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Mo, 18:45 Uhr
14.03.2011

Für alle Fälle

Mit einem ABC-Erkundungswagen als Bestandteil des Gefahrgutzugs des Landkreises Nordhausen verfügt die Nordhäuser Berufsfeuerwehr über die technischen Voraussetzungen, um auch radioaktive Strahlung zu messen. Wir haben uns das "Teil" mal genauer angesehen...

Im Messwagen (Foto: P. Grabe) Im Messwagen (Foto: P. Grabe)
Sandro Hertel zeigt die Messwerte im ABC-Erkundungswagen. Die werte schwanken je nach Standort

Stamdort des Fahrzeuges ist die Freiwillige Feuerwehr in Hesserode, die das Fahrzeuge im Einsatzfalle auch besetze. Zwar sei der Erkundungswagen in erster Linie für räumlich begrenzte Schadensfälle – wie zum Beispiel Verkehrsunfälle oder überschaubare Havarien - konzipiert und die Messung der dabei austretenden atomaren, biologischen und chemischen Schadstoffe; allerdings sei die Messtechnik so hoch entwickelt, dass auch normale Umgebungsstrahlung gemessen werden könne, berichtet der Chef der Nordhäuser Berufsfeuerwehr, Gerd Jung.

Sandro Hertel, Gruppenführer des Erkundungswagens bei der Nordhäuser Berufsfeuerwehr, hat heute aktuell mit dem Fahrzeug auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr einen Wert von 0,06 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Das entspreche der üblichen so genannten Ortsdosisleistung. Ab 25 Mikrosievert pro Stunde müsste beispielsweise bei einem Unfall ein Sicherheitsbereich entfaltet– und Zugangsverbot verhängt werden. Am japanischen Reaktor Fukushima habe man zeitweise um die 1000 Mikrosievert pro Stunde gemessen.

„Das Fahrzeug ist in der Lage, radioaktive Teilchen- und Wellenstrahlung zu messen im Spektrum der Alpha-, Beta und Gammastrahlung. Bei jeder Messung ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Ursprungs-Strahlenwerte insbesondere je nach Bodenbeschaffenheit in bestimmten Grenzen durchaus unterschiedlich sein können. Deshalb ist es wichtig, Messreihen immer in gleicher Umgebung vorzunehmen. Würde eine atomare Wolke über Nordhausen hinwegziehen, würden das die Messgeräte trotz variierender Ausgangswerte allerdings sehr deutlich anzeigen“, so Hertel.

Ob und wie gefährlich eine Strahlung für die Menschen sei, das würden allerdings im Havariefall – wie zum Beispiel einem verunglückten LKW mit gefährlicher Ladung - die Fachberater der Landesämter für Strahlenschutz entscheiden. Aufgabe der Feuerwehr sei es in solchen Fällen lediglich, die Werte festzustellen.

Für die Bevölkerungsinformation im Strahlungsfall betreibt das Bundesamt für Strahlenschutz ein Messnetz mit etwa 1.800 Messsonden – darunter auch in Nordhausen -, das in der Luft die Strahlungskonzentration misst, sowie eine internationale Messstation in Freiburg, die frühzeitig geringe Spuren an Radioaktivität in der Atmosphäre aufspüren kann.
Autor: nnz

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Kommentare
Wolfi65
15.03.2011, 01:59 Uhr
Gerüstet
Gut gerüstet scheint man ja für den Fall der Fälle zu sein, aber wie will man die Menschen in Deutschland schützen, wenn Äcker und Städte mal wieder verstrahlt wurden?

Klar ist auch, daß sich
irgendwann die Radioaktivität auf dem Weg zu uns in der Athmosphäre so weit verdünnt hat, daß keine direkte Gefahr mehr besteht. Aber wie lange kann man sich noch auf diesen Effekt verlassen und
wieviel Atom-Unfälle verträgt die Natur noch?

Atomkraftwerke in Erdbebengebiete zu bauen, kann auf Dauer keine Lösung sein. Die Japaner werden in den nächsten Monaten und Jahren einen hohen Preis für "billigen" Atomstrom bezahlen.
TeeEff
15.03.2011, 13:24 Uhr
Die Energiefrage...
das eigentliche Problem unserer modernen Gesellschaft wirft sich hier auf!
Gerade Japan hatte fast keine Wahl, außer der Kernspaltung, um den riesigen Bedarf, dieser rohstoffarmen, aber wirtschaftliche seit langem stark gewachsenen Inselgruppe, zu decken.

Der letzte Versuch sich die nötigen Rohstoffe und Freiheit von Abhängigkeit darin zu verschaffen war, für die die sich erinnern oder in Geschichte aufgepasst haben ist das bekannt, der Auftakt zum asiatischen Teil des 2. Weltkrieges. Der nach über 12 Mio verursachten Toten im Pazifik, ironischerweise mit 2 Atombomben auf Japan endete.
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