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Di, 09:24 Uhr
23.11.2010

Furchtbar gequält

Die Mühlhäuser Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen vier Männer aus Nordthüringen. Das Quartett soll einen Geisel genommen haben. Hier die jetzt erst bekannt gewordenen Einzelheiten...


Die Tat hat sich bereits am 2. August dieses Jahres abgespielt. Sie wurde jedoch erst Anfang November 2010 bekannt und konnte in den vergangenen Tagen aufgeklärt werden. 

Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen und die Kriminalpolizeiinspektion Nordhausen ermitteln gegen vier Männer im Alter von 18 bis 22 Jahren aus dem Eichsfeld wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen Geiselnahme und gefährlichen Körperverletzung. Sämtliche Beschuldigte wurden in der vergangenen Woche im Rahmen von Durchsuchungsmaßnahmen vorläufig festgenommen und befinden sich seitdem aufgrund von Haftbefehlen des Amtsgerichts Mühlhausen in Untersuchungshaft. 

Den Männern wird vorgeworfen, Anfangn einen damals 22 Jahre alten Mann in dessen Wohnung in Heiligenstadt aufgesucht und mit Stock- und Faustschlägen gezwungen zu haben, in den Kofferraum eines bereit stehenden Autos einzusteigen. Anschließend sollen die Beschuldigten sich mit Schaufel und Spaten ausgerüstet haben und mit dem PKW zu einem abgelegenen Waldstück in der Gemarkung Thalwenden gefahren sein.

Dort sollen sie den bereits völlig verängstigten jungen Mann aus dem Kofferraum herausgeholt und ihn mit Tritten, Hieben und Schlägen durch den Wald getrieben haben. Der 22-Jährige erlitt durch die Schläge Hämatome und Schwellungen am ganzen Körper. Schließlich sollen die Beschuldigten ihr Opfer gezwungen haben, sich auszuziehen und mit der Schaufel und dem Spaten sein eigenes Grab zu schaufeln.

In Todesangst begann das Tatopfer eine Erdkuhle auszuheben, in die er sich anschließend begeben musste. Dort sollen ihn die Beschuldigten gezwungen haben, zu singen, zu beten und sich bei ihnen, wegen vermeintlicher Angaben gegenüber der Polizei, zu entschuldigen. Außerdem soll einer der Beschuldigten eine Schreckschusswaffe auf den Kopf des 22-Jährigen gerichtet haben.

Schließlich zwangen sie ihr Opfer, sich nackt in das geschaffene Erdloch zu legen und mit der Zunge Erde aufzulecken. Zu diesem Zeitpunkt hatte der junge Mann bereits „mit seinem Leben abgeschlossen“. Nachdem sie ihr Opfer derart gedemütigt und verletzt haben sollen, gestatteten sie ihm sich wieder anzuziehen.

Anschließend fuhren sie ihr Tatopfer bis in die Nähe von Heiligenstadt und setzten es dort aus. Der junge Mann lief anschließend nach Hause. Offensichtlich aus Angst erstattete das Opfer keine Strafanzeige bei der Polizei. 
Bekannt wurde die Tat erst dadurch, dass der Polizei Anfang November eine CD in die Hände gespielt wurde, auf der das gesamte Tatgeschehen mit einer Filmsequenz abgespeichert war.

Die später durchgeführten Ermittlungen haben ergeben, dass der gesamte Tathergang zumindest durch einen der Beschuldigten mit einem Handy-Video fotografiert wurde.
Die anschließende Vernehmung des Tatopfers sowie intensive Ermittlungen der Nordhäuser Kirminalpolizei führten schnell auf die Spur der Beschuldigten. Sie konnten umgehend identifiziert werden, so dass durch die Staatsanwaltschaft Mühlhausen bereits wenige Tage nach dem Bekanntwerden der Tat Haftbefehl bei dem Amtsgericht Mühlhausen beantragt werden konnte.

Das Amtsgericht Mühlhausen ist dem Antrag der Staatsanwaltschaft Mühlhausen gefolgt und hat gegen alle vier Beschuldigten Haftbefehl erlassen. In den bisher geführten Vernehmungen haben die Beschuldigten die Vorwürfe im Wesentlichen eingeräumt. Drei der Beschuldigten sind bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten. Dies betrifft jedoch überwiegend Eigentumsdelikte und keine Gewalttaten. Für die von den Beschuldigten mutmaßlich begangenen Taten sieht das Gesetz im Regelfall Freiheitsstrafen ab fünf Jahren vor.
Autor: nnz

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