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Fr, 11:43 Uhr
15.04.2011

Primas: "Nicht alles umkrempeln"

Der CDU-Landtagsabgeodnete Egon Primas hat vom zukünftigen Thüringer Schulwesen eine etwas andere Auffassung als sein zuständiger Minister und Koalitionspartner Christoph Matschie (SPD).

Aus Primas' Büro errreichte uns folgende Stellungmahme:

Kultusminister Christoph Matschie soll die gewählten Elternvertreter und die Standesvertretungen der Lehrer angemessen an der Ausarbeitung der Schulordnung beteiligen. Das hat der Obergebraer Landtagsabgeordnete, Egon Primas (CDU), heute in Erfurt gefordert. Primas bezog sich dabei auf teils massive Kritik von Eltern und Lehrern am Entwurf der Ordnung, „die seitens der CDU-Fraktion weitgehend geteilt wird. Es kann nicht sein, dass der Kultusminister gegen den Willen von Eltern und Lehrern das gesamte Thüringer Schulwesen umkrempelt“, sagte Primas.

Die Schulordnung ist seiner Überzeugung zufolge ein ganz entscheidendes Steuerungsinstrument der Schul- und Bildungspolitik, das die Koalitionspartner nur einvernehmlich auf den Weg bringen können. Wie Primas sagte, will die CDU an der Möglichkeit der Klassenwiederholung genauso festhalten wie an der Notengebung. Eine verbale Leistungsbewertung durch alle Fachlehrer für alle Schüler während und zwischen den Zeugnissen sei in seiner Wirksamkeit höchst zweifelhaft und bürokratisiere die Schule zulasten guten Unterrichts und der Hinwendung zum Schüler.

Wie Primas weiter ausführte, wendet sich die CDU gegen einen zwangsweisen jahrgangsübergreifenden Unterricht in den ersten Schuljahren. „Wir haben diese Möglichkeit in der letzten Wahlperiode eingeführt. Das Modell hat sich nicht überall bewährt und sollte deshalb auch nicht generell vorgeschrieben werden“, so der Primas wörtlich.

Er befürchtet, dass die seitens des Kultusministers über die Schulordnung angestrebten Veränderungen „in relativ überschaubarer Zeit zu einem Niveauabfall in den Schulen führen. Die guten Pisa-Ergebnisse könnten bald der Vergangenheit angehören. Das können wir im Interesse der Kinder, Eltern, Lehrer, Ausbildungsbetriebe und Hochschulen nicht zulassen“, sagte Primas.
Autor: nnz

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