Fr, 13:34 Uhr
28.02.2003
Jubiläumstreffen der Postkartensammler
Nordhausen (nnz). Vor fünf Jahren fanden sich achtzehn Sammler und Freunde Nordhäuser Ansichtskarten aus Hannover, Berlin, Wolfsburg, Dortmund und Nordhausen in einer Kneipe in der Gumpertstraße zu ihrer ersten Kontakt-, Tausch und Kaufbörse zusammen. Nun steht in Kürze das 10. Treffen an. Nähere Informationen wie immer mit einem Klick auf MEHR.
Die Sammler historischer Postkarten von Nordhausen laden am 8. März 2003 um 14 Uhr zum Jubiläumstreffen des Tabakspeichers in der Bäckerstraße ein. Alle Liebhaber von alten Lithografien, Ansichts- und Anlasskarten sind dazu herzlich willkommen. Nach Möglichkeit sollten ihre Schätze mitbringen. Die Zusammenkünfte dienen dem Erfahrungsaustausch, dem Fachsimpeln, dem gegenseitig kennen Lernen und natürlich auch dem Tauschen und Kaufen der Objekte der Begierde.
Das historische Ambiente des Tabakspeichers ist für solche außergewöhnlichen Veranstaltungen geradezu prädestiniert. Seit Jahren kommen dort die Sammler von Kautabaktöpfen aus der gesamten Republik zu ihren Börsen zusammen. Selbst hochkarätige Kolloquien zur Stadtgeschichte sowie besondere Buchvorstellungen finden gelegentlich in diesem Museum statt. Vor zwei Jahren zog es nun auch die Freaks historischer Postkarten aus allen Teilen Deutschlands in dieses geschichtsträchtige Gebäude, um zwei Mal im Jahr u.a. Kontakte zu knüpfen bzw. zu pflegen, auf den Karten abgebildete Motive zu bestimmen oder einfach nur in der Geschichte der 1075-jährigen Stadt zu schwelgen.
Alte Ansichtskarten sind ein interessantes Sammelgebiet, denn sie geben Einblick in das Aussehen einer Stadt längst vergangener Zeiten. Vor der Wende konnte man die Karten noch sehr preisgünstig erwerben. In den letzten zehn Jahren hat sich ein fester Sammlerstamm etabliert und die Preise sind teilweise beachtlich gestiegen. Für die älteste Nordhäuser Ansichtskarte (herausgegeben vermutlich Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts), auf der eine Brennerei abgebildet ist, muss man sehr tief in die Tasche greifen. 1250 Euro sollte das gute Stück vor einem Jahr kosten. Inzwischen dürfte der Preis noch weiter gestiegen sein.
Zur Historie der Ansichtskarten: Am 1. Oktober 1869 führte die österreichische Postverwaltung unter dem Begriff Correspodenzkarte die Postkarte ein. Ein knappes Jahr später, am 1. Juli 1870, folgte die preußische Post, jedoch im Gegensatz zur österreichischen mit aufzuklebender Briefmarke. Das Jahr gilt auch als Geburtsjahr der Ansichtskarte, die eine völlig neue Art der Kommunikation darstellte. Bis 1905 durfte nur die Bildseite beschrieben werden. Erst Danach stand eine Hälfte der postalischen Seite für Mitteilungen des Absenders zur Verfügung. Heute ist es kaum zu verstehen, dass damals die Einführung der Postkarte bei der Bevölkerung auf heftige Proteste stieß, der sich vor allem gegen die Form von offen versandten Mitteilungen richtete.
Seit Anfang Juli 1872 gestattete die Reichspost auch die private Herstellung der Karten, allerdings mussten sie in Größe und Beschaffenheit der von der Post herausgegebenen entsprechen. Mit der Freigabe hatten die Plakat-, Buch- und Zeitschriftenillustratoren Hochkonjunktur. Allein in Nordhausen gab es zeitweise 60 Verleger, die sich mit der Herstellung von Postkarten beschäftigten. So entstand eine unübersehbare Flut von Ansichtskarten, deren aufwendige Produktion, die teilweise einmalige Gestaltung und die Vielfalt der Motive die Sammler immer wieder in Erstaunen versetzt. Viele sammelten die oft sehr farbenprächtigen Karten, denn die Fotografie begann sich erst zu entwickeln und war auch sehr teuer. Der Nordhäuser Verlagsanstaltsbesitzer Alfred Metzner brachte Anfang April 1897 die Postkartensammler in der Rolandsstadt zusammen. Etwa 25 Jahre betrieb man dieses schöne Hobby, ehe es aus der Mode kam.
Am 11. Juli 1998 wurde diese alte Tradition mit dem ersten Treffen der Nordhäuser Ansichtskartensammler wieder belebt. Seitdem steigt die Anzahl der Teilnehmer ständig, darunter erfreulicherweise in zunehmendem Maß auch Frauen und Jugendliche. Die Postkartensammler sind nicht vereinsgebunden und demnach auch keinen Statuten verpflichtet. Für die 10. Veranstaltung hat sich der Veranstalter etwas Besonderes ausgedacht. So wird eine Ansichtskarte mit direktem Bezug zu diesem Jubiläumstreffen herausgegeben. Um die Attraktivität und den Seltenheitswert zu erhöhen, ist die Karte auf 50 Stück limitiert. Sie kann nur zum Jubiläumstreffen käuflich erworben werden, das gegen 17 Uhr endet.
