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Di, 07:11 Uhr
16.11.2010

Das rebellische Volk

Das aus den Einwohnern Niedersachswerfens vielleicht einmal Nordhäuser werden, war vor Jahren noch undenkbar. Immer wieder wurde an der Eigenständigkeit festgehalten. Und dennoch kam dieses emotional geladene Thema auf die Tagesordnung der Bürgerversammlung am Montagabend. Viele kamen, um über die anstehende Verwaltungsreform zu diskutieren.


Mit einem so großen Andrang hatte wohl niemand gerechnet. Rund 200 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung in den Saal des Dorfgemeinschaftshauses gefolgt. Es ging schließlich um nichts geringeres als die Zukunft der Gemeinde. Es sollte eine neutrale Anhörung werden, ohne Vertreter der Stadt, denn Bürgermeister Matthias Jendricke hatte bereits mit dem Gemeinderat gesprochen. Auch Gemeinschaftsvorsitzender Bernd Meyer hatte sich in den Urlaub verabschiedet. Er schickte jedoch seinen Stellvertreter Thomas Gerlach, der die Sicht der Verwaltungsgemeinschaft verdeutlichte.

Bevor die verschieden Zukunftsmodelle im Rahmen der Verwaltungsreform vorgestellt wurden, mussten sich die Einwohner mit der sehr angespannten Haushaltslage der Gemeinde auseinander setzen. Seit längerem heißt das Motto „Sparen, Sparen, Sparen“, leider führten die Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer und die Überprüfung der bestehenden Verträge nicht dazu, einen Haushalt beschließen zu können. Niedersachswerfen hat eine pro Kopf-Verschuldung in Höhe von 1126 Euro.

Im Endeffekt können beispielsweise die ortsansässigen Vereine nicht mehr unterstützt werden. Zusätzliches Geld versprechen sich die Gemeindevertreter von einer Verwaltungsreform im Rahmen der Bildung einer Landgemeinde oder der Angliederung an die Stadt, auch wenn die Landesregierung die letzte Variante bereits abgelehnt hat. Als letzte Möglichkeit könnte die Verwaltungsgemeinschaft weiter bestehen aber das wäre keine rentable Lösung für die Beseitigung des Haushaltsdefizits. Bei der Abschließenden Diskussion wurde auch keine einheitliche Linie deutlich.

Es fehlten die Fakten, Argumente und Vergleiche. Die Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft haben, laut dem stellvertretenden Gemeinschaftsvorsitzenden, bereits einen Haushalt für eine Landgemeinde erstellt. Dieser wurde dem Gemeinderat in Niedersachswerfen jedoch nicht vorgelegt. Welche Variante den meisten Nutzen bringen würde, konnte so nicht geklärt werden. Wenn es ums Geld geht, könnte sich Niedersachswerfen vielleicht doch dafür entscheiden, zur Stadt Nordhausen zu gehen. Aber wie Hans Mönnich richtig bemerkte: „Wir brauchen Zahlen, um dem Gemeinderat einen Rat geben zu können.“
Sandra Witzel
Autor: nnz

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Kommentare
Retupmoc
16.11.2010, 07:57 Uhr
Seid vorsichtig !
Bei einer Eingemeindung könnte der Autohof auch vor Eurer Haustür stehen!
-Insider-
16.11.2010, 12:10 Uhr
sagen
sie mal, haben sie noch ein anderes thema? ist ja schlimm.

ich persönlich fände eine eingemeindung von niedersachswerfen schon sinnvoll. es liegt weiß gott näher als die neuen gemeinden und würde daher auch mehr sinn machen.

fraglich ist nur, wie die anwohner es dort sehen und ob die stadt die kapazitäten für so eine große eingemeindung überhaupt hat.
pumpnC
16.11.2010, 16:39 Uhr
Niemals
Als ehmaliger Sachswerfen sage ich jetzt schon, dass sich der Ort niemals Nordhausen anschließen wird. Schon damals 94 sind die Bürger auf die Straße gegangen, als die Stadt den lohnenswerten Ort schlucken wollte.

@rwe62: Langsam wird es lächerlich mit ihrem Autohof. Wenn sie mal in sich gehen und nachdenken würden, dann kämen sie zu dem Schluß, dass ein Autohof in Niedersachswerfen absolut kein Sinn machen würde, denn dort kreuzt weder eine Autobahn noch eine Schnellstraße den Ort. Auch wenn es von ihnen ehr sarkastisch gemeint war, so denke ich, dass solche Kommentare absolut deplaziert sind im Zusammenhang mit dem eigentlichen Thema.
Totofino
16.11.2010, 17:39 Uhr
Nur als Beispiel
Der Autohof ist natürlich nur als Beispiel dafür zu sehen, was die Stadt Nordhausen mit Ortsteilen so anstellt, wenn sie erst einmal einverleibt sind. Die Prokopfverschuldung von 1126 € ist nicht so hoch, ich denke die der Stadt NDH liegt höher.

Wenn die Bürger mitentscheiden können wird es wahrscheinlich nicht zur Eingemeindung kommen, aber es ist auch gut möglich, dass das von oben bestimmt wird, dehalb aufpassen und wachsam sein.

MfG
NDHler
16.11.2010, 20:10 Uhr
@Fisch
Die pro pro Kopf Verschuldung der Stadt Nordhausen liegt unter 1000 €uro je Einwohner, wenn ich richtig informiert bin mit 755 € sogar unter 800 € pro Einwohner! Damit hat Nordhausen eine der niedrigsten pro Kopf Schulden in ganz Thüringen (vergleichbare Städte!).

