Mi, 09:30 Uhr
04.06.2003
Der 17. Juni in „Heute und einst“
Nordhausen (nnz). Zum 50. Mal jährt sich in diesem Jahr der Volksaufstand in der ehemaligen DDR. In den Jahrbüchern des Landkreises Nordhausen Heute und einst 1999 und 2000 wurden die Geschehnisse um den 17. Juni 1953 in der Region Nordhausen publiziert. Beide Bücher sind im Buchhandel erhältlich...
Die Autoren, Rainer Hellberg und Fritz Schmalz, forschten sehr intensiv, befragten auch Zeitzeugen. Neben dem schriftlichen Zeugnis gibt es auch Fotografien und andere Dokumente, die die damaligen Vorgänge dokumentieren. Der Titel der Beiträge heißt: Der 17. Juni in Nordhausen – Die Ereignisse vor, an und nach diesem Tag. So wird deutlich, dass die Autoren bemüht waren, auch Ursachen und Nachwirkungen aufzuzeichnen.
Im Text heißt es: Die Ursachen für den Volksaufstand lagen in den wirtschaftlichen und politischen Geschehnissen, die dem Ereignis vorausgingen und entwickelte sich mehr oder weniger sichtbar. Solche Wurzeln lagen in der Zwangsvereinigung der SPD und KPD zur SED, im Auseinandertriften der beiden deutschen Staaten und den deutlich werdenden Versorgungsmissständen in der DDR. Besonders dramatisch wurde die Situation, als der Generalsekretär der SED, Walter Ulbricht, im Juni 1952 einen neuen politischen Kurs verkündete, den Aufbau des Sozialismus und die Schaffung nationaler Streitkräfte. Sperrzonen wurden errichtet, Zwangsaussiedlungen vorgenommen, es erfolgte die Aufteilung des Territoriums in Bezirke, die Erhöhung der Produktionsnorm in der Schwer- und Grundstoffindustrie, gleichzeitig wurde die Konsumgüterindustrie abgebaut.
Ein besonderer Einschnitt war die Enteignung der Privatunternehmen. Ausführlich wird das in dem Jahrbuchbeitrag am Beispiel des Betriebes Holzwarenfabrik und Sägewerk C. Schmalz beschrieben. Man erfährt erstmals ausführlich, wie die Enteignung des Unternehmens stattfand. Die Autoren analysieren anhand vieler Dokumente die wirtschaftliche und soziale Lage im damaligenKreis Nordhausen. Sie informieren über die Schaffung der innerdeutschen Grenze und des Sperrgebietes.
Nach dem Tode Stalins am 5. März 1953 spitzte sich die Krisensituation zu, die im Mai den Höhepunkt durch die Hochsetzung der Arbeitsnormen, z. B. im Baugewerbe und in der Industrie, erreichte. Bereits Ende Mai/Anfang Juni kam es im Abus Maschinenbau unter der Streikleitung von Otto Reckstatt zu kurzen Arbeitsniederlegungen. So ist Otto Reckstatt eine der Hauptpersonen des Artikels, dem nach der Wende durch die Benennung einer Brücke in Nordhausen Ehrung widerfuhr.
Im 2. Teil des Beitrages, im Jahrbuch 2000 veröffentlicht, werden die Ereignisse direkt am 17. Juni beschrieben. Es kommen mehrere Zeitzeugen zu Wort. Im Kreisarchiv Nordhausen fand sich ein Plakat mit dem Befehl: Ab 17. Juni 1953 befindet sich die Stadt und der Kreis Nordhausen im Ausnahmezustand. Jegliche Umzüge und Zusammenrottungen sind verboten. Bei Widerstand wird Waffengewalt angewandt werden. Der Inhalt besagt, wie gefährlich die Situation war, wie viel Angst die Staats- und Parteiführung vor dem Volk hatte. Bertolt Brecht hat in seinem Gedicht auf den 17. Juni drastisch-ironisch vermerkt: Am besten, die Regierung wählt sich ein eigenes Volk.
