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Fr, 09:32 Uhr
19.11.2010

Dramatische Stunden

In wenigen Minuten wird es eine außerordentliche Sitzung der Gesellschafter des Südharz-Krankenhauses geben. Die nnz wird Sie auf dem Laufenden halten...


Eigentlich sollte die Angelegenheit um Krankenhaus-Geschäftsführer Antonius Pille beendet sein. Der Kompromiss war verhandelt und beschlossen worden. Pille, der Aufsichtsrat und die beiden Gesellschafter - Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) und Landrat Joachim Claus (CDU) - hatten zugestimmt (siehe nnz-Archiv). Doch es gab Kräfte im politischen Spektrum dieser Region, die wollten mehr.

Vor allem die LINKE-Fraktionen im Stadtrat und im Kreistag gaben sich nicht zufrieden und schlüpfen in die Rollen der Aufklärer und Schadensabwender. Ein Mann, der sowohl in Stadtrat und Kreistag zu finden ist, soll Sondersitzungen der beiden Gremien beantragt haben, um Schaden abzuwenden. Was damit erreicht werden soll, ist klar: Es wird politischer Druck auf OB und Landrat ausgeübt, den einst ausgehandelten Kompromiss aufzukündigen und Geschäftsführer Pille fristlos zu entlassen.

Der hat inzwischen selbst Anwälte in Stellung gebracht, die mit der anderen Seite wieder einen Kompromiss ausgehandelt hatten. Im Verlaufe dieser Woche - so die Information der nnz - wurde auch dieser Vorschlag wieder zurückgezogen. Aus politischer Sicht ist klar die Demontage des Noch-Geschäftsführer angesagt. Es sind Vergehen, die bei anderen kommunalen Unternehmen in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten, auch einfach mal so übersehen wurden. An dieser Stelle ist schon mehrfach nach Konsequenzen aus diversen Vorgängen gefragt worden: EGN, TVN, Pro Innovatio, Nogefas? In all diesen Gesellschaften saßen Aufsichtsräte, auch von den Linken, die damals noch PDS hieß.

Der Aufsichtsrat der gemeinnützigen Krankenhaus-Gesellschaft sei nur unzureichend vom Geschäftsführer informiert und bei einigen Entscheidungen übergangen worden, so der Hauptvorwurf. Bleibt die Frage für den interessierten Beobachter: Warum wird erst seit 2010 richtig kontrolliert? Warum haben die Aufsichtsräte in den zurückliegenden 18 Jahren nicht schon mal kritisch bei der Geschäftsleitung "angeklopft"?

Ob es heute tatsächlich eine letzte Entscheidung geben wird, bleibt abzuwarten. Vermutlich könnte die erwartete fristlose Kündigung unter Vorbehalt der Zustimmung von Kreistag und Stadtrat ausgesprochen werden. Dann sind zumindest die Personen Rinke und Claus aus dem Schneider. Das "letzte" Wort haben dann die Gremien, die seit 18 Jahren aus ihren Reihen die Aufsichtsräte entsenden mit der Aufgabe, die Geschäftsleitung zu beaufsichtigen. Es könnte nun gut sein, dass es im Kreistag und Stadtrat namentliche Abstimmungen geben wird. Allerdings - auch das wird so sein - in nicht öffentlicher Sitzung.
Autor: nnz

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Kommentare
WR-NDH
19.11.2010, 11:00 Uhr
Ist Her Pille schuldig?
oder Aufsichtsrat und Gesellschafter?
Die im Artikel gestellten Fragen müssen aus meiner Sicht nach gründlicher Klärung öffentlich beantwortet werden, denn das SHK ist ja, wenn ich das richtig sehe, unser aller Eigentum.

Bereits in meinem Kommentar vom 13.10.2010 wies ich darauf hin, dass lt. elektronischem Bundesanzeiger das SHK unter der Leitung des Herrn Pille wirtschaftlich gut dasteht und im Gegensatz zu anderen Krankenhäusern Bilanzgewinne erwirtschaftet hat. Ich bin selbst Vorstand eines Unternehmens und frage mich ernsthaft wie sich der Aufsichtsrat darüber beklagen kann, dass er durch den Geschäftsführer nicht ausreichend informiert wurde. Wessen Schuld ist das denn? Der Aufsichtsrat hat die Tätigkeit des Geschäftsführers zu kontrollieren! Dafür ist er doch da! Und auch die Gesellschafter müssen sich doch in ihrem ureigensten Interesse fortlaufend über den Stand der Dinge und die Geschäftsführung informieren.

Ein privater Unternehmenseigentümer würde das jedenfalls tun, weil er daran interessiert ist, dass sein Unternehmen möglichst gut arbeitet. Er würde nicht darauf vertrauen, dass ihm sein Geschäftsführer unaufgefordert ab und zu irgendetwas berichtet. Nein, er würde von sich aus richtig kontrollieren.

Mir scheint, dass sich Stadtrat und Kreistag, sowie die Mitglieder der Aufsichtsräte ihrer Verantwortung nicht bewusst sind. Ich habe ja auch schon einmal die Frage gestellt, falls Herr Pille einen Fehler gemacht hat, ob denn eine Abmahnung die richte Wahl der Mittel sein könnte.

Sollte sich herausstellen, dass der Aufsichtsrat und/oder die Gesellschafter ihren Pflichten nicht nachgekommen sind, sollte die Konsequenz heißen: Abberufung der Aufsichtsratsmitglieder und Neuwahl eines fähigen AR. Und auch die Gesellschafter dürften dann nicht ungeschoren davonkommen.

Übrigens wissen wir ja auch, dass sowohl ein Ober- oder Chefarzt, als auch die Seelsorgerin des SHK die Arbeitsweise des Herrn Pille lobten, will sagen, er hat nicht nur gute wirtschaftliche Erfolge vorzuweisen sonder „kann auch mit seinen Mitarbeitern“.

Sollte Herr Pille vorsätzlich Dienstverstöße begangen und dem SHK Schaden zugefügt haben, wäre natürlich eine Kündigung möglicherweise der richtige Schritt. Aber bitte vorher ordentliche Aufklärung leisten.
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