"Spielend Russisch lernen
Unter der Schirmherrschaft von Minister Christoph Matschie beteiligt sich Thüringen bereits zum dritten Mal am Bundescup Spielend Russisch lernen. Ebenfalls zum dritten Mal findet eine der Regionalrunden in Nordhausen statt...
Am kommenden Mittwoch sind 26 Schülerinnen und Schüler eingeladen, ab 11 Uhr im Wilhelm von Humboldt-Gymnasium das deutsch-russische Brettspiel New Amici zu spielen. Die Siegerehrung ist für 15:30 Uhr geplant.
Ziel des Bundescups ist es, auch jenen Schülerinnen und Schülern einen spielerischen Zugang zum Russischen zu ermöglichen, die bislang keine Erfahrung mit dieser Sprache haben. Aus diesem Grund spielen alle teilnehmenden Jugendlichen das Sprachlernspiel New Amici in gemischten Zweiermannschaften: Ein Partner lernt bzw. beherrscht Russisch, der andere hat keine Russischkenntnisse. Qualifiziert haben sich alle Teilnehmer der insgesamt 16 Regionalrunden durch einen Sieg in einer schulinternen Runde, die an 238 deutschen Schulen vor den Sommerferien ausgetragen wurden.
Das Deutsch-Russische Forum organisiert den Bundescup im dritten Jahr.
Die Siegermannschaft von Nordhausen wird eine von 16 Mannschaften sein, die Ende Oktober in Gelsenkirchen auf Schalke das Finale bestreiten darf. Der Hauptförderer des Projektes, Gazprom Germania, lädt außerdem alle Finalisten zum Spiel FC Schalke gegen Bayer Leverkusen ein.
Ein Schwerpunkt des sozialen Engagements der GAZPROM Germania besteht in der Nachwuchsförderung. Durch die Verbindung von Schule und Sport und die Unterstützung des FC Schalke 04 leistet der Bundescup auf spielerische Art und Weise einen Beitrag, die Schülerinnen und Schüler an die Russische Sprache, das Land und die Kultur heranzuführen., sagt Burkhard Woelki, Leiter Unternehmens-kommunikation von Gazprom Germania.
Zum Programm in Nordhausen gehört, dass alle Teilnehmer gemeinsam Pelmeni kochen. Außerdem wird die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch Begegnungsmöglichkeiten deutscher und russischer Jugendlicher vorstellen sowie Perspektiven, die sich aus dem Russischlernen ergeben. Die zahlreichen Preise, die es beim Bundescup zu gewinnen gibt, stellen die Wintershall Holding GmbH, der Cornelsen Verlag und Lernidee Erlebnisreisen zur Verfügung.
Russischer Partner des Deutsch-Russischen Forums e.V. ist der Fond Russkij Mir. Kooperationspartner sind die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, das Goethe-Institut Russland, der Deutsche Russischlehrerverband e.V. und der Fachverband Russisch und Mehrsprachigkeit e.V. Der Bundescup wird von Gazprom Germania, der Wintershall Holding GmbH, dem Cornelsen-Verlag, dem FC Schalke 04, Lernidee Erlebnisreisen und der Vertriebsgesellschaft Californian Products mbH gefördert.
Autor: nnz
Kommentare
TeeEff
03.10.2010, 13:51 Uhr
Matschie und die Zukunft?
Würde dem Mann und seiner Partei wirklich was an diesem Land liegen, tät er sich für mehr Spanisch, Arabisch oder vor allem Chinesisch an den Schulen stark machen, um den Schülern eine wirkliche Basis für ihr zukünftiges Berufsleben zu schaffen und sie wenigstens halbwegs dazu zu befähigen, im wirtschaftlichen Wettbewerb einmal bestehen zu können.
Stattdessen spart man aber gar lieber an Geldern für die Bildung und ein SPD Bürgermeister führt die Studentensteuer in der Stadt ein...
Naja aber da das ja von Gazprom gesponsort ist, einer Firma in der der ehemaliger Kanzler Schröder, der Kanzler der Bosse, im Vorstand sitzt und die rücksichtslose Ausbeutung der Bodenschätze um jeden Preis die Maxime ist, wundert es mich nicht wirklich.
Motte83
03.10.2010, 14:17 Uhr
Lieber Bildung als Matschie
Das nenne ich ja Engagement eines Kultusministers. Als oberster Funktionär über unser Bildungssystem kommt er ja prima seiner Verantwortung nach.
Spielend Russisch lernen.... Scheint immens wichtig zu sein!!! Vor allem in einer Zeit, in der Fachliteratur mehr und mehr auf Englisch verfasst wird, Geschäftspartner Chinesisch sprechen und Spanisch Welthandelssprache ist.
Die Englisch-Lehrerin meiner Tochter an der Grundschule ist seit einem Jahr krank!!! Ersatz vom Schulamt gibt es nicht. Der Dienstherr des Schulamtes ist Herr Matschie.
