Mi, 08:38 Uhr
31.01.2001
Statt Empfang gab es beim DGB ein Meeting
Nordhausen (nnz). "Wir laden nicht zu einem Empfang ein, wir wollen uns treffen, um Erfahrungen auszutauschen", begrüßte gestern Abend der Nordthüringer DGB-Chef Ulrich Hannemann die Gäste des Neujahrsmeetings im Rosengarten. Der fremdsprachliche Begriff für "Treffen" ist wohl auch beim DGB dem Trend der Zeit geschuldet.
Als Gäste konnten unter anderem Vertreter von Parteien, des Arbeitsamtes und des Arbeitsgerichts begrüßt werden. Neben Gesprächen stand vor allem ein Referat von Ingrid Sehrbrock im Mittelpunkt des Abends. Das Mitglied des DGB-Bundesvorstandes widmete sich dem Thema "Mehr Demokratie im Betrieb". Dessen aktueller Hintergrund ist die gegenwärtigen Diskussion über die Novelle des Betriebsverfassungsgesetzes. Vor allem Arbeitgeberverbände würden dagegen Sturm laufen und ein Untergangsszenario für die deutsche Wirtschaft aufzeichnen. "Vollkommen unverständlich", so Sehrbrock. Bislang habe sich das Gesetz in seiner fast 30 Jahre alten Fassung bewährt und habe letztlich auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland das Ansehen verliehen, das er heute in der Welt genieße. Ingrid Sehrbrock wies darauf hin, daß sich Deutschland zum Beipsiel mit Streiktagen - statistisch gesehen - am unteren Ende der europäischen Skala bewege.
Eine Neufassung des Gesetzes sei vor allem notwendig, um auf Veränderungen innerhalb der wirtschaftlichen Entwicklung zu reagieren. "New Economy" sei vom einstigen Schlagwort fast zum Reiz- oder Unwort verkommen. Die jüngste Entwicklung an den Aktienmärkten haben der multimedialen Wirtschaft einen herben Dämpfer versetzt und auf den realen Boden zurückgebracht. Gerade aus diesem Grund sei es notwendig, als Gewerkschaft und als Gesetzgeber auf diese Veränderungen zu reagieren. Da sollen die Betriebsräte unkomplizierter gewählt werden, noch immer gebe es viele kleine und mittlere Unternehmen ohne Betriebsräte. Nur 35 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer seien in Unternehmen mit einem Betriebsrat beschäftigt.
Schon aus diesen Gründen müsse das jetzige Gesetz eine Veränderung erfahren, argumentierte Sehrbrock. Gleichzeitig machte das DGB-Bundesvorstandsmitglied deutlich, daß der jetzt vorliegende Referentenentwurf noch einige Lücken aufweise, die nur durch nachhaltige Forderungen der Gewerkschaften geschlossen werden könnten. Ingrid Sehrbrock besuchte am gestrigen Tag das Unternehmen HBN-NOBAS Baumaschinen GmbH und die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.
Autor: nnzAls Gäste konnten unter anderem Vertreter von Parteien, des Arbeitsamtes und des Arbeitsgerichts begrüßt werden. Neben Gesprächen stand vor allem ein Referat von Ingrid Sehrbrock im Mittelpunkt des Abends. Das Mitglied des DGB-Bundesvorstandes widmete sich dem Thema "Mehr Demokratie im Betrieb". Dessen aktueller Hintergrund ist die gegenwärtigen Diskussion über die Novelle des Betriebsverfassungsgesetzes. Vor allem Arbeitgeberverbände würden dagegen Sturm laufen und ein Untergangsszenario für die deutsche Wirtschaft aufzeichnen. "Vollkommen unverständlich", so Sehrbrock. Bislang habe sich das Gesetz in seiner fast 30 Jahre alten Fassung bewährt und habe letztlich auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland das Ansehen verliehen, das er heute in der Welt genieße. Ingrid Sehrbrock wies darauf hin, daß sich Deutschland zum Beipsiel mit Streiktagen - statistisch gesehen - am unteren Ende der europäischen Skala bewege.
Eine Neufassung des Gesetzes sei vor allem notwendig, um auf Veränderungen innerhalb der wirtschaftlichen Entwicklung zu reagieren. "New Economy" sei vom einstigen Schlagwort fast zum Reiz- oder Unwort verkommen. Die jüngste Entwicklung an den Aktienmärkten haben der multimedialen Wirtschaft einen herben Dämpfer versetzt und auf den realen Boden zurückgebracht. Gerade aus diesem Grund sei es notwendig, als Gewerkschaft und als Gesetzgeber auf diese Veränderungen zu reagieren. Da sollen die Betriebsräte unkomplizierter gewählt werden, noch immer gebe es viele kleine und mittlere Unternehmen ohne Betriebsräte. Nur 35 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer seien in Unternehmen mit einem Betriebsrat beschäftigt.
Schon aus diesen Gründen müsse das jetzige Gesetz eine Veränderung erfahren, argumentierte Sehrbrock. Gleichzeitig machte das DGB-Bundesvorstandsmitglied deutlich, daß der jetzt vorliegende Referentenentwurf noch einige Lücken aufweise, die nur durch nachhaltige Forderungen der Gewerkschaften geschlossen werden könnten. Ingrid Sehrbrock besuchte am gestrigen Tag das Unternehmen HBN-NOBAS Baumaschinen GmbH und die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.


