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Fr, 09:37 Uhr
06.06.2003

Zweimal Nordhausen

Nordhausen (nnz). Zwei Nordhäuser sind quasi „über Nacht“ Minister im Freistaat Thüringen geworden. Während die Weichen für Dr. Klaus Zeh schon längere Zeit gestellt waren, ist die Besetzung des Wirtschaftsressorts doch eine „klitzekleine“ Überraschung.


Heute früh stellte Neu-Ministerpräsident Dieter Althaus sein neues Kabinett vor. Dann der Paukenschlag: Jürgen Reinholz, der Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), ist der neue Wirtschaftsminister. Reinholz ist Nordhäuser, wurde hier geboren und ging auch zur Schule in der Rolandstadt. Er gilt als ausgewiesener Wirtschaftsfachmann und vor allem – Reinholz „erinnert“ sich an seine Wurzeln. Ohne seinen Einfluß wäre es zum Beispiel nicht zur Ansiedlung der Firma „Feuer-Powertrain“ in Nordhausen gekommen, wissen Insider zu berichten. Noch vor einem Jahr lobte ihn Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) ob seiner Unterstützung für viele gemeinsame Vorhaben von Stadt und LEG. Reinholz soll es auch gewesen sein, der im Wirtschaftsministerium die Türen für das Projekt „Regionalmanagement“ geöffnet hatte. Und seit einiger Zeit hat es Jürgen Reinholz wieder privat nach Nordhausen „verschlagen“. Aufmerksame Frühaufsteher können ihn samstags beim Brötchenholen beobachten. Wo genau, das wird natürlich nicht verraten.

Mit Dr. Klaus Zeh kehrt ein alter Bekannter auf einen Thüringer Ministerposten zurück. In der ersten Legislaturperiode leitete er die Geschicke im Finanzressort. Dann zog es ihn in die kommunale Politik, der Thüringer CDU blieb er als Landtagsabgeordneter und als Landesgeschäftsführer verbunden. Über den Demokratischen Aufbruch kam Dr. Zeh 1990 zur CDU, deren Kreisvorsitzender er im Landkreis Nordhausen immer noch ist.

Nie war Nordhausen oder Nordthüringen so stark in einer Thüringer Landesregierung vertreten. Schließlich kommt der Ministerpräsident aus dem benachbarten Eichsfeld. Das muß nicht unbedingt hinderlich für die Region sein. Im Gegenteil, es werden hier Erwartungen an die „Neuen“ verknüpft. Bei den leeren Kassen könnte es allerdings schwer werden, alle Erwartungen und Hoffnungen zu erfüllen.
Autor: nnz

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