Fr, 06:28 Uhr
06.06.2003
nnz-Rückspiegel: 6. Juni 2003
Nordhausen (nnz). Wenn Sie wissen wollen was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war, dann ist das kein Problem. Die nnz hat für Sie in ihrem Archiv gestöbert. Heute:
Alles klar, Schaumschläger und 2 x Deusa
Steigerthaler Abwasser endlich klar
Lange Zeit wurde um die Entsorgung des Abwassers der Steigerthaler gestritten. Jetzt wurde eine Lösung gefunden. Die Abwasserproblematik in Steigerthal scheint kommunalrechtlich geklärt. Nach einer Bearbeitungszeit von fast zwei Jahren genehmigte jetzt die Kommunalaufsicht des Nordhäuser Landratsamtes den Beschluß des Ortschaftsrates und des Stadtrates zum Austritt aus dem Abwasserzeckverband "Golden Aue".
Der Beschluß wird allerdings erst mit dem Tag der amtlichen Veröffentlichung der Genehmigung rechtskräftig. Das gab der Steigerthaler Ortsbürgermeister, Karl Übner, auf der gestrigen Sitzung des Ortschaftsrates zur Kenntnis. Die Bürger hatten dabei wieder einmal das Nachsehen. Für das Jahr 2001 zahlten die Steigerthaler Bürger durchschnittlich 25 Euro mehr an Abwassergebühren als beim Nordhäuser Stadtentwässerungsbetrieb. Die Abwasserrechnungen 2001 wurden jedoch anstandslos bezahlt. Wie von amtlicher Stelle mit der Mehrbelastung der Bürger im Jahr 2002 umgegangen wird, bleibt bislang ungeklärt. Hier ist wohl noch nicht das letzte Wort gesprochen...ausführlich im nnz-Archiv
Hohberg: Kein Schaumschläger
Gestern reagierte das Thüringer Finanzministerium auf Äußerungen von Sollstedts Bürgermeister Jürgen Hohberg. Hohberg hatte sich über eine kurzfristige Absage der Finanzstaatssekretärin Birgit Diezel geärgert. Heute schrieb er der nnz einen Offenen Brief...
Offener Brief
Sehr geehrte Frau Staatssekretärin Diezel,
mit einigem Bedauern habe ich die Verlautbarung des Thüringer Finanzministeriums zur Absage Ihrer Teilnahme an der Informationsveranstaltung in Form des Rollenden Finanzamtes am vergangenen Freitag in Sollstedt aufgenommen. Selbstverständlich kann ich, der selbst über einen relativ eng gestrickten Terminkalender verfügt, wie wohl alle in der Politik Tätigen, Verständnis dafür aufbringen, dass eine kurzfristige Änderung des Terminplanes manchmal von Nöten sein kann. Man sollte es dann jedoch tunlichst vermeiden, andere mit dem Schwarzen Peter dasitzen zu lassen...ausführlich im nnz-Archiv
Deusa: Visionen und Realitäten
In der Deusa International in Bleicherode wurden am Mittag Visionen vorgestellt.
Professionell war sie, die Präsentation des Chemieparks Bleicherode 2005. Jede Menge multimedialer Technik hatten die Deusa-Macher auffahren lassen, um den Gästen, unter ihnen Thüringens Wirtschaftsminister Franz Schuster, ihre Visionen zu erläutern. Schuster hörte sie zwar nicht, der hatte sich – trotz Hubschrauberbeförderung – 45 Minuten verspätet. Als Dank für sein Kommen erhielt er dennoch den Deusa Salzkristall überreicht. Was Deusa International-Geschäftsführer Robert Kerl vorstellte, soll in drei Jahren fast schon gigantische Züge annehmen. Das Gelände rechts und links der Nordhäuser Straße soll dann nicht wiederzuerkennen sein. Moderne, funktionale Verwaltungsgebäude, Produktionsanlagen, Lagerkomplexe und jede Menge Platz für Neuansiedlungen sollen die jetzigen schmuddligen Gebäude, Rohrleitungen und Silos vergessen machen. Los geht es schon in diesem Jahr, der Bauantrag für ein neues Feuchtsalzlager soll schnellstens gestellt werden. Im Dezember will das Unternehmen dessen Fertigstellung feiern. Mittels Laptop und Videoprojektor stellten Vertreter eines Frankfurter Planungsbüros die Masterplanung vor, die nicht starr, sondern flexibel angelegt sein soll. Auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren, nennt man das...ausführlich im nnz-Archiv
Eine nicht gehaltene Rede
Die nnz berichtete gestern über die Visionen eines Chemieparks in Bleicherode. Viele Gäste hörten zu. Nur der Betriebsrat fehlte. nnz veröffentlicht seine nicht gehaltene Rede.
