Fr, 08:02 Uhr
02.05.2003
Was ist "gesamtgesellschaftlich"?
Nordhausen (nnz). Der zumindest in einigen Stadtteilen Berlins gefürchtete 1. Mai ist vorüber und er brachte genau dort wieder die gefürchteten Krawalle durch meist jugendliche Chaoten. Ob derartige Erscheinungen wirklich schon fester Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens sind, fragt nnz.
Es ist erst einige Tage her, dass sich junge Leute mit verbreiteter Unterstützung der Medien darüber Gedanken machten, ob denn im Zusammenhang mit dem schrecklichen Ereignis am Erfurter Gutenberg-Gymnasium genügend geschehen ist, um der jungen Generation in ihren Ansprüchen und Erwartungen gegenüber der Regierung als Gesetzgeber oder auch der Gesellschaft als Wegbereiter in ihr weiteres Leben gerecht zu werden. Und die Antwort lautete: Nicht genügend. Man war sogar in der Lage aufzuzählen, was alles sich noch ändern oder verbessern müsse, damit es ihr noch weiter erleichtert würde, diesen Weg ins Leben zu finden. Und sie fanden dabei nicht selten Unterstützung durch die eigenen Eltern.
Nun haben Vorgänge wie in Berlin oder ganz allgemein feststellbare Auswüchse im Verhalten vieler junger Menschen gegenüber öffentlicher Einrichtungen, persönlichen Eigentums oder auch gegenüber anderen Menschen ganz sicher nichts mit mangelndem Verständnis des Staates oder der Gesellschaft zu tun. Zumindest sind sie damit nicht zu rechtfertigen. Und so mag die Frage erlaubt sein, was denn eigentlich von Seiten jener Rücksicht und gebührende Beachtung fordernder junger Menschen seit jenem Vorgang in Erfurt selbst getan wurde, um erkennen zu lassen, wo sie ihre eigenen Pflichten und Aufgaben gegenüber dieser Gesellschaft sehen ?
Gerade im Zusammenhang mit dem Gedenken an die Opfer am Gutenberg-Gymnasium verlautete, dass die Gewalt an Schulen weiter zugenommen habe. Und nicht nur dort Gewalt, Rücksichtslosigkeit und Missachtung von Eigentum durch junge Leute Formen angenommen hat, die nun wirklich nichts mehr mit tolerierbarer Persönlichkeitsentfaltung zu tun haben. Und in der Einsicht dessen heißt es nun, die Eindämmung dieser Auswüchse sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wer aber ist damit wirklich gemeint und wer fühlt sich angesprochen?
Richtig ist doch wohl, dass junge Leute von Ratschlägen älterer Menschen nicht viel halten und Hinweise auf deren eigene Jugendzeit leichthin mit dem Bemerken abtun, die Zeiten hätten sich geändert und man sei rückständig mit seinen Ansichten. Falls sie sich überhaupt auf eine vernünftige Entgegnung einlassen. Wenn dem aber so ist und sich diese jungen Menschen gleichzeitig für einsichtig und befähigt halten, Forderungen und Erwartungen an Staat und Gesellschaft zu stellen, dann sollten sie auch der Einsicht fähig sein, dass es dann zu ihren elementarsten Vorleistungen gehört, innerhalb ihrer Generation, ihrer Gemeinschaften oder Cliquen zu einem Verhalten zu finden, das durch Achtung und Respekt gegenüber diesem Staat und der Gesellschaft bis hinunter zu dem einzelnen Mitmenschen gekennzeichnet ist, von dem sie Beachtung erwarten.
Es wird hier bewusst vermieden, mit Begriffen wie Ethik, Moral oder Wertevorstellungen zu argumentieren, weil das schon zu anspruchsvoll sein könnte. Respekt und Achtung aber sollte noch jeder junge Mensch verstehen. Und fähig sein, sich darauf zu besinnen. Das beginnt bei Schmierereien an Hauswänden oder Brunneneinfassungen, führt über Vandalismus bis zu den jüngsten Ereignissen in Berlin und zeigt sehr aktuell, dass man derzeit davon meilenweit entfernt ist.
