Weicheres Wasser für Bleicherode
Für mehr als 1,2 Millionen Euro hat der Wasserverband Nordhausen (WVN) jetzt die Stadt Bleicherode über eine neu gebaute Verbindungsleitung zwischen Wipperdorf und Bleicherode Ost an das Trinkwasserversorgungssystem der Stadt Nordhausen angebunden. Und das zahlt sich für die Bleicheröder aus...
Die Brunnen Helenenhof, die bisher für die Versorgung von Bleicherode genutzt wurden, können damit vom Netz genommen werden. 6.000 Bleicheröder können jetzt mit erheblich weicherem Trinkwasser versorgt werden. Damit erhalten jetzt aus dem Nordhäuser Wasserwerk mehr als 65.000 Menschen der Region qualitativ hochwertiges Mischwasser – aus harten Grund- und weichem Talsperrenwasser. Mit dem Anschluss an das Nordhäuser Versorgungssystem wird die Versorgungssicherheit und die Trinkwasserqualität im Raum Bleicherode erheblich erhöht.
Der Neubau der Verbindungsleitung wurde vom Freistaat gefördert. Bisher wurde über bestehende Leitungen das Nordhäuser Trinkwasser über Werther, Wolkramshausen und Nohra nur bis nach Wipperdorf transportiert. Jetzt wurden die fehlenden vier Kilometer Leitung zwischen Wipperdorf und Bleicherode sowie eine Druckerhöhungsanlage am Hochbehälter Nohra und eine Druckregelungsanlage in Bleicherode Ost in Betrieb genommen. Außerordentlich anspruchsvoll waren dabei die 90 Meter Unterquerung der Bahntrasse, die das betreuende Ingenieurbüro, Auftragnehmer und den ausführenden Bohrbetrieb vor große Herausforderungen stellten.
Auch an benachbarte Wasserverbände außerhalb des Verbandsgebietes wie zum Beispiel in die Goldene Aue kann das aufwändig aufbereitete Nordhäuser Mischwasser geliefert werden. Zukünftig müssen diese Lieferungen in jedem Fall zu kostendeckenden Preisen erfolgen. Das hat jetzt der Vorstand des Wasserverbands Nordhausen einstimmig beschlossen.
Beschlossen wurde außerdem, dass der Gesamtpreis für diese Lieferungen an Abnehmer außerhalb des Versorgungsgebiets in einen Verbrauchspreis (Cent je Kubikmeter geliefertes Wasser) sowie in einen Grundpreis (Vorhaltekosten in Euro pro Tag) zu unterteilen ist. Damit sind alle für Gewinnung, Aufbereitung und Transport des Wassers entstehenden Kosten kalkuliert und in Rechnung zu stellen.
Für diesen Preis erhalten dann alle Verbraucher das wichtigste Nahrungsmittel der Welt in einer Qualität, die strengsten Kontrollen unterliegt, für die wiederum die Mitarbeiter des Wasserverbandes Nordhausen jeden Tag einstehen.
Autor: nnz
Kommentare
Bodo Schwarzberg
16.04.2011, 10:20 Uhr
Weiches Wasser ein Witz!
An dem Beispiel dieses Beitrages ist gut zu analysieren, wie eine Institution, im eigenen Interesse agierend, mit Halbwahrheiten Politik macht und versucht, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Zudem wird deutlich, wie schwer es für den normalen Mediennutzer ist, ohne zusätzliche Recherche Wahres von Unwahrem oder Halbwahrem zu unterscheiden. Hier eine kleine Offenlegung:
Das Wort "Weiches Wasser" in Bezug auf Bleicherode in den Mund zu nehmen, und sogar noch in einer Überschrift zu gebrauchen, müsste eigentlich verboten werden:
Laut der Seite des Wasserverbandes Nordhausen mit Stand von heute Vormittag, weist das Trinkwasser der Stadt eine Härte von 20-25° (Deutsche Härte) auf. Nach der in Deutschland üblichen Einteilung, gilt aber Trinkwasser mit mehr als 21,3 Härtegraden als "sehr hart". Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten: Entweder, die Homepage des Wasserverbandes hinkt der aktuellen "Mischwasserentwicklung" in Bleicherode hinterher (was eigentlich einem Wasserverband mit seiner großen Bedeutung nicht gut zu Gesicht stünde), oder aber das Bleicheröder Trinkwasser ist tatsächlich noch "sehr hart".