Sehr geehrte Damen und Herren,
gern hätte auch der Betriebsrat der Deusa International GmbH den Weg zum sogenannten Presse-Event nach Bleicherode gefunden, um sein Interesse und seine Verbundenheit zum Sanierungsprojekt Deusa zum Ausdruck zu bringen, welches in der Tat in Deutschland seinesgleichen sucht. Leider war dies nicht erwünscht und der Betriebsrat wurde nicht eingeladen. Angesichts der Rede des Geschäftsführer der Deusa International GmbH, Herrn Kerl, vor versammelter Prominenz ist es für den Betriebsrat dringend angezeigt, sich direkt dazu zu Wort zu melden. In der Tat ist es dringend geboten, wie Herr Kerl feststellt, dass das Sanierungsprojekt Deusa International nach nunmehr fast einem Jahr auch das Vertrauen der Mitarbeiter gewinnt. Leider ist gerade hier eine Vertrauensbildung ausgeblieben. Wir sehen heute der zweiten Massenentlassung in der Deusa entgegen, mit einem Fachkräfteverlust sondergleichen, der kaum wettzumachen ist. Das Unternehmen entkleidet sich damit weiter einer seiner wichtigsten Ressource. Keiner der gekündigten Mitarbeiter kommt in den Genuß einer Vorruhestandsregelung wie Herr Kerl vorspiegelt. Alle sind ausnahmslos in die Arbeitslosigkeit entlassen worden. Der Betriebsrat bezweifelt, wie man durch solche Maßnahmen ein stark sanierungsbedürftiges Unternehmen von Grund auf effizient und wettbewerbsfähig macht. Diesen Mitarbeitern aber auch noch, wie in der Rede von Herrn Kerl unterstellt, hinterher zu rufen, dass sie störende Element gewesen seien, ist der Gipfel des Hohns. Vielmehr verrät die Sprachwahl, dass es noch um ganz anderes gehen muß. Bitter ist es für diese Mitarbeiter, dass sie sich gerade für diesen Investor stark gemacht haben...ausführlich im nnz-Archiv
Autor: nnzAlles klar, Schaumschläger und 2 x Deusa
Steigerthaler Abwasser endlich klar
Lange Zeit wurde um die Entsorgung des Abwassers der Steigerthaler gestritten. Jetzt wurde eine Lösung gefunden. Die Abwasserproblematik in Steigerthal scheint kommunalrechtlich geklärt. Nach einer Bearbeitungszeit von fast zwei Jahren genehmigte jetzt die Kommunalaufsicht des Nordhäuser Landratsamtes den Beschluß des Ortschaftsrates und des Stadtrates zum Austritt aus dem Abwasserzeckverband "Golden Aue".
Der Beschluß wird allerdings erst mit dem Tag der amtlichen Veröffentlichung der Genehmigung rechtskräftig. Das gab der Steigerthaler Ortsbürgermeister, Karl Übner, auf der gestrigen Sitzung des Ortschaftsrates zur Kenntnis. Die Bürger hatten dabei wieder einmal das Nachsehen. Für das Jahr 2001 zahlten die Steigerthaler Bürger durchschnittlich 25 Euro mehr an Abwassergebühren als beim Nordhäuser Stadtentwässerungsbetrieb. Die Abwasserrechnungen 2001 wurden jedoch anstandslos bezahlt. Wie von amtlicher Stelle mit der Mehrbelastung der Bürger im Jahr 2002 umgegangen wird, bleibt bislang ungeklärt. Hier ist wohl noch nicht das letzte Wort gesprochen...ausführlich im nnz-Archiv
Hohberg: Kein Schaumschläger
Gestern reagierte das Thüringer Finanzministerium auf Äußerungen von Sollstedts Bürgermeister Jürgen Hohberg. Hohberg hatte sich über eine kurzfristige Absage der Finanzstaatssekretärin Birgit Diezel geärgert. Heute schrieb er der nnz einen Offenen Brief...
