Di, 10:54 Uhr
15.03.2011
Betrachtet: Verhärtete Fronten
Vorerst ist der Traum der der Nordhäuser Kreisverwaltung von einer Optionskommune geplatzt. Der Landkreis sei zwar geeignet, andere Landkreise aber geeigneter, hieß es in der Begründung der Landesregierung. Und so wird sich die Verwaltung wohl oder übel noch einige Jährchen mit einem ungeliebten Partner arrangieren müssen...
Die Chemie der beiden ARGE-Partner stimmte so richtig eigentlich nie. Dass es Anlaufschwierigkeiten gibt, das wussten sowohl das Landratsamt als auch die Agentur für Arbeit. Aus beiden Verwaltungen wurde eine Behörde zusammengezimmert, damals Ende 2004. Bei der Vertragsunterzeichnung zur Gründung der ARGE schüttelten sich der Landrat und die damalige Agentur-Chefin zwar noch ordentlich die Hände, das war es dann auch.
Wer hat die größten Einfluss auf die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft? Die Beantwortung dieser Frage artete zum Kampf zweier unterschiedlicher Systeme aus. Auf der einen Seite die kommunale Selbstverwaltung, auf der anderen ein System, das von Nürnberg aus zentralistisch geleitet wurde und wird und den Menschen vor Ort mit Dienstanweisungen, Handlungsrichtlinien und einem ausgefeilte Controling-System kaum die Luft zum Atmen, geschweige denn zum kreativen Arbeiten lässt.
Nach dem Weggang von Dr. Simone Simon zur Regionaldirektion Halle und der Etablierung von Dr. Klaus Stein im Jahr 2007 wurde das Verhältnis der beiden ARGE-Partner durchaus kollegialer. Stein selbst beendet sein Gastspiel an der Spitze der Nordhäuser Arbeitsagentur zwei Jahre später, auf ihn folgte Karsten Froböse. Wie man hört, verhärteten sich die Fronten zwischen den beiden Trägern der ARGE und dem Landkreis Nordhausen.
Vermutlich auch daraus resultierte der Drang von ARGE-Geschäftsleitung und Landkreis, diese Partnerschaft aufkündigen zu können und das Optionsmodell anzustreben. Dass dabei nicht immer taktisch klug vorgegangen wurde ist unbestritten. Ende August vergangenen Jahres zum Beispiel generierte die Anhörung im Kreistag zum Optionsmodell zur Vorführung der Leitungsspitze der hiesigen Arbeitsagentur. Das schmerzte an der Uferstraße derart, dass nun vermutlich alles dafür getan wurde, die Option nicht zu ermöglichen. Eine Verbündete hatte Karsten Froböse natürlich in seiner Vor-Vorgängerin Simon, die an den entscheidenden Hebeln in Halle saß.
Froböse musste kämpfen, denn letztlich stand - bei einer Optionsentscheidung für den Landkreis Nordhausen - die Zukunft der Hauptagentur in Nordhausen auf dem Spiel. Die hätte dann nur noch den Kyffhäuserkreis zu verwalten gehabt. Zu wenig Verwaltete für zu viele Verwalter. Doch dieser Kelch ist abgewendet worden, was insbesondere der Nordhäuser Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) für sehr gut befindet. Er möchte die sozialen Leistungen für bedürftige Menschen lieber in den Händen eines Jobcenterns, denn einer Kommune sehen. Im kommunalen Bereich seien die Betroffenen zu sehr den parteipolitischen Ränkespielchen des Kreistages ausgesetzt. Der würde dann in das Persönliche der Menschen politisch reinagieren.
