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Sa, 09:30 Uhr
17.05.2003

nnz-Bücherkiste: Es war einmal...

Nordhausen (nnz). "es war einmal ein Land. Es hieß Bärenburg, und es war geteilt, mitten hindurch - wie ein bunt bedrucktes Tischtuch, das jemand in einem Wutanfall zerschnitten hatte. Die Absurdität der deutschen Teilung - erzählt als Märchen und hinreißende Liebesgeschichte...


So beginnt Torsten Harmsens Die Königskinder von Bärenburg, ein Märchen über die Geschichte der deutschen Teilung - und über die Liebe der beiden Königskinder Daniel und Beatrice über die trennende Grenze hinweg. Erstmals hat hier ein Autor eine Form gefunden, um den Nachgeborenen zu erklären, was der Mauerbau bedeutete, was es mit der Stasi auf sich hatte, worin sich die beiden deutschen Staaten unterschieden und was man sich unter dem Kalten Krieg vorstellen muss. Torsten Harmsens deutsch-deutsches Märchen ist eine Liebesgeschichte voll zauberhafter Phantasie und poetischer Kraft, originell, einfallsreich und von der ersten bis zur letzten Seite spannend.

Immerhin stellt sich jedem jungen Leser die Frage, ob die beiden Königskinder am Ende auch zusammen kommen. Ältere Leser werden sich fragen, wie Harmsen die märchenhafte Umsetzung einer alles andere als märchenhaften Geschichte gelingt. So viel sei hier verraten: Natürlich kommen Daniel und Beatrice nach vielen Irrungen und Wirrungen zusammen. Und Harmsen erzählt von dem Tischlerkönig Dederow und seinem Berater Stasislaus, vom reichen Butterfabrikaten Bundislaus und seinem Freund General Genny, vom Leben in den beiden Staaten und vom gescheiterten Traum einer besseren Welt, ohne den tragischen Seiten der Teilung ihre Ernsthaftigkeit zu nehmen, ohne jedwede Verklärung oder politische Verrenkung. Vielmehr wahrt Harmsen einen kritischen Blick auf beide deutschen Staaten. Und vermittelt gerade durch die von ihm gewählte Form des Märchens nicht nur einen plastischen Einblick in das eigentlich Unerklärliche der deutschen Teilung, sondern auch in das Leben, wie es den Menschen in Ost und West möglich (oder auch unmöglich) war.

Torsten Harmsen, Jahrgang 1961, lebt als Journalist in Berlin. Seine Tochter ist am 9. November 1989 geboren und wird daher - wie alle Berliner Kinder, die am Tag des Mauerfalls zur Welt gekommen sind - jährlich am 9. November ins Rathaus eingeladen. Seit einigen Jahren beginnt sie zu fragen, warum eigentlich. So kam Torsten Harmsen schließlich auf die Idee, die Geschichte der deutschen Teilung als Märchen zu erzählen. Im Internet gibt viel mehr Informationen.
Autor: nnz

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