschiedene TV-Magazine über die Geschäfte des Herrn Koch berichtet (siehe hierzu auch im nnz-Archiv). Fakt ist, dass viele Städte und Landkreise durchaus mit löblicher Absicht gehandelt hatten, als sie Geld verliehen, das mal so übrig war. Aber warum musste es über ein System sein, bei dem der Verleiher zwar vielleicht wusste, wem er das Geld verliehen hatte, aber nicht wusste, von wem er es zurückbekommen sollte?
Viele Kommunen lobten denn auch in den zurückliegenden Monaten öffentlich Besserung. So zum Beispiel die Stadt Böblingen. Nach der Koch-Affäre hat die Stadt Böblingen politische Konsequenzen gezogen. Wir tätigen Geldanlagen nun bevorzugt bei hiesigen Banken, sagte der Sprecher der baden-württembergischen Stadt, Wolfgang Pfeiffer, im Juni der Pforzheimer Zeitung. In diesem Bundesland liegt auch die 14.000-Seelen-Gemeinde Grenznach-Wyhlen. Sie hat Rücklagen in Höhe von 12 Millionen Euro in das Koch-System eingezahlt. An 23 Kommunen hat Grenznach-Wyhlen Geld verliehen, von 22 Städten und Landkreisen Geld erhalten. Doch da stehen auch noch einige Beträge offen. Und so führt die Spur nach Nordhausen. Nordhausen muß an Grenznach-Wyhlen eine erkleckliche Summe zahlen, erhält aber auch Geld zurück...ausführlich im nnz-Archiv

