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Di, 12:40 Uhr
05.10.2010

Adams bei Rinke

Am Donnerstag informierte sich der Landtagsabgeordnete Dirk Adams (B90/Grüne) bei Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) über die Entwicklung der größten Stadt Nordthüringens. Was dabei besprochen wurde, das hat die nnz erfahren...


Adams der sein eigenes Abgeordnetenbüro in "Mecklenburg´s Hof" unterhält, interessierte sich besonders für die Gips-Abbauvorhaben im Raum Rüdigsdorf, die Entwicklung der Altstadt und für die künftige Finanzierung des Theaters ab 2013. Man war sich einig, dass der Schutz von Natur und Landschaft im Südharz höchste Priorität genießt. Dazu gehört auch, dass die einmalige Landschaft vor den ausufernden Ansprüchen der Gipsindustrie geschützt werden muss. Dieses Anliegen wird im Südharz von einer großen Mehrheit der Menschen unterstützt.

Dirk Adams sagte die Unterstützung der Grünen Landtagsfraktion zu, den geplanten untertägigen Gipsabbau in der Rüdigsdorfer Schweiz noch wesentlich stärker als bisher auf die Tagesordnung des Landtages zu setzen. Êr sieht wie die Stadt selbst, die kommunale Planungshoheit durch die Entscheidung des möglicherweise nicht zuständigen Thüringer Landesbergamtes auf das Äußerste gefährdet. Dieses hatte Ende März 2010 die Verträglichkeit des Gipsabbaus ohne Abwägungsverfahren festgestellt, obwohl andere Landesbehörden, Verbände und die Stadt Nordhausen gegensätzlicher Auffassung waren. Dirk Adams sieht wie Oberbürgermeisterin Rinke im Südharz Potenziale in einer angepassten Regionalentwicklung. Für Dirk Adams ist der beste Ansatz die Einrichtung eines grenzübergreifenden Biosphärenreservates im Südharz.

Mit großem Interesse verfolgt Dirk Adams die Entwicklungen in der Altstadt. Oberbürgermeisterin Rinke sieht die Gefahren in der beschlossenen Kürzung der bundesweiten Städtebauförderung. Damit würden künftig private Sanierungsmaßnahmen zurückgefahren. Für den Erfurter Dirk Adams geht Stadtentwicklung in Nordhausen nur mit einer attraktiven Altstadt. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern sollten daher möglichst weitere Potentiale erschlossen werden.

In Bezug auf das Theater betonte Frau Rinke, dass mit der Zusammenlegung von Theater und Loh-Orchester sowie der Abwicklung des Schauspiels alle Möglichkeiten zur Strukturveränderung bereits ausgeschöpft seinen. Alle weiteren Einschnitte seien aus Sicht der Stadt nicht hinnehmbar. Dirk Adams sprach sich für den Erhalt des Nordhäuser Theaters aus. Den aktuellen Thüringer Kulturraum sieht er als einen wichtigen Standortfaktor. "Das Theater ist grenzübergreifend eine wichtige Kerneinrichtung für den gesamten Südharzer Raum. Ohne Theater würde Nordhausen nur verlieren" so der Landespolitiker.
Autor: nnz

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Kommentare
Besorgter Bürger
05.10.2010, 15:59 Uhr
Private und privat
So, so, die Frau Rinke sieht durch die Kürzungen bei der Städtebauförderung die private Sanierung der Altstadt gefährdet. Na, ob da nicht ein gehörig Maß an Heuchelei dabei ist?

Ich habe als sanierungswilliger Nordhäuser Altbaubesitzer mehrfach versucht, Fördermittel zu bekommen - überall die gleiche Abfuhr. Nicht wegen fehlender Kreditwürdigkeit oder mangelndem Konzept. Nein, sondern weil Frau Rinkes „Private“, die großen Wohnungsgesellschaften nämlich, aus der Poolposition starten. Natürlich weiß ich nicht, ob alle Kleinsanierer der Altstadt auf der Strecke bleiben.

Da gab es ja heuer umfangreiche Sanierungen, z.B. am Gebäude, indem der Theaterfundus untergebracht war. Vielleicht sind an diesen Privaten ja Fördermittel geflossen. An mich jedenfalls nicht. Beim Landesverwaltungsamt wurde mir bezüglich meines Anliegens zur Sanierungsförderung ziemlich unverblümt gesagt, ich könnte es ja probieren. Nur werde mir als kleinem Quieker keine Chance eingeräumt.

Die Mittel dafür sind bereits an die Städtische Wohnungsbaugesellschaft und die Wohnungsbaugenossenschaft gebunden. Gegen die hätte ich keine Chance und sollte mich lieber bei der Hausbank umsehen. Hab ich auch gemacht und deshalb ist mir fast schnurz, was Frau Rinke da erzählt. Fast, bis auf die Heuchelei.
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