Unabhängig davon: Die Verwenduung des Begriffes "Weiches Wasser" oder "erheblich weicheres Wasser" verböte sich in jedem Fall. Das ist Augenwischerei und eine jener heute leider so oft gebräuchlichen Halbwahrheiten zur Volksberuhigung: Denn selbst das Mischwasser aus dem Nordhäuser Wasserwerk (hartes Grundwasser+weiches Talsperrenwasser),das jetzt laut Beitrag auch in Bleicherode aus dem Hahn kommt, weist noch immer einen Härtegrad zwischen 16 und 18 auf.
"Erheblich weicheres Wasser" aber ist das nicht: Denn ganz konkret ergibt sich für Bleicherode lediglich eine Senkung des Härtegrades von maximal 9, und minimal nur von 2 Härtegraden (Mischwasser Nordhausen: 16-18, Bleicherode bisher 20-25 laut Seite Wasserverband). Jetzt wissen wir, warum der Wasserverband in seinem Beitrag keine konkreten Zahlen genannt hat. Denn beim Gebrauch derer wäre die recht kleine "Verweichlichung" des Trinkwassers sofort ins Auge gefallen. Laut der in Deutschland üblichen Einteilung gilt Wasser zwischen 14 und 21,3° als "hart" und keinesfalls entsprechend dem im Beitrag vermittelten Eindruck als "weich".
Ich betone, dass nicht gesagt wurde, das Nordhäuser Mischwasser sei weich. Aber durch die nicht ungeschickte Formulierung im Beitrag wird der Bevölkerung dieser Eindruck vermittelt. Wer jetzt vielleicht auf Grund des Beitrages vom Wasserverband an Wasserenthärter für seine Waschmaschine spart, dem stehen vielleicht sogar bald teure Reparaturkosten ins Haus!
Von einem Wasserverband wünschte ich mir als Journalist und kritischer Bürger mehr Transparenz, konkretere und weniger tendenziöse Angaben und eine Homepage auf aktuellem Stand. Auf ihr konnte ich unter "Neuigkeiten" nichts finden, was auf das angeblich so weiche Wasser für Bleicherode hindeutet. Der letzte Eintrag dort ist vom 21.3. und betrifft den Weltwassertag.
Bodo Schwarzberg
Wolfi65
16.04.2011, 13:19 Uhr
Richtig
Dem Kommentar von Herrn Schwarzberg kann ich nur beipflichten. In Nordhausen gibt es kein weiches Wasser. Die Kalkbrühe kommt entweder direkt aus dem Kohnstein oder aus der Salzaquelle.
Wenn das Mischwasser sein soll, dann möchte ich nicht die blanke Version aus dem Wasserhahn fließen sehen. Schon jetzt muß ich in regelmäßigen Abständen die Wasserhahn-Siebe wechseln, da diese nach kürzester Zeit gnadenlos verkalkt sind.
So etwas ist mir zu früheren Zeiten eigentlich nicht aufgefallen, oder man hat es schon wieder vergessen. Das könnte dann an einer Verkalkung der Blutgefäße liegen, welche durch die regelmäßige Einnahme des nordhäuser Leitungswassers hervorgerufen wird.
Etwailige Schadensansprüche an den örtlichen Versorger wären zu prüfen.:-)
Der Roland
16.04.2011, 15:24 Uhr
Weiches Wasser....
Also, nun mal langsam mit die jungen Pferde, wer in einem Karstgebiet weiches Wasser aus der Erde holen will, den will ich sehen. Gut, dass in Nordhausen weiches Talsperrenwasser dazugemischt wird. Da ich ebenfalls in Nordhausen mein Trinkwasser beziehe, kann ich nur sagen, dass ich nicht jeden Tag irgendwelche Siebe vom Kalk befreien muss und auch mein Wasserkocher verkalkt nicht jede Woche.
Fakt ist aber auch, dass wir ein qualitativ hochwertiges Produkt zu einem Preis beziehen, der sich in den letzten (mindestens zehn) Jahren nicht verändert hat.