So ist es in unserer Region dank des Autorenduos möglich, am 50. Jahrestag des 17. Juni 1953 genau informiert zu sein, was damals hier passierte, wenn man die in den Jahrbüchern publizierte Folge liest.
Autor: nnzDie Autoren, Rainer Hellberg und Fritz Schmalz, forschten sehr intensiv, befragten auch Zeitzeugen. Neben dem schriftlichen Zeugnis gibt es auch Fotografien und andere Dokumente, die die damaligen Vorgänge dokumentieren. Der Titel der Beiträge heißt: Der 17. Juni in Nordhausen – Die Ereignisse vor, an und nach diesem Tag. So wird deutlich, dass die Autoren bemüht waren, auch Ursachen und Nachwirkungen aufzuzeichnen.
Im Text heißt es: Die Ursachen für den Volksaufstand lagen in den wirtschaftlichen und politischen Geschehnissen, die dem Ereignis vorausgingen und entwickelte sich mehr oder weniger sichtbar. Solche Wurzeln lagen in der Zwangsvereinigung der SPD und KPD zur SED, im Auseinandertriften der beiden deutschen Staaten und den deutlich werdenden Versorgungsmissständen in der DDR. Besonders dramatisch wurde die Situation, als der Generalsekretär der SED, Walter Ulbricht, im Juni 1952 einen neuen politischen Kurs verkündete, den Aufbau des Sozialismus und die Schaffung nationaler Streitkräfte. Sperrzonen wurden errichtet, Zwangsaussiedlungen vorgenommen, es erfolgte die Aufteilung des Territoriums in Bezirke, die Erhöhung der Produktionsnorm in der Schwer- und Grundstoffindustrie, gleichzeitig wurde die Konsumgüterindustrie abgebaut.
Ein besonderer Einschnitt war die Enteignung der Privatunternehmen. Ausführlich wird das in dem Jahrbuchbeitrag am Beispiel des Betriebes Holzwarenfabrik und Sägewerk C. Schmalz beschrieben. Man erfährt erstmals ausführlich, wie die Enteignung des Unternehmens stattfand. Die Autoren analysieren anhand vieler Dokumente die wirtschaftliche und soziale Lage im damaligenKreis Nordhausen. Sie informieren über die Schaffung der innerdeutschen Grenze und des Sperrgebietes.
Nach dem Tode Stalins am 5. März 1953 spitzte sich die Krisensituation zu, die im Mai den Höhepunkt durch die Hochsetzung der Arbeitsnormen, z. B. im Baugewerbe und in der Industrie, erreichte. Bereits Ende Mai/Anfang Juni kam es im Abus Maschinenbau unter der Streikleitung von Otto Reckstatt zu kurzen Arbeitsniederlegungen. So ist Otto Reckstatt eine der Hauptpersonen des Artikels, dem nach der Wende durch die Benennung einer Brücke in Nordhausen Ehrung widerfuhr.
Im 2. Teil des Beitrages, im Jahrbuch 2000 veröffentlicht, werden die Ereignisse direkt am 17. Juni beschrieben. Es kommen mehrere Zeitzeugen zu Wort. Im Kreisarchiv Nordhausen fand sich ein Plakat mit dem Befehl: Ab 17. Juni 1953 befindet sich die Stadt und der Kreis Nordhausen im Ausnahmezustand. Jegliche Umzüge und Zusammenrottungen sind verboten. Bei Widerstand wird Waffengewalt angewandt werden. Der Inhalt besagt, wie gefährlich die Situation war, wie viel Angst die Staats- und Parteiführung vor dem Volk hatte. Bertolt Brecht hat in seinem Gedicht auf den 17. Juni drastisch-ironisch vermerkt: Am besten, die Regierung wählt sich ein eigenes Volk.
So ist es in unserer Region dank des Autorenduos möglich, am 50. Jahrestag des 17. Juni 1953 genau informiert zu sein, was damals hier passierte, wenn man die in den Jahrbüchern publizierte Folge liest.

