Do, 10:33 Uhr
10.07.2003
Blasii-Kirche: Langzeitaufgabe
Nordhausen (nnz). Die Sanierung eines alten Bauwerkes erfordert bekanntlich eine präzisierte Planung und häufige Kontrollen. Kontrolliert und erläutert wurde gestern der Baufortschritt an der Blasii-Kirche. nnz war für Sie dabei.
Alle am Projekt Beteiligten zeigten sich recht zufrieden mit dem Fortgang der Arbeiten, äußerten aber auch ihren Unmut über den langen Zeitraum. Die Bauleiter Urban und Wolf antworteten auf die Frage, wann die Arbeiten beendet sein würden lediglich: Da brauchen wir gar nicht drüber reden. Enttäuscht zeigten sie sich auch über die Gleichgültigkeit der Nordhäuser gegenüber der denkmalgeschützten, über 500 Jahre alten Kirche, denn die Spendengelder flossen nur in geringem Umfang, ausgenommen hiervon die Aktivitäten des Nordhäuser Fördervereins.
Seit Juli 2001 ist die Nordhäuser Blasii- Kirche, mitsamt des Vorplatzes, nun schon gesperrt, saniert wird erst seit dem Frühjahr 2002. Im ersten Bauabschnitt 2002 sollte die Dach- und Gewölbesanierung sowie die Sicherung der Fassade erfolgen, 2003 dann die Fassaden- und Fundamentsanierung. Alle Maßnahmen sind allerdings noch im Gang, und der Zeitpunkt der Wiedereröffnung ist noch nicht einmal annähernd zu bestimmen.
Begonnen wurde im Frühjahr 2002 mit der Fassadensicherung, um eine Gefährdung der umliegenden Wohnhäuser durch die beiden schiefen Türme auszuschließen. Momentan wird immer noch an der Dach- und Gewölbekappensanierung gearbeitet und an der Deckung der Nordseite.
Komplett saniert wurden bis jetzt lediglich die Nordseite des Langhauses sowie das Chordach. Die Nordseite des Querhauses ist zu zwei Dritteln restauriert, ebenso das Hauptschiff.
Als besonders aufwendig und kompliziert erwiesen sich die Innenarbeiten am Dachstuhl. Dort wurden erneut Schwämme entdeckt, welche die alten Holzbalken stark beschädigt haben. Hier musste ein Großteil der Balken ersetzt werden. Zusätzlich eingezogene Stahlträger sollen weiterhin zur Stärkung der Mauerwerkskonstruktion beitragen. Besonders für die Nordhäuser stellt sich allerdings die Frage, wie der Verschiebung der Türme entgegengewirkt werden soll. Verschiedene Maßnahmen sollen hierbei in Zukunft getroffen werden.
Ursache der Verschiebung sind vornehmlich der unvorteilhafte Boden und die mangelnde Stütze der Türme auf der Westseite (Richtung Barfüßerstraße). Weiterhin gibt es einige Risse im Mauerwerk. Folglich wird in Zukunft besonders das Fundament überarbeitet und der Pfeiler an der Westseite saniert. Anker werden direkt in das Mauerwerk der Türme eingesetzt, um eine gleichmäßigere Kräfteverteilung zu erreichen.
Die Zimmer- und Dachdeckarbeiten sollen bis Ende September beendet sein. Geplant sind außerdem die Innenraum- und Fassadensanierung sowie natürlich die Gestaltung des Kirchplatzes. Wann die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein werden und die Kirche wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, ist allerdings genauso wenig vorauszusagen wie der gesamte Kostenaufwand.
Das bisherige Auftragsvolumen beträgt rund 2,4 Millionen Euro. Beschafft wurden die Gelder in dieser Höhe nicht zuletzt durch Mittel des Städtebau- Förderungsprogramms, das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und durch eine Reihe von Sponsoren und Stiftungen sowie durch die Aktionen des Fördervereins.
Nun hoffen alle Beteiligten, dass die Finanzierung des Projekts weiterhin gesichert ist, hierzu sind allerdings noch reichlich Gelder notwendig, wobei jeder Nordhäuser – auch mit einer geringen Spende - zu einer erfolgreichen und vor allem nicht ewig andauernden Sanierung beitragen kann. Schließlich ist die Blasii- Kirche nicht nur ein geschütztes Denkmal und Teil des Stadtbildes sondern ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte Nordhausens.