Autor: nnzEs ist erst einige Tage her, dass sich junge Leute mit verbreiteter Unterstützung der Medien darüber Gedanken machten, ob denn im Zusammenhang mit dem schrecklichen Ereignis am Erfurter Gutenberg-Gymnasium genügend geschehen ist, um der jungen Generation in ihren Ansprüchen und Erwartungen gegenüber der Regierung als Gesetzgeber oder auch der Gesellschaft als Wegbereiter in ihr weiteres Leben gerecht zu werden. Und die Antwort lautete: Nicht genügend. Man war sogar in der Lage aufzuzählen, was alles sich noch ändern oder verbessern müsse, damit es ihr noch weiter erleichtert würde, diesen Weg ins Leben zu finden. Und sie fanden dabei nicht selten Unterstützung durch die eigenen Eltern.
Nun haben Vorgänge wie in Berlin oder ganz allgemein feststellbare Auswüchse im Verhalten vieler junger Menschen gegenüber öffentlicher Einrichtungen, persönlichen Eigentums oder auch gegenüber anderen Menschen ganz sicher nichts mit mangelndem Verständnis des Staates oder der Gesellschaft zu tun. Zumindest sind sie damit nicht zu rechtfertigen. Und so mag die Frage erlaubt sein, was denn eigentlich von Seiten jener Rücksicht und gebührende Beachtung fordernder junger Menschen seit jenem Vorgang in Erfurt selbst getan wurde, um erkennen zu lassen, wo sie ihre eigenen Pflichten und Aufgaben gegenüber dieser Gesellschaft sehen ?
Gerade im Zusammenhang mit dem Gedenken an die Opfer am Gutenberg-Gymnasium verlautete, dass die Gewalt an Schulen weiter zugenommen habe. Und nicht nur dort Gewalt, Rücksichtslosigkeit und Missachtung von Eigentum durch junge Leute Formen angenommen hat, die nun wirklich nichts mehr mit tolerierbarer Persönlichkeitsentfaltung zu tun haben. Und in der Einsicht dessen heißt es nun, die Eindämmung dieser Auswüchse sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wer aber ist damit wirklich gemeint und wer fühlt sich angesprochen?
Richtig ist doch wohl, dass junge Leute von Ratschlägen älterer Menschen nicht viel halten und Hinweise auf deren eigene Jugendzeit leichthin mit dem Bemerken abtun, die Zeiten hätten sich geändert und man sei rückständig mit seinen Ansichten. Falls sie sich überhaupt auf eine vernünftige Entgegnung einlassen. Wenn dem aber so ist und sich diese jungen Menschen gleichzeitig für einsichtig und befähigt halten, Forderungen und Erwartungen an Staat und Gesellschaft zu stellen, dann sollten sie auch der Einsicht fähig sein, dass es dann zu ihren elementarsten Vorleistungen gehört, innerhalb ihrer Generation, ihrer Gemeinschaften oder Cliquen zu einem Verhalten zu finden, das durch Achtung und Respekt gegenüber diesem Staat und der Gesellschaft bis hinunter zu dem einzelnen Mitmenschen gekennzeichnet ist, von dem sie Beachtung erwarten.
Es wird hier bewusst vermieden, mit Begriffen wie Ethik, Moral oder Wertevorstellungen zu argumentieren, weil das schon zu anspruchsvoll sein könnte. Respekt und Achtung aber sollte noch jeder junge Mensch verstehen. Und fähig sein, sich darauf zu besinnen. Das beginnt bei Schmierereien an Hauswänden oder Brunneneinfassungen, führt über Vandalismus bis zu den jüngsten Ereignissen in Berlin und zeigt sehr aktuell, dass man derzeit davon meilenweit entfernt ist.

