Mi, 14:15 Uhr
06.10.2010
Die Fan-Gesänge treiben mich an
Kanadische Eishockeyspieler in Braunlage haben Tradition. Egal in welcher Liga, die Ahornblätter zählten stets zu den Publikumslieblingen. Mit Travis Whitehead schickt sich nun wieder ein Kanadier an, im Harz für Furore zu sorgen. Zum Oberliga-Saisonstart am Sonntag in Salzgitter will er gemeinsam mit dem Team der Wölfe im Derby bei den Icefighters die ersten drei Punkte einfahren...
Fangesänge treiben ihn an (Foto: R. Koch)
Vielleicht wird er nicht der Topscorer der Liga, aber er wird dem Team unheimlich weiterhelfen, hatte ESC-Sportchef Marc Garthe den Neu-Wolf als teamorientierten, hart arbeitenden Spieler angekündigt. Genau diese Attribute konnte Whitehead in den ersten Testspielen schon unter Beweis stellen, zudem zeigte er aber auch viel Zug zum Tor. Sich selbst beschreibt der 26-Jährige als Zwei-Wege Spieler, der gern mal nach vorn prescht, aber auch in Unterzahl und der Defensive stark ist. In der Offensive möchte ich meine Möglichkeiten nutzen und zeigen, dass ich mehr als ein Dritte-Reihe-Spieler bin, erklärt der Angreifer. In der dritten Reihe spielen und damit vornehmlich Gegentore verhindern, das war zuletzt seine Aufgabe in der ECHL und IHL.
An der Galt Minor Hockey School im heimischen Cambridge, Ontario, lernte Whitehead die Grundlagen des schnellen Kufensports. Nach dem Weg durch verschiedene Nachwuchsmannschaften begann er 2005 seine Universitätskarriere bei der University of Wisconsin-Superior. Als ersten Wendepunkt seiner Karriere beschreibt Whitehead jedoch den Wechsel von Wisconsin zum Buffalo State College, für dass er drei Jahre lange spielte.
Obwohl er nach dem Jahr in Wisconsin das Gefühl hatte, am Tiefpunkt seiner Leistungen als Spieler angekommen zu sein, habe man in Buffalo sofort an ihn geglaubt. Ohne die Trainer dort, die mich fortwährend gefordert und unterstützt haben, würde ich heute wahrscheinlich kein Eishockey mehr spielen. Dank ihnen habe ich die Liebe zum Spiel wiederentdeckt und spiele jetzt mit mehr Freude als je zuvor. An die Zeit auf dem College habe ich nur die allerbesten Erinnerungen, berichtet er rückblickend.
Nach dem College, mit Auszeichnung in Business & Finances abgeschlossen, stand der smarte Kanadier auf dem Sprung in den AHL und unterzeichnete einen Vertrag bei den Norfolk Admirals, dem Farm-Team der Tampa Bay Lightning. Verletzungen verhinderten allerdings Einsätze in der AHL, es folgte der harte Weg in die tieferen Ligen und in diesem Sommer schließlich der Sprung nach Europa. Dennoch, so sagt Travis, habe er in der Saisonvorbereitung bei Norfolk viel von den ehemaligen oder aktuellen NHL-Spielern gelernt, die ebenfalls im Team standen. Die Erfahrungen möchte er nun im Harz einbringen und weitergeben.
Nach Braunlage zu gehen war für mich wirklich keine leichte Entscheidung, denn ich habe erst im Sommer geheiratet, sagt Whitehead. Sehr lange haben er und seine frisch angetraute Frau darüber beraten, ob es wirklich der richtige Weg für sie beide sei. Leicht gemacht hat er sich die Entscheidung nicht, aber nachdem ihm die Wahl blieb, für einen Amateurclub in Nordamerika zu spielen oder die letzte Chance zum Durchbruch als Profi-Spieler zu nutzen, entschied er sich für Deutschland. Allen voran Kyle Helms und Bob Wren, beides DEL-Spieler, haben ihm geraten, diese einmalige Chance als Sprungbrett zu nutzen.
