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Do, 12:18 Uhr
15.05.2003

Leuchtturm als Mittelzentrum?

Nordhausen (nnz). Die Thüringer Landesregierung hat gestern den Entwurf für den Landesentwicklungsplan „freigegeben“. Das Papier, das die nnz gestern veröffentlichte, enthält einigen „Sprengstoff“. So ist zum Beispiel Nordhausen als Mittelzentrum eingestuft worden. Reaktionen gab es dazu bereits aus dem Rathaus der Rolandstadt.


Noch mal zur Erinnerung: Die Stadtverwaltung Nordhausen und der Stadtrat hatten sich in den zurückliegenden Monaten vehement für einen Status ausgesprochen, der über dem jetzigen (Mittelzentrum mit Teilfunktion Oberzentrum) angesiedelt sein soll. Da bleibt also nur noch ein „astreines“ Oberzentrum, Zwischenstufen lässt die Landesregierung nicht mehr zu. Doch das, was gestern zu lesen war, das ist Ernüchterung. Oberzentren sollen künftig nur noch Erfurt, Gera und Jena sein. Mittelzentren gibt es mehr, so zum Beispiel Altenburg, Mühlhausen und Nordhausen.

Das alles wäre nicht sonderlich schlimm, wenn damit nicht Kriterien der Förderung verbunden wären. Wer höher angesiedelt ist, der wird höher gefördert, so die einfache Rechnung. Für Nordhausen wäre das ein „planerischer Schlag ins Gesicht“, denn letztlich macht das Thüringer Kabinett in seinem Entwurf keinen Unterschied zwischen Nordhausen und Mühlhausen. Gibt es da einen? Sicherlich! Größe, Infrastruktur, Kulturlandschaft, Fachhochschule, Industriegebiet...

Doch es gibt auch einen Funken Hoffnung: Im Landesentwicklungsplan steht geschrieben: Die Raumstruktur des Landes wird zukünftig nicht nur am System der Zentralen Orte und deren Verbindungen ausgerichtet, sondern außerdem an „Stadt- und Umlandräumen“, in denen ein verstärkter Ordnungs-, Entwicklungs- und Kooperationsbedarf gesehen wird. Solche Stadt- und Umlandräume werden für die „besonders leistungsfähigen Mittelzentren“ Altenburg, Eisenach, Gotha, Mühlhausen, Nordhausen, Weimar, Saalfeld/Rudolstadt/Bad Blankenburg und Suhl/Zella-Mehlis ausgewiesen. Dadurch werden diese Mittelzentren, was Entwicklungschancen sowie Ordnungs- und Kooperationsbedarf angeht, den Oberzentren gleichgestellt.

Klingt ja nicht schlecht, denn „es bleibt nach wie vor unser Ziel, Leuchtturm für Nordthüringen zu sein, was bedeutet, Oberzentrum zu werden“, sagte Nordhausens Wirtschafts-Dezernent Dietrich Beyse zum LEP-Entwurf. Hinsichtlich der oben erwähnten und zitierten Passage aus dem Planentwurf meint Beyse weiter: „Hier muss natürlich über entsprechende Verkehrsverbindungen zur Landeshauptstadt und über geeignete Verflechtungsformen mit dem Umland diskutiert werden“. Beyse begrüßte zugleich die vom Minister und Staatskanzlei-Chef Jürgen Gnauck ausdrücklich gewünschte Diskussion des LEP-Entwurfes. „Sämtliche Möglichkeiten dazu werden wir natürlich wahrnehmen“, sagte Beyse.

Die Nordhäuser werden sich dabei noch stärker als bisher die Sondershäuser an die LEP-Front holen müssen. Inwieweit in der Musikstadt die Akzeptanz hinsichtlich des Nordhäuser Leuchtturms sein könnte, ist jetzt noch nicht zu sagen. Fest steht aber auch, ohne Nordhausen wird die Nachbarkreisstadt in der planerischen Bedeutungslosigkeit versinken. Der Landensentwicklungsplan soll bis zur Landtagswahl nicht mehr beschlossen werden, Ärger will sich die Regierung nicht mehr als notwendig ins Haus holen. Also setzt man nach außen auf Diskussionen und Konferenzen. Doch ob der angestrebte Leuchtturmeffekt auch in Erfurt registriert wird, bleibt fraglich. Letztlich müsste man Nordhausen auf eine Stufe mit Erfurt, Gera oder Jena heben.
Autor: nnz

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