Do, 14:02 Uhr
01.02.2001
Fördermitgliedschaft bei "HBM" könnte teuer werden
Nordhausen (nnz). "Guten Tag, wir kommen vom Verein für behinderte Menschen und möchten Sie als Fördermitglied gewinnen." So hörten und hören es gegenwärtig viele Nordhäuser, wenn ein Mann oder eine Frau an ihrer Wohnungstür klingelt. Wer sich dann noch erweichen läßt, der ist plötzlich Fördermitglied des Vereins "Hilfe für behinderte Menschen" (HBM). Eine schöne Sache, doch diese Mitgliedschaft inklusive einer Förderurkunde müssen sich die spendablen Nordhäuser einiges kosten lassen. Die Urkunde entpuppt sich dann auch als eine Einzugsermächtigung. Den Betrag allerdings können die Spender selbst einsetzten. Das Geld wird spätestens nach drei Tagen vom Konto abgezogen, Jahr für Jahr.
Was wird aus dem Geld? In der HBM-Zentrale in Bochum schwingt man auf diese Frage sofort große Worte. Bundesweit aktiv sei der Verein seit über zehn Jahren. Unterstützt werden Vereine und Verbände in "ihrer Nähe", die sich der Arbeit mit behinderten Menschen verschrieben haben. Werden solche Vereine auch in und um Nordhausen unterstützt? "Selbstverständlich, nur momentan kann ich den entsprechenden Ordner nicht finden", so die Auskunft in Bochum. Unterstützt werde zum Beispiel in Gotha oder Schönebeck.
Selbst wenn das Geld wieder zurück nach Nordhausen kommen sollte, ein beachtlicher Teil ist weg. Die Mitarbeiter von HBM arbeiten nicht ehrenamtlich, sondern sind hauptamtlich unterwegs und müssen für ihren Job bezahlt werden. Vielleicht ähnlich der Bezahlung in einer Drückerkolonne oder einem Strukturvertrieb? Keine Antwort, es wurde aufgelegt! Vier Männer und eine Frau sind in Nordhausen unterwegs, mit Erlaubnis der zuständigen Stelle der Kreisverwaltung. Die kann nach rechtlichem Ermessen der Sammelwut der HBM-Leute keinen Einhalt gebieten. Es kommt also auf jeden Bürger selbst an, sich von der Seriosität der Organisation zu überzeugen. Zwar haben die Mitarbeiter im Landratsamt bekundet, daß sie sich nicht als Angestellte der Behörde vorstellen, aber in dieser Woche erhielt die Kreisverwaltung erneut Anrufe, die das Gegenteil belegen.
Vermutlich wechselt HBM jetzt das Terrain, als nächste Ziele wurden Niedersachswerfen und einige Südharzorte genannt. Vorsicht ist also angebracht. Wer wirklich behinderten Menschen helfen möchte, der sollte sich an Sammelaktionen von Wohlfahrtsverbänden in der Region beteiligen oder sich zum Beispiel in den Sozialämtern der Stadt- oder Kreisverwaltung in Nordhausen erkundigen. Da kann man dann sicher sein, daß die Spende ihren Zweck erfüllt, ohne das ein Bochumer Verein sich daran eine "dumm und dämlich" verdient.
Autor: nnzWas wird aus dem Geld? In der HBM-Zentrale in Bochum schwingt man auf diese Frage sofort große Worte. Bundesweit aktiv sei der Verein seit über zehn Jahren. Unterstützt werden Vereine und Verbände in "ihrer Nähe", die sich der Arbeit mit behinderten Menschen verschrieben haben. Werden solche Vereine auch in und um Nordhausen unterstützt? "Selbstverständlich, nur momentan kann ich den entsprechenden Ordner nicht finden", so die Auskunft in Bochum. Unterstützt werde zum Beispiel in Gotha oder Schönebeck.
Selbst wenn das Geld wieder zurück nach Nordhausen kommen sollte, ein beachtlicher Teil ist weg. Die Mitarbeiter von HBM arbeiten nicht ehrenamtlich, sondern sind hauptamtlich unterwegs und müssen für ihren Job bezahlt werden. Vielleicht ähnlich der Bezahlung in einer Drückerkolonne oder einem Strukturvertrieb? Keine Antwort, es wurde aufgelegt! Vier Männer und eine Frau sind in Nordhausen unterwegs, mit Erlaubnis der zuständigen Stelle der Kreisverwaltung. Die kann nach rechtlichem Ermessen der Sammelwut der HBM-Leute keinen Einhalt gebieten. Es kommt also auf jeden Bürger selbst an, sich von der Seriosität der Organisation zu überzeugen. Zwar haben die Mitarbeiter im Landratsamt bekundet, daß sie sich nicht als Angestellte der Behörde vorstellen, aber in dieser Woche erhielt die Kreisverwaltung erneut Anrufe, die das Gegenteil belegen.
Vermutlich wechselt HBM jetzt das Terrain, als nächste Ziele wurden Niedersachswerfen und einige Südharzorte genannt. Vorsicht ist also angebracht. Wer wirklich behinderten Menschen helfen möchte, der sollte sich an Sammelaktionen von Wohlfahrtsverbänden in der Region beteiligen oder sich zum Beispiel in den Sozialämtern der Stadt- oder Kreisverwaltung in Nordhausen erkundigen. Da kann man dann sicher sein, daß die Spende ihren Zweck erfüllt, ohne das ein Bochumer Verein sich daran eine "dumm und dämlich" verdient.