Wir kompensieren das nun einfach mal mit Russisch. Und weil der Kultusminister sonst in seinem maroden Schulsystem keine Handlungsnotwendigkeit sieht, geht er derzeit parallel den Privatschulen an den Kragen.
Das Thüringer Schulsystem war bundesweit vorbildlich. Bis die SPD mit Herrn Matschie meint, ein NRW-System neu erfinden zu müssen (Gemeinschaftsschule heißt dort Gesamtschule). In NRW kann man auch ohne alle Kriterien zu erfüllen, ein Abitur machen. Das ist so gut, dass man auch nur in NRW damit studieren darf.
Naja, wenn wir das in Thüringen schaffen, verlassen uns die jungen Menschen wenigstens nicht zum Studium in andere Bundesländer.
Super Plan, Herr Matschie!
Georg66
03.10.2010, 16:12 Uhr
was soll das?
Also das versteht doch niemand. Erst ist 20 Jahre lang Englisch aktuell und nun kommt Russisch. Ob das nun so förderlich für die Jugend ist, bleibt abzuwarten, denn mit dem Englischen kommt man auf der Welt etwas weiter.
Auch bei Gazprom wird bestimmt nicht so viel Russisch gesprochen, denn diese Firma ist ja auch international angagiert. Aber wer es haben will, der soll es bekommen. Ich bin aber eher dafür, das die Übersiedler und Spätheimkehrer aus der ehemaligen Sowjetunion besser deutsch sprechen können.
Aber wie schon mal geschrieben wurde, Bildung ist nicht alles, um beruflich erfolgreich zu sein, denn es gibt genug Langzeitarbeitslose, die "Überqualifiziert" sind.
Peppone
03.10.2010, 17:49 Uhr
Ob die Kinder Russich,
jalla, jalla; manana, manana; oder chinesische Schriftzeichen in der Schule lernen ist eigentlich nur zweite Wahl, alles davon ist etwas wert und kann unter Umständen für die Zukunft nützlich sein! Die Schule kann aber auch nicht alles anbieten und muss hier einschränken. Zwei Fremdsprachen sind für viele Schüler auch schon eine zu viel. Englisch ist heute erste Fremdsprache, keine Frage, bei mir war sie zu meiner Zeit leider nur zweite.
Dass geschichtlich bedingt bei uns gute Russischlehrer zur Verfügung stehen, dürfte vor allem Eingeborene nicht überraschen. Damit meine ich nicht Herrn Matschie und seine Schirmherrschaft über das Projekt, sondern die Geber der guten Ratschläge, welche Sprachen Schüler heute lernen müßten.
Was die guten Ratschläge betrifft, man sollte den Nutzen der russischen Sprache nicht unterschätzen. Es ist gut, dass wir in den neuen Bundesländern Russisch als Fremdsprache anbieten können. Russland ist ein schlafender Riese zu dem Deutschland seitens des Kontinents aus der Geschichte und Lage heraus schon immer das Bindeglied war. Russland wird in Zukunft eine bedeutende wirtschaftliche Rolle spielen, schon allein aufgrund seines wachsenden Marktes und seiner Ressourcen. Ob der Schröder da bei einem Öl- und Gasversorger einen gut bezahlten Job hat oder nicht, das spielt keine Rolle. Russlands Rolle als Wirtschaftspartner wird steigen und Kinder, die die Sprache sprechen werden als Erwachsene bessere Chancen im Berufsleben haben.
@logix – wenn Ihre Tochter aufgrund der einjährigen Krankheit der Englischlehrerin an der Grundschule keinen Englischunterricht hatte, was wurde denn in den Unterrichtsstunden gemacht? Wenn dort kein Englisch unterrichtet wurde, wäre es in der Tat eine Schweinerei!
@georg66- das Thema Überqualifizierung hat mit Sicherheit nichts mit den erlernten Fremdsprachen unserer Schüler zu tun. Genau so wenig haben die Deutschkenntnisse von Übersiedlern oder Spätaussiedlern etwas mit den Fremdsprachenkenntnissen unserer Schüler zu tun. Was wollen Sie damit denn sagen? Das doof sein eines Schülers die Chance auf einen späteren Arbeitsplatz erhöht? Das Gegenteil ist der Fall. Ansonsten mag ich mich zur Überqualifizierung nicht weiter äußern, dazu bin ich ganz eindeutig unterqualifiziert!
Retupmoc
04.10.2010, 08:10 Uhr
Klasse Matschie
Die Linken ausgrenzen und dann mit Gasprom und Schalke 04 gemeinsame Sache machen. Wenn das Ihre Freunde sind, möchte ich mal Ihre Feinde sehen.
Wir haben Wichtigeres in Thüringen zu tun. Und Sie haben nur noch ein paar Jahre Zeit, bis Sie abgewählt sind.
