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Fr, 13:10 Uhr
11.04.2003

Nicht erlauben zu vergessen

Nordhausen (nnz). Vor 58 Jahren war das KZ Mittelbau-Dora von Einheiten der US-Armee befreit worden. 20.000 Menschen überlebten die „Hölle Dora“ nicht. Heute kamen ehemalige Häftlinge an den Ort des Grauens zurück. Und sie legten einen Grundstein – für die Zukunft.


In zwei Jahren soll sich auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers ein moderner Bau erheben und eingeweiht werden: Das neue Lern- und Dokumentationszentrum. Es soll sich eingliedern in die Neuausrichtung der Gedenkstätte, die künftig der Erinnerungsort von nationaler Bedeutung für die Zwangarbeit in den Konzentrationslagern der Nazizeit sein soll. Albert van Hoey, ein Überlebender der „Hölle Dora“, brachte zum Ausdruck, dass dieses Zentrum so wichtig für die ehemaligen Häftlinge, weil es nicht nur dokumentiert, sondern weil es der Lehre und der Forschung dienen werde. „Das, was wir erlebt haben, das darf sich nicht wiederholen, deshalb muß von dem Schrecken berichtet werden. Vor allem der Jugend, damit sie für alle Zeit die richtigen Lehren ziehen kann“, so der stellvertretende Vorsitzende des Häftlingsbeirates.

Van Hoey zeichnete in bewegenden Worten nicht die Zeit in Dora, sondern die Jahre danach. Es waren Worte der Mahnung, aber auch der Dankbarkeit an all jene, die es in den zurückliegenden 58 Jahren möglich machten, dass auf diesem Fleck Erde erinnert wird. In seinen Dank bezog von Hoey auch die Zeit der DDR ein, brachte aber zum Ausdruck, dass sich die Möglichkeiten des Gedenkens nach der Wende für alle Seiten wesentlich verbessert hatten.

Wenn er und die anderen ehemaligen Häftlinge zurückkehren nach Dora, dann schmilzt der Abstand der 58 Jahre zusammen. Erinnerungen kommen hoch, Tränen der Trauer werden vergossen. Auch heute. Diese Tränen waren das Bewegendste was Geschichte ausmacht. Diese Tränen waren Tränen der Trauer, sie rinnen aus unendlich großen Schmerzen, die aus den Herzen dieser Menschen nicht verbannt werden können. Vielleicht aber waren heute, an diesem 11. April des Jahres 2003, auch Tränen der Freude mit dabei.

Die ehemaligen Häftlinge hoffen, dass sie auch in drei Jahren noch einmal nach Nordhausen zurückkehren dürfen. Dann soll die neue Ausstellung in dem neuen Lern- und Dokumentationszentrum feierlich eröffnet werden.
Autor: nnz

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