Für mich ist es sehr faszinierend zu beobachten, was für eine große Unterstützung unser Team von den Rängen bekommt. Ich merke, dass die Gesänge mich wirklich vorantreiben und hoffe natürlich, den Fans im Gegenzug auch gute Leistungen zeigen zu können, war der Stürmer von der Stimmung während der bisherigen Spiele begeistert. In Braunlage hat sich der Comic-Fan und passionierte Hobby-Golfer schnell eingelebt, zumal in die Umgebung mit den grünen Wäldern und Tälern an British Columbia erinnert. Dort hat er während seiner Juniorenzeit gespielt und sich sehr wohl gefühlt. Auch im Team fühlt sich Travis Whitehead sehr wohl, da ihn die anderen Spieler sofort herzlich aufgenommen haben und alle mit viel Spaß bei der Sache sind. Als Herausforderung sieht er die deutsche Kultur, hat aber viel Freude daran, sie kennen- und schätzen zu lernen.
Dass der Kanadier Eishockey von ganzem Herzen liebt, merkt man ihm an, wenn man nach seinen Plänen für die Zukunft fragt. So lange wie es geht, möchte ich Eishockey spielen. Falls ich eines Tages nicht mehr selbst auf dem Eis stehen kann, hoffe ich doch sehr, meinen Uni-Abschluss nutzen zu können, um weiterhin dem Eishockey treu bleiben zu können. Am meisten würde mich der Posten eines Managers bei einem größeren Verein reizen, erklärt Travis.
Natürlich hat Whitehead auch schon Unterschiede zwischen der kanadischen und deutschen Spielweise auf dem Eis festgestellt. So war es für ihn zunächst ungewöhnlich, dass man viel Zeit mit dem Puck hat, da das europäische Spielfeld deutlich größer ist, als er es aus seiner nordamerikanischen Heimat gewohnt war. Auch der Übergang von einem zum nächsten Spielzug ist ungewohnt lang. In den ersten Testspielen konnte er zudem für sich feststellen, dass es in der Liga viele Spieler mit einem ungewöhnlich hohen Potential gibt.
Falls übrigens jemand das Gefühl hat, Whitehead käme ihm bekannt vor: Gänzlich unmöglich ist das nicht. Denn in einer kleinen Nebenrolle als Eishockeyspieler ist er auch im Hollywoodfilm Der Love-Guru mit Mike Myers und Jessica Alba zu sehen.
Robert Koch
Autor: nnz
Fangesänge treiben ihn an (Foto: R. Koch)
Vielleicht wird er nicht der Topscorer der Liga, aber er wird dem Team unheimlich weiterhelfen, hatte ESC-Sportchef Marc Garthe den Neu-Wolf als teamorientierten, hart arbeitenden Spieler angekündigt. Genau diese Attribute konnte Whitehead in den ersten Testspielen schon unter Beweis stellen, zudem zeigte er aber auch viel Zug zum Tor. Sich selbst beschreibt der 26-Jährige als Zwei-Wege Spieler, der gern mal nach vorn prescht, aber auch in Unterzahl und der Defensive stark ist. In der Offensive möchte ich meine Möglichkeiten nutzen und zeigen, dass ich mehr als ein Dritte-Reihe-Spieler bin, erklärt der Angreifer. In der dritten Reihe spielen und damit vornehmlich Gegentore verhindern, das war zuletzt seine Aufgabe in der ECHL und IHL.An der Galt Minor Hockey School im heimischen Cambridge, Ontario, lernte Whitehead die Grundlagen des schnellen Kufensports. Nach dem Weg durch verschiedene Nachwuchsmannschaften begann er 2005 seine Universitätskarriere bei der University of Wisconsin-Superior. Als ersten Wendepunkt seiner Karriere beschreibt Whitehead jedoch den Wechsel von Wisconsin zum Buffalo State College, für dass er drei Jahre lange spielte.
Obwohl er nach dem Jahr in Wisconsin das Gefühl hatte, am Tiefpunkt seiner Leistungen als Spieler angekommen zu sein, habe man in Buffalo sofort an ihn geglaubt. Ohne die Trainer dort, die mich fortwährend gefordert und unterstützt haben, würde ich heute wahrscheinlich kein Eishockey mehr spielen. Dank ihnen habe ich die Liebe zum Spiel wiederentdeckt und spiele jetzt mit mehr Freude als je zuvor. An die Zeit auf dem College habe ich nur die allerbesten Erinnerungen, berichtet er rückblickend.