Vielleicht lässt sich weicheres Wasser theoretisch "herstellen", wer würde dann aber die höheren Kosten bezahlen wollen. Die kommentierenden Wasser-Experten wie Herr Schwarzberg oder der heulende Wolf wären die ersten, die sich hier wieder aufregen würden. Fehlt bolß noch Herr Hubertus...
Es gibt da noch eine Möglichkeit, zieht dorthin, wo das Wasser weich ist, dort spart ihr Waschmittel und Entkalker...
Peppone
16.04.2011, 15:39 Uhr
Da ist er schon , lieber Roland ;-)
Herr Schwarzberg hat hier recht. Ich habs vor ein paar Wochen selbst moniert, dass vom Verband immer was von "weichem Wasser" erzählt wird. Es ist nicht weich!!! Es ist "Hart" bis "Sehr Hart"!
Mir persönlich geht es um geschickte Beimischung und Ideen. Wenn für Sie, lieber Roland, alles Gottgegeben ist, ok, kann ich akzeptieren. Ich hätte es aber trotzdem gerne verbessert. Ich hoffe, Sie können das auch akzeptieren! ;-)
Pe_rle
16.04.2011, 18:12 Uhr
wo weiches Wasser ??????
also den überwiegenden Teil der hier abgegeben Kommentare kann ich schon verstehen. Das Wasser in NDH ist nicht weich,wenn der Roland es anders sieht, ist das sein Problem.
Ich als Aquarianer und das seit fast 50 Jahren kann glaub ich schon einschätzen und vor allem messen wie die Wasserbeschaffenheit ist.
Was mich mehr ärgert,ist das der Roland jeden aus der Stadt vertreiben will, dem irgend etwas nicht gefällt. Hallo Roland es reicht schon wenn die Arge viele Menschen dieser Stadt ins Ausland verbannt hat.
Rätselhaft auch, als man noch als Roland drei Tage das Zepter in der Hand hatte, wurde auch über Wasser und alles andere gemeckert.
Der Roland
16.04.2011, 18:41 Uhr
Weich oder hart!
Mir geht es nicht um einen Härtegrad mehr oder weniger. Hier geht es auch um die Frage, wie viel technischer Aufwand betrieben werden muss, um das Wasser, das schon 100 Jahre so hart oder weich ist, jetzt noch weicher zu machen. Und wie sich das auf den Preis auswirken wird?
Und im Übrigen: Auf diesen Seiten sollte kommentiert und nicht ewig und immer kritisiert werden. Ich möchte all die Klugschei... erleben, wenn sie irgendwo was zu sagen hätten und vielleicht beim Wasser über Härtegrad und Preis entscheiden müssten. Und jetzt wird es bestimmt wieder einen Schlauen geben, der meint, beides ist zu haben.
Politik, im Großen wie im Kleinen - auch in einem Verband wie dem Wasserverband, dem die meisten der Kommunen des Landkreises angehören, ist immer ein Kompromiss.
Schönes Wochenende noch...
Wolfi65
16.04.2011, 20:19 Uhr
Umziehen
Also dann doch dahin ziehen, wo das Wasser weich ist und es kein Stadtrecht gibt, denn sonst läuft man wieder Gefahr, vom dortigen Roland der Stadt verwiesen zu werden.
Und wenn der Roland alle vertrieben hat, kann er sich endlich in Ruhe auf seinen Tron stellen und den ganzen Tag das Schwert und das Schild halten, ohne dass ihm jemand an die Karre fahren kann. Na dann hoch die kalkigen Becher!
Peppone
16.04.2011, 22:40 Uhr
So, so, es sollte kommentiert
und nicht kritisiert werden! Klasse, wäre ich selbst nicht drauf gekommen. Und wie soll dass bitteschön aussehen lieber Herr Roland?
Man darf Entscheidungen der Verantwortlichen nur noch zur Kenntnis nehmen und wohlwollend kommentieren? Finden Sie nicht auch, dass das ziemlich langweilig wäre und am Bürger völlig vorbei läuft? Wie kommt man eigentlich auf solche Ideen? Muss man da Tatbeteiligter sein? War ja nur mal eine Frage!
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