eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 15:00 Uhr
09.09.2010

Befallen

Das Stadtgebiet Nordhausen hat große Kastanienbestände. Diese Bäume sind stark von der Miniermotte befallen. Vor allem im Stadtpark ist das zu sehen...


Dazu sagte jetzt der Umweltamtsleiter der Stadt Nordhausen, Steffen Meyer: „Der Befall der Kastanien mit der Miniermotte ist in Nordhausen seit 2003 akut. Die Fraßtätigkeit der Larven vollzieht sich in den Blättern. Es werden regelrechte Gänge angelegt, die das Absterben der Blätter – sichtbar in der frühzeitigen Braunfärbung - zur Folge hat. Die Anzahl der Populationen hängt von der Witterung im Frühjahr ab. Bei Temperaturen über 20° C sind zwei Populationen möglich.

Zur Bekämpfung der Miniermotte stehen nur begrenzte Möglichkeiten zur Verfügung. Diese sind sehr aufwändig und kostenintensiv. Eine Möglichkeit der Schwächung der Population sind Lockstoff-Fallen, bei denen die männlichen Motten gefangen werden. In Nordhausen ist aufgrund der großen Bestände an Kastanien dieser Einsatz der Fallen nicht umsetzbar.

Auch der Einsatz von speziellen Pestiziden ist aus verschiedenen Gesichtspunkten unverhältnismäßig. Die momentane Bekämpfung beschränkt sich deshalb derzeit auf das konsequente und regelmäßige Beräumen des Kastanienlaubes und dessen sofortige Entsorgung. Das Verbrennen des Laubes praktizieren wir seit mehreren Jahren aufgrund der starken Rauchbelästigung nicht mehr.“ Bislang sei auch keine erhöhte Anzahl von abgestorbenen Bäumen durch den Befall der Miniermotte feststellbar, sagte er.

Erstmals wurde die Miniermotte im albanisch-mazedonischen Grenzgebiet 1984 entdeckt. Seit dieser Zeit verbreitete sie sich in den meisten Teilen Europas. Bislang haben sich keine natürlichen Feinde der Miniermotte eingestellt, die der ausufernden Population entgegen wirken. In neuester Zeit wurde beobachtet, dass Kohl- und Blaumeisen die Larven und Puppen der Miniermotte aus den Blättern der Kastanien herauspicken.

Das gibt dem städtischen Umweltamt Anlass zu vorsichtigem Optimismus, denn sollten die Meisen, die als sehr lernfähige Tiere bekannt sind, die Larven und Puppen der Miniermotte als ihre Hauptnahrung annehmen, könnte das der Verbreitung auf natürliche Art und Weise entgegenwirken.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
heyDu!
10.09.2010, 09:49 Uhr
Wie lange will die Stadt noch tatenlos zugucken?
Da ich täglich mit dem Kinderwagen unterwegs bin, ist mir das längst aufgefallen. Es ist ja leider nicht nur lokal auf den Stadtpark begrenzt sondern alle Kastanienbäume in NDH sind davon betroffen.
Wie lange kann den ein Baum diesen Motten standhalten?
Sicher mag es kostenintensiv sein, aber es ist ja nun weiß Gott kein schöner Anblick, wenn im Juli die Blätter schon krankhaft braun werden.
Bis jetzt wurde nicht einmal im Stadtpark das Laub weggeräumt. Irgendwas muß doch dagegen getan werden! Man kann nicht nur auf die Vögel hoffen?
TeeEff
10.09.2010, 11:51 Uhr
Es gibt mehrere Möglichkeiten
alle leider nicht umsonst.

Mehrfach hintereinander das Laub wegräumen bringt nur kurzzeitige Entspannung, da man dies nur Lokal und beispielsweise nicht in den - allerdings nicht so stark betroffenen Mischwäldern im Harz tun kann und sich daher das Problem in einiger Zeit wieder auftreten würde.

Der richtige Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln würde auch andere Populationen in Mitleidenschaft ziehen, während zu milde Mittel das Problem ebenso nicht beheben würden. Das Mittel der Wahl wäre wohl DDT, das aber aus guten Gründen nicht mehr zugelassen ist. (Gegf. in Kombination mit Pyrethrum, das aber stark fischtoxisch ist)

So kann man nur auf eine kombinierte Aktion von leichten modernen insektiziden und Laubvernichtung durch Verbrennung, oder Vergährung in Biogas, setzen, was aber doppelte Kosten verursacht.

Bleibt also nur das Prinzip Hoffnung auf Selbstregulation und die, wohl noch einige Zeit, in der Entwicklung befindliche Pilzvariante, die nur die Brut dieser Mottenart angehen soll (wers glaubt).
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)