Do, 18:59 Uhr
12.06.2003
Klezmer Musik in der Trinitatiskirche
Nordhausen/Sondershausen (nnz). In Nordhausen war sie im vergangenen Jahr zu erleben: Klezmer-Musik. Das Klezmer-Musik in unserer Gegend nicht sonderlich bekannt ist, merkte man an der Besucherzahl am Mittwoch Abend in der Trinitatiskirche. Dazu eine Betrachtung von nnz-Leserin Katrin Landgraf.
Der aus Hamburg stammende Søren Thies, der sich leidenschaftlich der Klezmer-Musik gewidmet hat, spielte und sang mit dem Akkordeon die von tiefster Trauer und Sehnsucht über Exil und Verlust bis hin zu heiterer sehnsüchtiger Liebe handelnden Lieder der Musik, die ursprünglich auf jüdischen Festen vorgetragen wurden. Von Liebe in jeglicher Form sollte auch der Hauptteil des Abends handeln. Sei es nun Mutterliebe, Naturliebe, der Sehnsucht nach fremden Ländern oder dem Heimweh, also der Heimatliebe. So zeigten die Lieder aber auch, wie schwierig diese Liebe zu Zeit des Nationalsozialismus war.
Von Odessa nach Paris. Der Titel des Konzert läßt erahnen, dass es sich um einen Querschnitt aus 5 Jahrhunderten Klezmer-Musik handelt, die auch durch geographische Grenzen nicht unterbrochen wurden. Gesungen auf jiddisch und deutsch zeigten die Lieder eine historisch tiefe Verbundenheit der Menschen, die durch die NS Zeit zwar tiefe Lücken verzeichnet, aber nicht verschwunden ist. Diese Verbundenheit wurde von Søren Thies auch dadurch gezeigt, dass er bei seinem Konzert nicht auf den Altarstufen verharrte, sondern durch den Kirchenraum ging während er sang. Eine Verbundenheit zum Publikum. Durch tangohafte, teils lebhafte, teils melancholische Lieder, die meist Improvisationen sind, da die Musik nicht aufgeschrieben wird, gelang es dem jungen Musiker, sein zwar mit 25 Besuchern kleines, aber dankbares Publikum zu begeistern.
Doch nicht nur Werke bekannter Autoren und Komponisten erklangen, sondern auch Eigenkompositionen. Der Ernst des Lebens, der am ersten Schultag nach den Sommerferien entstand, kurz nach einer Frankreichreise, zeigt nicht nur, wie man durch französische Elemente in der Musik in Urlaubserinnerungen schwelgen kann, sondern spiegelt durch seinen strengen Rhythmus auch den Schulalltag; den immer wieder kehrenden Stundenplan und jeden Morgen zur selben Zeit der Wecker.
Edda ist seiner sehr lebhaften Cousine aus Frankreich gewidmet und später auch zum Haupttitel seiner CD geworden. Das lebhafte, fast tänzerische Stück symbolisiert die Lebensfreude und Energie der 4-jährigen und bekam auch vom Publikum viel Zustimmung. Durch viel Applaus ließ sich der junge Musiker dazu bewegen, sein Auditorium nicht ohne Zugabe gehen zu lassen.
Katrin Landgraf
Autor: nnzDer aus Hamburg stammende Søren Thies, der sich leidenschaftlich der Klezmer-Musik gewidmet hat, spielte und sang mit dem Akkordeon die von tiefster Trauer und Sehnsucht über Exil und Verlust bis hin zu heiterer sehnsüchtiger Liebe handelnden Lieder der Musik, die ursprünglich auf jüdischen Festen vorgetragen wurden. Von Liebe in jeglicher Form sollte auch der Hauptteil des Abends handeln. Sei es nun Mutterliebe, Naturliebe, der Sehnsucht nach fremden Ländern oder dem Heimweh, also der Heimatliebe. So zeigten die Lieder aber auch, wie schwierig diese Liebe zu Zeit des Nationalsozialismus war.
Von Odessa nach Paris. Der Titel des Konzert läßt erahnen, dass es sich um einen Querschnitt aus 5 Jahrhunderten Klezmer-Musik handelt, die auch durch geographische Grenzen nicht unterbrochen wurden. Gesungen auf jiddisch und deutsch zeigten die Lieder eine historisch tiefe Verbundenheit der Menschen, die durch die NS Zeit zwar tiefe Lücken verzeichnet, aber nicht verschwunden ist. Diese Verbundenheit wurde von Søren Thies auch dadurch gezeigt, dass er bei seinem Konzert nicht auf den Altarstufen verharrte, sondern durch den Kirchenraum ging während er sang. Eine Verbundenheit zum Publikum. Durch tangohafte, teils lebhafte, teils melancholische Lieder, die meist Improvisationen sind, da die Musik nicht aufgeschrieben wird, gelang es dem jungen Musiker, sein zwar mit 25 Besuchern kleines, aber dankbares Publikum zu begeistern.
Doch nicht nur Werke bekannter Autoren und Komponisten erklangen, sondern auch Eigenkompositionen. Der Ernst des Lebens, der am ersten Schultag nach den Sommerferien entstand, kurz nach einer Frankreichreise, zeigt nicht nur, wie man durch französische Elemente in der Musik in Urlaubserinnerungen schwelgen kann, sondern spiegelt durch seinen strengen Rhythmus auch den Schulalltag; den immer wieder kehrenden Stundenplan und jeden Morgen zur selben Zeit der Wecker.
Edda ist seiner sehr lebhaften Cousine aus Frankreich gewidmet und später auch zum Haupttitel seiner CD geworden. Das lebhafte, fast tänzerische Stück symbolisiert die Lebensfreude und Energie der 4-jährigen und bekam auch vom Publikum viel Zustimmung. Durch viel Applaus ließ sich der junge Musiker dazu bewegen, sein Auditorium nicht ohne Zugabe gehen zu lassen.
Katrin Landgraf