Autor: khh
Alle am Projekt Beteiligten zeigten sich recht zufrieden mit dem Fortgang der Arbeiten, äußerten aber auch ihren Unmut über den langen Zeitraum. Die Bauleiter Urban und Wolf antworteten auf die Frage, wann die Arbeiten beendet sein würden lediglich: Da brauchen wir gar nicht drüber reden. Enttäuscht zeigten sie sich auch über die Gleichgültigkeit der Nordhäuser gegenüber der denkmalgeschützten, über 500 Jahre alten Kirche, denn die Spendengelder flossen nur in geringem Umfang, ausgenommen hiervon die Aktivitäten des Nordhäuser Fördervereins.Seit Juli 2001 ist die Nordhäuser Blasii- Kirche, mitsamt des Vorplatzes, nun schon gesperrt, saniert wird erst seit dem Frühjahr 2002. Im ersten Bauabschnitt 2002 sollte die Dach- und Gewölbesanierung sowie die Sicherung der Fassade erfolgen, 2003 dann die Fassaden- und Fundamentsanierung. Alle Maßnahmen sind allerdings noch im Gang, und der Zeitpunkt der Wiedereröffnung ist noch nicht einmal annähernd zu bestimmen.
Begonnen wurde im Frühjahr 2002 mit der Fassadensicherung, um eine Gefährdung der umliegenden Wohnhäuser durch die beiden schiefen Türme auszuschließen. Momentan wird immer noch an der Dach- und Gewölbekappensanierung gearbeitet und an der Deckung der Nordseite.
Komplett saniert wurden bis jetzt lediglich die Nordseite des Langhauses sowie das Chordach. Die Nordseite des Querhauses ist zu zwei Dritteln restauriert, ebenso das Hauptschiff.
Als besonders aufwendig und kompliziert erwiesen sich die Innenarbeiten am Dachstuhl. Dort wurden erneut Schwämme entdeckt, welche die alten Holzbalken stark beschädigt haben. Hier musste ein Großteil der Balken ersetzt werden. Zusätzlich eingezogene Stahlträger sollen weiterhin zur Stärkung der Mauerwerkskonstruktion beitragen. Besonders für die Nordhäuser stellt sich allerdings die Frage, wie der Verschiebung der Türme entgegengewirkt werden soll. Verschiedene Maßnahmen sollen hierbei in Zukunft getroffen werden.
Ursache der Verschiebung sind vornehmlich der unvorteilhafte Boden und die mangelnde Stütze der Türme auf der Westseite (Richtung Barfüßerstraße). Weiterhin gibt es einige Risse im Mauerwerk. Folglich wird in Zukunft besonders das Fundament überarbeitet und der Pfeiler an der Westseite saniert. Anker werden direkt in das Mauerwerk der Türme eingesetzt, um eine gleichmäßigere Kräfteverteilung zu erreichen.
Die Zimmer- und Dachdeckarbeiten sollen bis Ende September beendet sein. Geplant sind außerdem die Innenraum- und Fassadensanierung sowie natürlich die Gestaltung des Kirchplatzes. Wann die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein werden und die Kirche wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, ist allerdings genauso wenig vorauszusagen wie der gesamte Kostenaufwand.Das bisherige Auftragsvolumen beträgt rund 2,4 Millionen Euro. Beschafft wurden die Gelder in dieser Höhe nicht zuletzt durch Mittel des Städtebau- Förderungsprogramms, das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und durch eine Reihe von Sponsoren und Stiftungen sowie durch die Aktionen des Fördervereins.
Nun hoffen alle Beteiligten, dass die Finanzierung des Projekts weiterhin gesichert ist, hierzu sind allerdings noch reichlich Gelder notwendig, wobei jeder Nordhäuser – auch mit einer geringen Spende - zu einer erfolgreichen und vor allem nicht ewig andauernden Sanierung beitragen kann. Schließlich ist die Blasii- Kirche nicht nur ein geschütztes Denkmal und Teil des Stadtbildes sondern ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte Nordhausens.

