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Do, 13:43 Uhr
18.01.2001

Klaus Hummitzsch: Immer die Nase im Wind

Werther (nnz). In der Riege der hauptamtlichen Bürgermeister des Landes Thüringen ist er ein Exot. Das liegt wohl eher am Parteibuch in seiner Tasche, denn an seinem äußeren Erscheinungsbild. Klaus Hummitzsch gehört der PDS nicht nur an, er war und ist seit der Wende einer ihrer Frontmänner im Landkreis Nordhausen. Seit dem 7. Mai 1997 ist er der "Verwaltungschef" der Einheitsgemeinde Werther. Angetreten ist er mit dem Vorsatz, ehrliche Arbeit für die Bürger abzuleisten. Ob es ihm immer gelungen ist, müssen die beantworten, für die er sich hat in die Pflicht nehmen lassen. Ob PDS, SPD oder CDU - ein Bürgermeister hat, und das mußte Hummitzsch schnell erkennen, in Thüringen relativ wenig Spielraum für Entscheidungen. Kompromisse in der Zusammenarbeit mit den Gemeinderäten stehen auf der Tagesordnung. Da wird nicht so sehr auf die Partei geschaut. Vielmehr ist das Wohl und Wehe der Menschen in den Ortsteilen, aus denen die Räte kommen, Motiv für einen Vorschlag, für einen Beschluß. Doch damit kann Hummitzsch beruhigt umgehen. Er habe keine geografische "Altlast", er ist erst im vergangenen Jahr nach Werther gezogen. Das habe er im Wahlkampf den Bürgern der Einheitsgemeinde versprochen.
Nicht ganz wohl ist es Hummitzsch, wenn es an das Geld der Bürger geht. Abwassergebühren, Straßenausbaubeiträge, das sind die Stachel in der Volksseele. "Vielleicht haben die Menschen mich auch gewählt, weil sie dachten, da kommt einer aus der Oppositionspartei, die gerade gegen diese Dinge ständig angeht", überlegt der 60-jährige. Natürlich kann man als Opposition dagegen sein, doch als Bürgermeister muß er Gesetzlichkeiten umsetzen. Eine weitere Erfahrung: Im ländlichen Raum wird nicht so sehr auf eine parteiliche Herkunft geschaut, die Menschen in den Wertherschen Ortsteilen wollen Lösungen für ihre unmittelbare Umgebung. Und doch, so habe er das Gefühl, werde ein PDS-Mann argwöhnischer betrachtet als ein Bürgermeister der SPD oder CDU. Damit komme er zurecht, vielleicht ist es auch gerade diese Erfahrung, die ihn derzeit überlegen läßt, ob er im Jahr 2003 noch eine Legislaturperiode "nachlegt". Abhängig mache er es von seinem Gesundheitszustand und schließlich auch davon, ob ihn seine Bürger noch einmal als "ihren Meister" akzeptieren. Der Taktiker wird des Bürgers Meinung allerdings schon vorher ausloten, die Nase im Wind zu haben, das aufzunehmen, was die Menschen bewegt, das haben ihn die Jahre in Werther bereits jetzt gelehrt.
Autor: psg

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