Offener Brief
Sehr geehrte Frau Staatssekretärin Diezel,
mit einigem Bedauern habe ich die Verlautbarung des Thüringer Finanzministeriums zur Absage Ihrer Teilnahme an der Informationsveranstaltung in Form des Rollenden Finanzamtes am vergangenen Freitag in Sollstedt aufgenommen. Selbstverständlich kann ich, der selbst über einen relativ eng gestrickten Terminkalender verfügt, wie wohl alle in der Politik Tätigen, Verständnis dafür aufbringen, dass eine kurzfristige Änderung des Terminplanes manchmal von Nöten sein kann. Man sollte es dann jedoch tunlichst vermeiden, andere mit dem Schwarzen Peter dasitzen zu lassen...ausführlich im nnz-Archiv
Deusa: Visionen und Realitäten
In der Deusa International in Bleicherode wurden am Mittag Visionen vorgestellt.
Professionell war sie, die Präsentation des Chemieparks Bleicherode 2005. Jede Menge multimedialer Technik hatten die Deusa-Macher auffahren lassen, um den Gästen, unter ihnen Thüringens Wirtschaftsminister Franz Schuster, ihre Visionen zu erläutern. Schuster hörte sie zwar nicht, der hatte sich – trotz Hubschrauberbeförderung – 45 Minuten verspätet. Als Dank für sein Kommen erhielt er dennoch den Deusa Salzkristall überreicht. Was Deusa International-Geschäftsführer Robert Kerl vorstellte, soll in drei Jahren fast schon gigantische Züge annehmen. Das Gelände rechts und links der Nordhäuser Straße soll dann nicht wiederzuerkennen sein. Moderne, funktionale Verwaltungsgebäude, Produktionsanlagen, Lagerkomplexe und jede Menge Platz für Neuansiedlungen sollen die jetzigen schmuddligen Gebäude, Rohrleitungen und Silos vergessen machen. Los geht es schon in diesem Jahr, der Bauantrag für ein neues Feuchtsalzlager soll schnellstens gestellt werden. Im Dezember will das Unternehmen dessen Fertigstellung feiern. Mittels Laptop und Videoprojektor stellten Vertreter eines Frankfurter Planungsbüros die Masterplanung vor, die nicht starr, sondern flexibel angelegt sein soll. Auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren, nennt man das...ausführlich im nnz-ArchivEine nicht gehaltene Rede
Die nnz berichtete gestern über die Visionen eines Chemieparks in Bleicherode. Viele Gäste hörten zu. Nur der Betriebsrat fehlte. nnz veröffentlicht seine nicht gehaltene Rede.
Sehr geehrte Damen und Herren,
gern hätte auch der Betriebsrat der Deusa International GmbH den Weg zum sogenannten Presse-Event nach Bleicherode gefunden, um sein Interesse und seine Verbundenheit zum Sanierungsprojekt Deusa zum Ausdruck zu bringen, welches in der Tat in Deutschland seinesgleichen sucht. Leider war dies nicht erwünscht und der Betriebsrat wurde nicht eingeladen. Angesichts der Rede des Geschäftsführer der Deusa International GmbH, Herrn Kerl, vor versammelter Prominenz ist es für den Betriebsrat dringend angezeigt, sich direkt dazu zu Wort zu melden. In der Tat ist es dringend geboten, wie Herr Kerl feststellt, dass das Sanierungsprojekt Deusa International nach nunmehr fast einem Jahr auch das Vertrauen der Mitarbeiter gewinnt. Leider ist gerade hier eine Vertrauensbildung ausgeblieben. Wir sehen heute der zweiten Massenentlassung in der Deusa entgegen, mit einem Fachkräfteverlust sondergleichen, der kaum wettzumachen ist. Das Unternehmen entkleidet sich damit weiter einer seiner wichtigsten Ressource. Keiner der gekündigten Mitarbeiter kommt in den Genuß einer Vorruhestandsregelung wie Herr Kerl vorspiegelt. Alle sind ausnahmslos in die Arbeitslosigkeit entlassen worden. Der Betriebsrat bezweifelt, wie man durch solche Maßnahmen ein stark sanierungsbedürftiges Unternehmen von Grund auf effizient und wettbewerbsfähig macht. Diesen Mitarbeitern aber auch noch, wie in der Rede von Herrn Kerl unterstellt, hinterher zu rufen, dass sie störende Element gewesen seien, ist der Gipfel des Hohns. Vielmehr verrät die Sprachwahl, dass es noch um ganz anderes gehen muß. Bitter ist es für diese Mitarbeiter, dass sie sich gerade für diesen Investor stark gemacht haben...ausführlich im nnz-Archiv

