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Mi, 14:04 Uhr
07.02.2001

Mittelalter-Flair soll in Nordhausen Einzug halten

Nordhausen (nnz). Der Mittelalterverein Nordhausen plant für Ende Mai ein Mittelalterfest in der Rolandstadt. Anlaß ist das Jahr der Ottonen, das heuer bundesweit begangen wird. Da Otto der Große hier seine Jugend verbrachte und auch alle seine Geschwister in Nordhausen geboren wurden, könne das Jahr auch in Nordhausen gebührend gefeiert werden, schlugen Landratsamt und Mittelalterverein vor. Die Stadtverwaltung zeigte sich über das Vorhaben erfreut, will aber keine Mittel für das Fest lockermachen.
Laut Verein soll sich das Mittelalterfest durch mehr Informationsgehalt von anderen unterscheiden. Wer hier also die üblichen Marktstände vermutet, der wird sich wundern. Er wird vielmehr Persönlichkeiten von damals Hof halten sehen, wie König Heinrich den Ersten oder die Äbtissin Richburga. Alte Gewerke werden vorgestellt, mittelaltertypische Waren feilgeboten. So offeriert ein tschechischer Stand sogenanntes Waldglas. Die Stücke entstanden nach Vorlagen alter Fundstücke. Dem Verein liegen Bewerbungen von Künstlern, Handwerkern und Schaustellern aus allen Bundesländern und sogar dem Ausland vor. Auch der Harzfalkenhof Bad Sachsa wird mit seinen Tieren vertreten sein, denn die Falknerei war ja damals üblich. Im Dom zeigt eine Ausstellung das mittelalterliche Leben. Und wenn alles klappt, soll dort ein Bild enthüllt werden, das die Verabschiedung Ottos des Ersten von seiner Mutter Mathilde zeigt. Das Bild des Berliner Malers Hans Looschen schmückte ab 1913 den Saal des Stadthauses und verbrannte beim Bombenangriff 1945. Seitdem existiert nur noch ein Foto davon. Der Mittelalterverein hat einen Künstler beauftragt, anhand des Fotos ein neues Bild zu schaffen. Die Kosten belaufen sich auf mehrere tausend Mark, die der Verein nicht selbst aufbringen kann. Er bittet daher die Bevölkerung, Betriebe und andere Einrichtungen um eine Spende. Die Nordhäuser Sparkasse hat eigens dafür ein Konto eingerichtet.
Musisch Interessierten wird den Planungen noch am Abend des 26. Mai im Gehege ein mittelalterliches Konzert geboten. Die Initiatoren sind mittlerweile vier einhalb Monate mit der Vorbereitung des Festes befaßt und hoffen natürlich, daß ihre Arbeit durch zahlreiche Gäste belohnt wird. Angst, daß das zwei Wochen später angesetzte Rolandsfest Menschen und Kaufkraft abzieht, haben die Verantwortlichen aber nicht. Das Fest soll am 26. und 27. Mai auf dem Gelände der ehemaligen Burg im Humboldtgymnasium, der Domstraße und im Dom selbst stattfinden.
Wer sich schon jetzt auf das Mittelalter einstimmen möchte, dem sei eine Veranstaltung am Valentinstag in der Finkenburg ans Herz gelegt: Eine Abend mit Minnesang! Also, liebe Frauen, lassen Sie sich einfach mal musikalisch verwöhnen! Noch mehr Informationen erhalten Sie im nnz-Archiv!
Autor: ss

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