Di, 15:31 Uhr
01.03.2011
DGB: einfach fair bezahlen
Angesichts des drohenden Fachkräftemangels im Handwerk hat der DGB Thüringen die Arbeitgeber der Branche aufgefordert, für bessere Arbeitsbedingungen sowie faire Löhne und Ausbildungsvergütungen zu sorgen. Hier die Einzelheiten...
Wer im Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte und engagierten Nachwuchs nicht den Kürzeren ziehen will, darf beim Thema faire Bezahlung nicht so weit hinter andere Branchen zurückfallen, wie es viele Arbeitgeber im Handwerk auch in unserer Region tun, erklärt der DGB Kreisvorsitzende Andreas Wieninger.
Im Vergleich mit der Industrie, dem Handel, dem Öffentlichem Dienst und anderen Branchen belegt das Handwerk bei den tariflichen Ausbildungsvergütungen mit Abstand den letzten Platz. Positiver Ausreißer im Spitzenbereich sind lediglich die umlagefinanzierten Ausbildungsberufe der Bauwirtschaft. In Thüringen bekommt ein Auszubildender im Handwerk pro Monat durchschnittlich 231 Euro weniger, als ein Auszubildender in der Industrie oder im Handel. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Auch die Übernahme ist für die Azubis im Handwerk keineswegs sicher. Rund 40 Prozent der männlichen und sogar rund 50 der weiblichen Auszubildenden werden laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nicht übernommen.
Die Übernahmechancen im Handwerk sind mehr als ungewiss , kritisiert Wieninger. Und selbst nach einer Übernahme haben Arbeitnehmer im Handwerk gegenüber anderen Ausbildungsberufen beim Lohn oft das Nachsehen. Die handwerklichen Berufe liegen bei der Bezahlung eher unter dem deutschen Durchschnitt, die klassischen industriellen Fachkräfteberufe darüber. Das hat der aktuelle Nationale Bildungsbericht festgestellt. So gewinnt man nicht die besten Nachwuchskräfte, erklärt Wieninger.
Erst kürzlich hatte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bei einer Bundestagsanhörung erklärt, im Handwerk sei das Thema Fachkräftemangel aktuell und gut qualifizierte Schulabgänger hätten immer weniger Interesse an einer Tätigkeit im Handwerk.
Wenn der ZDH dieses Interesse bei jungen Menschen wieder wecken will, sollte er sich gemeinsam mit den Handwerkskammern vor Ort dafür einsetzen, dass möglichst alle Innungen und Handwerksverbände wieder Tarifverträge mit den DGB Gewerkschaften abschließen, die faire Löhne und Ausbildungsvergütungen garantieren, fordert der DGB Kreisvorsitzende. Denn heute würden sich viele Innungen dieser Verpflichtung entziehen und Handwerksbetrieben sogar Mitgliedschaften ohne Tarifbindung anbieten.
Der DGB Thüringen setzt sich mit der Initiative Handwerk: gute Arbeit, fairer Lohn für bessere Arbeitsbedingungen und faire Einkommen im Handwerk ein. Handwerkerinnen und Handwerker können auf der Website - www.gute-arbeit-fairer-lohn.de - in einem kurzen Fragebogen ihren Arbeitsplatz bewerten und so prüfen, wie es um die Arbeitsbedingungen im eigenen Betrieb bestellt ist.
Autor: nnzWer im Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte und engagierten Nachwuchs nicht den Kürzeren ziehen will, darf beim Thema faire Bezahlung nicht so weit hinter andere Branchen zurückfallen, wie es viele Arbeitgeber im Handwerk auch in unserer Region tun, erklärt der DGB Kreisvorsitzende Andreas Wieninger.
Im Vergleich mit der Industrie, dem Handel, dem Öffentlichem Dienst und anderen Branchen belegt das Handwerk bei den tariflichen Ausbildungsvergütungen mit Abstand den letzten Platz. Positiver Ausreißer im Spitzenbereich sind lediglich die umlagefinanzierten Ausbildungsberufe der Bauwirtschaft. In Thüringen bekommt ein Auszubildender im Handwerk pro Monat durchschnittlich 231 Euro weniger, als ein Auszubildender in der Industrie oder im Handel. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Auch die Übernahme ist für die Azubis im Handwerk keineswegs sicher. Rund 40 Prozent der männlichen und sogar rund 50 der weiblichen Auszubildenden werden laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nicht übernommen.
Die Übernahmechancen im Handwerk sind mehr als ungewiss , kritisiert Wieninger. Und selbst nach einer Übernahme haben Arbeitnehmer im Handwerk gegenüber anderen Ausbildungsberufen beim Lohn oft das Nachsehen. Die handwerklichen Berufe liegen bei der Bezahlung eher unter dem deutschen Durchschnitt, die klassischen industriellen Fachkräfteberufe darüber. Das hat der aktuelle Nationale Bildungsbericht festgestellt. So gewinnt man nicht die besten Nachwuchskräfte, erklärt Wieninger.
Erst kürzlich hatte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bei einer Bundestagsanhörung erklärt, im Handwerk sei das Thema Fachkräftemangel aktuell und gut qualifizierte Schulabgänger hätten immer weniger Interesse an einer Tätigkeit im Handwerk.
Wenn der ZDH dieses Interesse bei jungen Menschen wieder wecken will, sollte er sich gemeinsam mit den Handwerkskammern vor Ort dafür einsetzen, dass möglichst alle Innungen und Handwerksverbände wieder Tarifverträge mit den DGB Gewerkschaften abschließen, die faire Löhne und Ausbildungsvergütungen garantieren, fordert der DGB Kreisvorsitzende. Denn heute würden sich viele Innungen dieser Verpflichtung entziehen und Handwerksbetrieben sogar Mitgliedschaften ohne Tarifbindung anbieten.
Der DGB Thüringen setzt sich mit der Initiative Handwerk: gute Arbeit, fairer Lohn für bessere Arbeitsbedingungen und faire Einkommen im Handwerk ein. Handwerkerinnen und Handwerker können auf der Website - www.gute-arbeit-fairer-lohn.de - in einem kurzen Fragebogen ihren Arbeitsplatz bewerten und so prüfen, wie es um die Arbeitsbedingungen im eigenen Betrieb bestellt ist.