Was stellt denn die Stadt so mit ihren Ortsteilen an, aber bitte nennen sie positives und negatives! Nehmen wir den AH mal raus, was bringen sie denn so an negativen Argumenten, oder anders gefragt, was hätte Sundhausen beispielsweise alleine besser lösen können als mit Nordhausen? Gleichzeitig können sie mir dann auch gleich die Frage beantworten warum Niedersachswerfen als eigenständige Gemeinde in solchen Finanznöten steckt. Ich bin gespannt!
TeeEff
16.11.2010, 22:05 Uhr
Laut Bürgermeister...
und Diskussion hier liegt Nordhausen bei 755 EUR pro Kopf und damit am unteren Ende der sonst noch deutlich höheren Werte der meisten Orte der Umgebung.

Ilfeld liegt wohl noch höher als Niedersachswerfen und Bleicherode ebenso, aber deren aktuelleren Werte als von 2008 weiss ich spontan nicht.
Luftikus
16.11.2010, 22:22 Uhr
Eingemeindung sinnvoll
In den nächsten Jahren wird es einige Fusionen und Zusammenschlüsse geben. Natürlich ist die Verschuldung nicht hoch, aber selbst wenn ich nur 10 Euro Schulden hätte und kann diese nicht ablösen, liegen diese schwer. Der Landkreis ist seit Jahren finanziell klamm. Es liegt ganz einfach an den Zahlen und dem Verhandlungsgeschick beider Parteien.

Die Jammerlappen, die immer über die Eingemeindungen schimpfen, kommen immer dann wenn Ihnen ein Punkt mal zu viel erscheint. Bisher konnten alle eingemeindeten Orte durch ihr Verhandlungsgeschick viele Vorteile erkaufen. Auch in Sundhausen wurde investiert!

Erst der kürzlich abgeschlossene Mietvertrag für einen neuen Standort der Feuerwehr Sundhausen mit einer Gesamtsumme von 750.000 Euro wurde jüngst beschlossen. Von dieser Wohltat spricht wahrlich keiner.

Wichtig für mich ist bei jeder Eingemeindung, dass der Ortsname und die kulturelle Struktur erhalten bleibt.
Retupmoc
17.11.2010, 08:05 Uhr
Nie nie sagen....
Man sollte nie nie sagen. Es gebe gute Gründen für einen Autohof bei Sachswerfen.

1. Die Fläche dafür wäre an jeder Seite des Ortes da.

2. Durch die geplante Ortsumgehung wird sich der LKW - Verkehr in den Harz und aus dem Harz mindestens verdoppeln. Auch LKW - Fahrer die Richtung BS fahren wollen brauchen einen Standplatz in der Nacht. Die B 4 kann es ja nicht sein.

3. Alle Gemeinden im Südharz ( NSW, Ilfeld, Neustadt usw. haben keine Tankstelle ). Man muss umständlich in die Stadt fahren. Ein Autohof würde dieses Problem lösen.

4. Wenn man am Hof eine Fast-Food-Kette etabliert, entfallen ebenso die Wege ins Bielener Land.

5. Für die Infrasturktur der Gemeinde NSW wäre das auch eine gute Idee. Mehr Leute die den Ort kennenlernen, dort konsumieren, Steuern zahlen.

Also ...so abwegig ist das nicht. Und wie gesagt die Flächen und die Anschlüsse sind da.
NDHler
17.11.2010, 08:56 Uhr
Früher wurden...
...solche Beiträge mit der Begründung gelöcht: Gehört nicht zum Thema! Kann man das Thema AH jetzt in jedes Thema eibringen, das ist doch langsam krank was hier abgeht!!!
Peppone
17.11.2010, 10:13 Uhr
Spiegelfechterei
Zum Thema weiterer Eingemeindungen in die Stadt gibt es schon seit Jahren klare Ansagen aus Erfurt. Sowohl die alte, als auch die neue Landesregierung haben kein Interesse an der Schaffung weiterer unsinniger Gebietskulissen.

Daran wird sich in dieser Legislaturperiode auch nichts mehr ändern und das ist auch vernünftig. Nicht umsonst wurde vor kurzem das Gesetz zur Bildung von Landgemeinden mit großer Mehrheit im Landtag verabschiedet.

Gemeinden zwischen 5000 und 10000 Einwohner sind hinsichtlich der Verwaltungskosten am Effizientesten. Und das ist im Sinne ALLER Steuerzahler! Ganz abgesehen von Bürgernähe und Selbstverwaltung.

Ich kann den Unsinn von Prokopfverschuldung und "Verwaltung durch den Landkreis" schon nicht mehr lesen. Das Eine sagt nur aus, was die Gemeinde bisher in Infrastruktur investiert hat, das Andere ist schlichtweg falsch!

Nach den Land- und Einheitsgemeinden kommt die neue Kreisgebietsreform. Im Hinblick darauf sollte man im Rathaus NDH gücklich über jede starke funktionierende Land- oder Einheitsgemeinde in der Region sein. Denn NDH ist hier nicht automatisch als Kreisstadt gesetzt und kann durchaus Verbündete brauchen.
pumpnC
17.11.2010, 16:30 Uhr
Genau...
...so sehe ich das auch. Auch wenn eine Gebietsreform von der jetzigen Landesregierung konsequent geblockt wird. Über Sinn und Unsinn von so Modellen wie Landgemeinden kann man ohnehin erst mittel bzw. langfristig diskutieren.
Pokemon
19.11.2010, 16:53 Uhr
Niemals NDH
Ich als Arree möchte nie ein Stadtteil von Nordhausen werden. Eine Landgemeinde aus der jetzt bestehenden Struktur (VG Südharz) ist meiner Meinung nach das Sinnvollste.
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