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Di, 06:29 Uhr
03.06.2003

Mit Wassermassen leben

Nordhausen (nnz). Die Unwetter der vergangenen Tage in verschiedenen Teilen Deutschlands haben erneut zu Überlegungen geführt, ob derartige Erscheinungen langsam zur Normalität werden. Wissenschaftler warnen und nnz gibt die Warnung weiter.


Was Ministerin Wieczorek-Zeul in der vergangenen Woche für die Dritte Welt forderte, nämlich das Menschenrecht auf sauberes Wasser, ist in unseren Breitengraden in Form von Regen teilweise in Überfluss vorhanden. Wegen des globalen Klimawandels drohen künftig nach Ansicht von Wissenschaftlern sogar in zunehmenden Maße extreme Witterungserscheinungen, die bis zu Flutkatastrophen wie diejenige im vergangenen Jahr führen können. Alfred Becker vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und Uwe Grünewald von der Technischen Universität Cottbus warnten soeben im Fachjournal „Science“ (Vol.300), dass die Erderwärmung zu einem intensiveren Wasserkreislauf führe, die Atmosphäre mehr Feuchtigkeit halten könne und damit ein höheres Energiepotenzial habe. Mit der Intensität des Regens nehme auch die Wahrscheinlichkeit von Hochwasser zu.

Für die bedrohten Regionen schlagen Becker und Grünewald eine Reihe von Schutzmaßnahmen vor: Reservoir-Systeme sollten bereits an den Oberläufen der Flüsse das Hochwasser auffangen und kontrollieren. Überflutungsgebiete in den Tälern und Niederungen müssten angelegt werden. Um das Hochwasser aufzunehmen, könnten auch Kanäle parallel zum Hauptstrom angelegt werden.

Die Wissenschaftler kritisieren, dass die Besiedlung in den Tälern und anderen bedrohten Regionen Deutschlands weitergehe. Derartige Entwicklungen, vor allem die Lagerung von Waren und gefährlichen Flüssigkeiten wie Öl oder verschmutztem Wasser, verstießen gegen bestehende Bestimmungen und sollten schon deshalb vermieden werden. Becker und Grünewald fordern auch die Verbesserung der Frühwarnsysteme, die in die Europäische Wasserrahmenrichtlinie eingebunden werden müssten.

Bei der Flutkatastrophe entstand in Deutschland im vergangenen Jahr ein Schaden von rund neun Milliarden Euro, 22 Menschen starben, rund 100 000 mussten ihre Häuser verlassen.
Autor: nnz

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