Doch die Kreisverwaltung wird nicht aufgeben, obwohl im Kreisausschuss gestern beschworen wurde, doch künftig ein gutes Verhältnis zur Arbeitsagentur aufzubauen. Daraus schließen Beobachter, dass dieses Verhältnis eben bislang nicht gut war. Meist liegt das an beiden Seiten. Ob letztlich die Zusammenarbeit in der Form des Jobcenters gedeihlich sein wird, bleibt abzuwarten und zu hoffen - für die Betroffenen. Für die, die wirklich Hilfe benötigen. Der Autor dieser Zeilen indes glaubt daran nicht.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzDie Chemie der beiden ARGE-Partner stimmte so richtig eigentlich nie. Dass es Anlaufschwierigkeiten gibt, das wussten sowohl das Landratsamt als auch die Agentur für Arbeit. Aus beiden Verwaltungen wurde eine Behörde zusammengezimmert, damals Ende 2004. Bei der Vertragsunterzeichnung zur Gründung der ARGE schüttelten sich der Landrat und die damalige Agentur-Chefin zwar noch ordentlich die Hände, das war es dann auch.
Wer hat die größten Einfluss auf die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft? Die Beantwortung dieser Frage artete zum Kampf zweier unterschiedlicher Systeme aus. Auf der einen Seite die kommunale Selbstverwaltung, auf der anderen ein System, das von Nürnberg aus zentralistisch geleitet wurde und wird und den Menschen vor Ort mit Dienstanweisungen, Handlungsrichtlinien und einem ausgefeilte Controling-System kaum die Luft zum Atmen, geschweige denn zum kreativen Arbeiten lässt.
Nach dem Weggang von Dr. Simone Simon zur Regionaldirektion Halle und der Etablierung von Dr. Klaus Stein im Jahr 2007 wurde das Verhältnis der beiden ARGE-Partner durchaus kollegialer. Stein selbst beendet sein Gastspiel an der Spitze der Nordhäuser Arbeitsagentur zwei Jahre später, auf ihn folgte Karsten Froböse. Wie man hört, verhärteten sich die Fronten zwischen den beiden Trägern der ARGE und dem Landkreis Nordhausen.
Vermutlich auch daraus resultierte der Drang von ARGE-Geschäftsleitung und Landkreis, diese Partnerschaft aufkündigen zu können und das Optionsmodell anzustreben. Dass dabei nicht immer taktisch klug vorgegangen wurde ist unbestritten. Ende August vergangenen Jahres zum Beispiel generierte die Anhörung im Kreistag zum Optionsmodell zur Vorführung der Leitungsspitze der hiesigen Arbeitsagentur. Das schmerzte an der Uferstraße derart, dass nun vermutlich alles dafür getan wurde, die Option nicht zu ermöglichen. Eine Verbündete hatte Karsten Froböse natürlich in seiner Vor-Vorgängerin Simon, die an den entscheidenden Hebeln in Halle saß.
Froböse musste kämpfen, denn letztlich stand - bei einer Optionsentscheidung für den Landkreis Nordhausen - die Zukunft der Hauptagentur in Nordhausen auf dem Spiel. Die hätte dann nur noch den Kyffhäuserkreis zu verwalten gehabt. Zu wenig Verwaltete für zu viele Verwalter. Doch dieser Kelch ist abgewendet worden, was insbesondere der Nordhäuser Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) für sehr gut befindet. Er möchte die sozialen Leistungen für bedürftige Menschen lieber in den Händen eines Jobcenterns, denn einer Kommune sehen. Im kommunalen Bereich seien die Betroffenen zu sehr den parteipolitischen Ränkespielchen des Kreistages ausgesetzt. Der würde dann in das Persönliche der Menschen politisch reinagieren.
Doch die Kreisverwaltung wird nicht aufgeben, obwohl im Kreisausschuss gestern beschworen wurde, doch künftig ein gutes Verhältnis zur Arbeitsagentur aufzubauen. Daraus schließen Beobachter, dass dieses Verhältnis eben bislang nicht gut war. Meist liegt das an beiden Seiten. Ob letztlich die Zusammenarbeit in der Form des Jobcenters gedeihlich sein wird, bleibt abzuwarten und zu hoffen - für die Betroffenen. Für die, die wirklich Hilfe benötigen. Der Autor dieser Zeilen indes glaubt daran nicht.
Peter-Stefan Greiner