Autor: rhDie Sammler historischer Postkarten von Nordhausen laden am 8. März 2003 um 14 Uhr zum Jubiläumstreffen des Tabakspeichers in der Bäckerstraße ein. Alle Liebhaber von alten Lithografien, Ansichts- und Anlasskarten sind dazu herzlich willkommen. Nach Möglichkeit sollten ihre Schätze mitbringen. Die Zusammenkünfte dienen dem Erfahrungsaustausch, dem Fachsimpeln, dem gegenseitig kennen Lernen und natürlich auch dem Tauschen und Kaufen der Objekte der Begierde.
Das historische Ambiente des Tabakspeichers ist für solche außergewöhnlichen Veranstaltungen geradezu prädestiniert. Seit Jahren kommen dort die Sammler von Kautabaktöpfen aus der gesamten Republik zu ihren Börsen zusammen. Selbst hochkarätige Kolloquien zur Stadtgeschichte sowie besondere Buchvorstellungen finden gelegentlich in diesem Museum statt. Vor zwei Jahren zog es nun auch die Freaks historischer Postkarten aus allen Teilen Deutschlands in dieses geschichtsträchtige Gebäude, um zwei Mal im Jahr u.a. Kontakte zu knüpfen bzw. zu pflegen, auf den Karten abgebildete Motive zu bestimmen oder einfach nur in der Geschichte der 1075-jährigen Stadt zu schwelgen.
Alte Ansichtskarten sind ein interessantes Sammelgebiet, denn sie geben Einblick in das Aussehen einer Stadt längst vergangener Zeiten. Vor der Wende konnte man die Karten noch sehr preisgünstig erwerben. In den letzten zehn Jahren hat sich ein fester Sammlerstamm etabliert und die Preise sind teilweise beachtlich gestiegen. Für die älteste Nordhäuser Ansichtskarte (herausgegeben vermutlich Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts), auf der eine Brennerei abgebildet ist, muss man sehr tief in die Tasche greifen. 1250 Euro sollte das gute Stück vor einem Jahr kosten. Inzwischen dürfte der Preis noch weiter gestiegen sein.
Zur Historie der Ansichtskarten: Am 1. Oktober 1869 führte die österreichische Postverwaltung unter dem Begriff Correspodenzkarte die Postkarte ein. Ein knappes Jahr später, am 1. Juli 1870, folgte die preußische Post, jedoch im Gegensatz zur österreichischen mit aufzuklebender Briefmarke. Das Jahr gilt auch als Geburtsjahr der Ansichtskarte, die eine völlig neue Art der Kommunikation darstellte. Bis 1905 durfte nur die Bildseite beschrieben werden. Erst Danach stand eine Hälfte der postalischen Seite für Mitteilungen des Absenders zur Verfügung. Heute ist es kaum zu verstehen, dass damals die Einführung der Postkarte bei der Bevölkerung auf heftige Proteste stieß, der sich vor allem gegen die Form von offen versandten Mitteilungen richtete.
Seit Anfang Juli 1872 gestattete die Reichspost auch die private Herstellung der Karten, allerdings mussten sie in Größe und Beschaffenheit der von der Post herausgegebenen entsprechen. Mit der Freigabe hatten die Plakat-, Buch- und Zeitschriftenillustratoren Hochkonjunktur. Allein in Nordhausen gab es zeitweise 60 Verleger, die sich mit der Herstellung von Postkarten beschäftigten. So entstand eine unübersehbare Flut von Ansichtskarten, deren aufwendige Produktion, die teilweise einmalige Gestaltung und die Vielfalt der Motive die Sammler immer wieder in Erstaunen versetzt. Viele sammelten die oft sehr farbenprächtigen Karten, denn die Fotografie begann sich erst zu entwickeln und war auch sehr teuer. Der Nordhäuser Verlagsanstaltsbesitzer Alfred Metzner brachte Anfang April 1897 die Postkartensammler in der Rolandsstadt zusammen. Etwa 25 Jahre betrieb man dieses schöne Hobby, ehe es aus der Mode kam.
Am 11. Juli 1998 wurde diese alte Tradition mit dem ersten Treffen der Nordhäuser Ansichtskartensammler wieder belebt. Seitdem steigt die Anzahl der Teilnehmer ständig, darunter erfreulicherweise in zunehmendem Maß auch Frauen und Jugendliche. Die Postkartensammler sind nicht vereinsgebunden und demnach auch keinen Statuten verpflichtet. Für die 10. Veranstaltung hat sich der Veranstalter etwas Besonderes ausgedacht. So wird eine Ansichtskarte mit direktem Bezug zu diesem Jubiläumstreffen herausgegeben. Um die Attraktivität und den Seltenheitswert zu erhöhen, ist die Karte auf 50 Stück limitiert. Sie kann nur zum Jubiläumstreffen käuflich erworben werden, das gegen 17 Uhr endet.