Nach dem College, mit Auszeichnung in Business & Finances abgeschlossen, stand der smarte Kanadier auf dem Sprung in den AHL und unterzeichnete einen Vertrag bei den Norfolk Admirals, dem Farm-Team der Tampa Bay Lightning. Verletzungen verhinderten allerdings Einsätze in der AHL, es folgte der harte Weg in die tieferen Ligen und in diesem Sommer schließlich der Sprung nach Europa. Dennoch, so sagt Travis, habe er in der Saisonvorbereitung bei Norfolk viel von den ehemaligen oder aktuellen NHL-Spielern gelernt, die ebenfalls im Team standen. Die Erfahrungen möchte er nun im Harz einbringen und weitergeben.
Nach Braunlage zu gehen war für mich wirklich keine leichte Entscheidung, denn ich habe erst im Sommer geheiratet, sagt Whitehead. Sehr lange haben er und seine frisch angetraute Frau darüber beraten, ob es wirklich der richtige Weg für sie beide sei. Leicht gemacht hat er sich die Entscheidung nicht, aber nachdem ihm die Wahl blieb, für einen Amateurclub in Nordamerika zu spielen oder die letzte Chance zum Durchbruch als Profi-Spieler zu nutzen, entschied er sich für Deutschland. Allen voran Kyle Helms und Bob Wren, beides DEL-Spieler, haben ihm geraten, diese einmalige Chance als Sprungbrett zu nutzen.
Für mich ist es sehr faszinierend zu beobachten, was für eine große Unterstützung unser Team von den Rängen bekommt. Ich merke, dass die Gesänge mich wirklich vorantreiben und hoffe natürlich, den Fans im Gegenzug auch gute Leistungen zeigen zu können, war der Stürmer von der Stimmung während der bisherigen Spiele begeistert. In Braunlage hat sich der Comic-Fan und passionierte Hobby-Golfer schnell eingelebt, zumal in die Umgebung mit den grünen Wäldern und Tälern an British Columbia erinnert. Dort hat er während seiner Juniorenzeit gespielt und sich sehr wohl gefühlt. Auch im Team fühlt sich Travis Whitehead sehr wohl, da ihn die anderen Spieler sofort herzlich aufgenommen haben und alle mit viel Spaß bei der Sache sind. Als Herausforderung sieht er die deutsche Kultur, hat aber viel Freude daran, sie kennen- und schätzen zu lernen.
Dass der Kanadier Eishockey von ganzem Herzen liebt, merkt man ihm an, wenn man nach seinen Plänen für die Zukunft fragt. So lange wie es geht, möchte ich Eishockey spielen. Falls ich eines Tages nicht mehr selbst auf dem Eis stehen kann, hoffe ich doch sehr, meinen Uni-Abschluss nutzen zu können, um weiterhin dem Eishockey treu bleiben zu können. Am meisten würde mich der Posten eines Managers bei einem größeren Verein reizen, erklärt Travis.
Natürlich hat Whitehead auch schon Unterschiede zwischen der kanadischen und deutschen Spielweise auf dem Eis festgestellt. So war es für ihn zunächst ungewöhnlich, dass man viel Zeit mit dem Puck hat, da das europäische Spielfeld deutlich größer ist, als er es aus seiner nordamerikanischen Heimat gewohnt war. Auch der Übergang von einem zum nächsten Spielzug ist ungewohnt lang. In den ersten Testspielen konnte er zudem für sich feststellen, dass es in der Liga viele Spieler mit einem ungewöhnlich hohen Potential gibt.
Falls übrigens jemand das Gefühl hat, Whitehead käme ihm bekannt vor: Gänzlich unmöglich ist das nicht. Denn in einer kleinen Nebenrolle als Eishockeyspieler ist er auch im Hollywoodfilm Der Love-Guru mit Mike Myers und Jessica Alba zu sehen.
Robert Koch

