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Mi, 12:38 Uhr
09.04.2003

Streichliste

Nordhausen (nnz). Im Nordhäuser Kreistag kursiert derzeit ein Liste, auf der viele Zahlen notiert sind. Und immer wieder findet man vor den Beträgen ein Minuszeichen. Für die einen eine Steich- oder Horror-Liste, für die anderen eine Notwendigkeit...


Es geht um den Haushalt der Kreisverwaltung für dieses Jahr. Der ist noch immer unausgeglichen in seinem Entwurf. Die Liste allerdings soll dem Zahlenwerk zur Ausgeglichenheit verhelfen. Und da muß gestrichen werden. Unter anderem seien das Zuweisungen für die Hortbetreuung. Den dicksten und politisch am brisantesten Brocken, der ist für die beiden Schullandheime vorgesehen. Hier soll massiv gekürzt werden, was bestehende Verträge hergeben. Wenn die Rechnung der Kämmerei der Kreisverwaltung aufgehen soll, dann müsste vielleicht sogar ein Heim aufgegeben werden. Möglich wäre aber auch eine Privatisierung, war heute aus dem Finanzausschuß zu hören.

Und dann gibt es da noch ein Problemchen: Das Nordhäuser Theater. Zwar hat sich der Kreistag per Beschluß für den notwendigen Zuschuß der nächsten fünf Jahre positioniert, doch das alles nur unter Finanzvorbehalt. Schon werden Stimmen laut, die daran Kritik üben. Warum beschließen wir erst feste Zuschüsse, um dann über Kürzungen in anderen „freiwilligen Bereichen“ zu diskutieren. Es stehe alles auf dem Prüfstand, so die ausgegebene Devise.

Doch es wäre eigentlich ganz einfach, wenn nicht die Politik und die Politiker mit im Spiel wären. So soll Landrat Joachim Claus (CDU) auf der Ehrung der besten Sportler des Landkreises gesagt haben, dass es in diesem Bereich keine Kürzungen geben werde. Und im Hinblick auf die Kommunalwahlen im nächsten Jahr werden wir in dieser Richtung noch viele flotte Sprüche von Vertretern aller Parteien und viele Versprechungen hören. Oder es gibt eine kommunale Größe, die endlich Klartext redet, die sagt, was und warum gestrichen werden muß? Sicher: Streichen von freiwilligen Aufgaben ist nicht unbedingt das Top-Thema für die Öffentlichkeit. Aber vielleicht sollte man es doch mal mit Offenheit und Ehrlichkeit versuchen? Wenn es von der großen Politik nicht erwartet werden kann, dann aber vielleicht im Kleinen?
Autor: nnz

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