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Di, 11:47 Uhr
01.07.2003

Wie sag' ich's den Mitarbeitern?

Nordhausen (nnz). Am Freitag ist in der Nordhäuser Kreisverwaltung eine Personalversammlung angesagt. Wird da eine Kündigungswelle verkündet? nnz hat sich vorab schon mal schlau gemacht.


Die Verwaltungsspitze des Landratsamtes bemüht sich im Vorfeld der Versammlung nicht nur um eine klare, sondern vor allem um eine einheitliche Position. Die scheint indes, so sehen es Beobachter, noch nicht vorhanden zu sein. Auf der einen Seite stehen die Befürworter einer „resoluten“ Personalentwicklung. Dazu gehört unter anderem der 1. Beigeordnete Matthias Jendricke. Der wollte sich zwar zu diesem Thema nicht äußern, doch von ihm ist bekannt, dass er die für ihn unvermeidlichen Kündigungen durchziehen will. Schließlich sieht er in den Beschlüssen des Kreistages hier seinen Auftrag, auch die Beschäftigten sollen Klarheit haben.

Nicht nur der Kreistag, sondern auch der Gemeinde- und Städtebund hat dazu seine Position unmissverständlich klar gemacht. Erst im vergangenen Monat gab es wieder Gespräche mit dem Landrat. Seine Position ist mittlerweile recht diffus. So hatte Joachim Claus eine Beschlussvorlage zur Personalentwicklung in den nichtöffentlichen Teil der Kreistagssitzung eingebracht, hatte sie jedoch wieder zurückgezogen.

Unterdessen wird in den Fachämtern der Kreisverwaltung verbissen um jede Planstelle gekämpft, wird in Ausschuß- und Fraktionssitzungen für die quantitative Vormachtstellung gekämpft. Manche Bereiche, wie der Brand- und Katastrophenschutz, machen das öffentlich. Da soll eine Stelle gestrichen werden und flugs wird eine Pressekonferenz anberaumt. Vielleicht hätte der Fachbereich Bau dann gleich verkünden sollen, dass künftig die Bauanträge sechs Monate lang bearbeitet werden müssen, da es im Bereich von Dr. Winter fünf besonders beliebte KW-Vermerke gibt?

Vergessen sind in den Fachämtern die Zeiten, in denen nach Belieben eingestellt werden konnte. Nach nnz-Informationen kamen seit 1999 allein 30 Mitarbeiter hinzu, die über Plan eingestellt worden waren. Natürlich, die Aufgaben einer Verwaltung sind in diesen Jahren nicht geringer geworden. Viele Zusatzdienste wurden von der Landesebene auf die Kreisebene verlagert. Doch es muß gespart werden. Das Landratsamt Nordhausen wird auf Dauer keine Insel im Abbau des Öffentlichen Dienstes bleiben.

Und da ist noch ein Fakt. Im vergangenen Jahr war seitens der Verwaltungsspitze ein Modell der Arbeitszeitverkürzung vorgeschlagen worden. Personalvertretung und Gewerkschaft sollen die Reduzierung der Wochenarbeitszeit um zwei Stunden abgelehnt haben. Vielleicht stand dahinter auch folgendes Motiv: Wurde schon immer mal versucht, haben wir immer ausgesessen. Dazu ein aktueller Vergleich. Seit dem heutigen Tag arbeiten die Beschäftigten der Erfurter Stadtverwaltung nur noch 38 Stunden. Durch diesen vernünftigen Kompromiß konnten 100 Kündigungen vermieden werden.
Autor: nnz

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