TeeEff
04.10.2010, 15:37 Uhr
Russisch liegt im Koma!
Lieber Hubertus,
es ist leider bei weitem nicht so, das in der Region geschichtlich bedingt gute Russischlehrer zur Verfügung stehen. Zum einen liegt das daran, das viele von den zu DDR-Zeiten tätigen inzwischen am Ende ihres Berufslebens angekommen sind, zum anderen daran das sie oft hoch zuverlässige Kader waren und daher entfernt wurden.
Darüberhinaus lassen die damals vermittelten didaktischen Methoden - angefangen beim Frontalunterricht - schwer zu wünschen übrig und haben heutzutage in der Sprachausbildung keine Berechtigung mehr.
Viele der damaligen Lehrer sind aber darin geschult worden und haben ihre Lehrmethoden da herum entwickelt. Weiterhin halte ich Sprachunterricht durch NICHT Muttersprachler oder Leute die zwei Muttersprachen sprechen, grundlegend für ungenügend. Warum?
Neben obigem zeigen meine Erfahrungen mit Sprachunterrichten, die u.a. von einer Russischlehrerin (sie ist Dualsprachlerin) bestätigt werden oft starke Defizite. Ihr fällt bei 95% aller die in der Schule Russisch hatten auf, das sie jede Menge Worte grundlegend falsch betonen und kann daran immer sagen: Lehrer war Muttersprachler, oder nur angelernt.
Weiterhin ist trotz 5 bis 7 Jahren Russischunterricht auf POS und EOS das wirkliche Sprachgefühl und Verständnis minimal und abseit vorgefertigter Sätze und weniger weiterführender Verständnisse wenig ausgeprägt. Faktisch niemand kann sich wie die meisten des Englischen mächtigen auch über allgemeine, vorher unbekannte Dinge vererständigen oder sie zumindest umschreiben.
Schuld ist dort auch oft die Schranke des Kyrillischen Alphabetes und die russische Gramatik wie auch Betonung, die für west- und mitteleuropäische Ohren einfach immer kompliziert ist. (Nebenbei ich besuche (eher nur zum Spass) einen Erwachsenen/Jugendlichen Russischkurs - mit großem Anteil Muttersprachlern als Teilnehmer, die zwar flüssig sprechen, aber nicht russisch lesen oder schreiben können - also Aussiedlern...sogn. Russlanddeutsche etc. - die allerdings dem Deutschen ALLE mächtig sind).
Warum halte ich Russisch für "tot". Nun, Russland ist vielleicht ein schlafender Riese, eher aber im tiefen Koma bis hirntot. Russland trägt seit 20 Jahren faktisch nicht mehr zur wissenschaftlichen und technischen Entwicklung bei. Seit dem kommt von dort nichts eigenständiges mehr und auchdie russische Kultur verliert im Wettbewerb mit anderen, nach der Öffnung für das fremde, zunehmend an Identität.
Russlands Industrie liegt bis auf die Rohstoffförderung, Aufbereitung und deren Export, sowie dem Export von günstigen Waffensystemen am Boden. Und diese Situation hat sich in den letzten 20 Jahren unheimlich manifestiert. Mafiose Strukturen und Korruption bestimmen den Alltag und steuern die Geschicke in einem Maße, das es gesellschaftlich institutionell geworden ist und alle Bereiche tief durchdrungen hat - dies rückgängig zu machen ist fast aussichtslos und wird wohl nicht mehr zu meinen Lebzeiten passieren.
Wie tief am Boden Russland wirklich liegt - und welche gesellschaftlichen und sozialen Probleme es gibt - zeigt die Entwicklung der Geburten und Lebenserwartungen höchst deutlich. Ein Mann wird dort im Schnitt nur noch 59,8 Jahre alt und die Bevölkerung nimmt jährlich um fast 500.000 Einwohner ab. D.h. das man in 10 Jahren gut 5% von seinen ca. 140 Mio Einwohnern verliert.
Man muss das mal zu Ende denken und sich außerhalb der bekannten großen Städte die Situationen ansehen. Krankenhäuser ohne warmes Wasser, TBC Epidemie, Drogenmißbrauch ohne Ende etc.
Das sind die, zugegeben sehr traurigen Wahrheiten!
Und der Zerfall des Vielvölkerstaates SU hat eine Menge längst tot geglaubter ethnischer Probleme mit sich gebracht.
All dies und die daraus noch erwachsenen Probleme, Unabwägbarkeiten und Instabilitäten machen Russland zwar wegen seiner enormen und oft noch unerschlossenen Rohstoffe hoch interessant, aber heissen auch das es gesamtwirtschaftlich bis auf weiteres kein Globalplayer mehr ist und wenig bis nichts zu Innovationen beitragen wird.
Deswegen würde ich auf andere Sprachen setzen, inbesondere bei kindern die das Ende vieler herkömmlicher Rohstoffe in 20-30 Jahren noch voll erleben werden.
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