eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Do, 07:45 Uhr
09.09.2010

nnz-Faktencheck: Eingemeindung?

Die nnz berichtete in diesem Monat darüber, dass es Gespräche für neue Strukturveränderungen im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Hohnstein/Südharz für eine Landgemeinde gibt und dabei auch die Stadt Nordhausen ihre Fühler ausgestreckt hat. Dazu wollen wir ihnen einige Fakten anbieten....


Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) bestätigte dies nun auch offiziell in der vergangenen Hauptausschusssitzung (siehe nnz Archiv) und verwies darauf, dass man für eine Zusammenarbeit mit allen Gemeinden bereit wäre, aber bisher nur drei Gemeinden die Stadt zu Gesprächen eingeladen haben.

Der Nordhäuser Bürgermeister erklärte, dass er zusammen mit den anderen Beigeordneten der Stadt sowohl in Neustadt, als auch in Herrmannsacker und Buchholz zu den Gemeinderatssitzungen eingeladen war und dort im Sinne der Rolandstadt vorgesprochen hat. Wer allerdings die kommunalpolitische Stimmungslage im Landkreis Nordhausen kennt, der weiß, dass die Stadt bei solchen Gesprächen praktisch keine Fürsprecher, sondern es in der Regel mit vielschichtigen Gegnern zu tun hat.

Weder der Landrat, noch die regionalen Landtagsabgeordneten und somit auch das Land Thüringen würden dabei auf der Seite der Rolandstadt stehen, wird beklagt - mal offiziell, mehr aber hinter vorgehaltener Hand. "Doch es gilt im Land Thüringen immer noch die Freiwilligkeitsphase für die Gebietsveränderungen und wenn sich die Vertreter in den Gemeinderäten im Südharz an ihren ehemaligen Kollegen aus den Orten Rodishain, Stempeda und Petersdorf ein Beispiel nehmen, dann sieht man, dass der Schritt zur Stadt dabei auch möglich ist", sagt Jendricke im Gespräch mit der nnz.

Die Rolandstadt behauptet in solchen Gesprächen natürlich immer, dass die Gemeinden bei Nordhausen langfristig besser aufgehoben sind und begründet dies unter anderem mit der größeren Solidargemeinschaft aller Bürger und der langfristig besseren Strukturdaten für die Stadt, als für wesentlich kleinere Landgemeinden. nnz wollte es genauer wissen und macht für die Leser hier den Faktencheck im Südharz mit den offiziellen Zahlen des Landesamtes für Statistik:

Einwohnerzahlen

Die Einwohnerzahlen der Stadt Nordhausen sind in den letzten Jahren relativ stabil geblieben und so sind für die Stadt am Jahresende 2009 44.127 Einwohner mit Hauptwohnsitz registriert.

In der VG Hohnstein/Südharz leben zum gleichen Zeitpunkt immerhin 8.236 Einwohner. Die Einwohnerzahlen der Orte im Einzelnen lauten: Niedersachswerfen (3.258), Ilfeld (3.000), Neustadt (1.154), Herrmannsacker (401), Buchholz (213) und Harzungen (210)

Für die Gründung einer Landgemeinde sieht der Gesetzgeber mindestens 5.000 Einwohner vor, was somit im Südharz ohne weiteres möglich wäre und dies auch schon, wenn sich nur Ilfeld und Niedersachswerfen zusammenschließen (6.258) und alle anderen beispielsweise nach Nordhausen gehen würden.

Verschuldung der Gemeinden

Sinn macht es hier nur, aufgrund der unterschiedlichen Größenverhältnisse die Verschuldung pro Kopf der Einwohner zu vergleichen.

Eine neue Landgemeinde Südharz würde mit den derzeitigen Gemeinden der VG auf eine pro Kopf-Verschuldung von 1.022 Euro kommen und somit weit vor der Einwohnerverschuldung der Stadt Nordhausen mit nur 755 Euro pro Einwohner liegen.

Betrachtet man hier noch, dass die Stadt im Vergleich zu den Gemeinden auch noch selber Träger der Schulen ist, so fällt bei den bekannt hohen Schulinvestitionen der Vergleich sehr gut für die Stadt Nordhausen aus. Im Übrigen muss man wissen, dass nicht alle Gemeinden im Südharz eine hohe Verschuldung haben – hier fallen aber gerade die beiden großen Gemeinden Ilfeld (1.236 Euro) und Niedersachswerfen (1.126 Euro) mit den höchsten pro Kopf-Verschuldungen im Landkreis auf. Dagegen stehen die Gemeinden Harzungen (28 Euro), Buchholz (118 Euro), Hermannsacker (152 Euro) und Neustadt (494 Euro) recht gut da, was ihnen allerdings dann in einer neuen Landgemeinde aufgrund der wesentlich geringeren Einwohnerzahl wiederrum nichts nützt.

Finanzkraft der Kommune

Die Verschuldung ist allerdings immer nur eine Seite der Medaille – denn für die Zukunft zählt, was kommt rein in die kommunalen Kassen, um die Ausgaben zu finanzieren.

Im Gegensatz zur Verschuldung sind hier hohe Werte pro Kopf von Vorteil und siehe da auch hier kann die Rolandstadt punkten. Die Steuereinnahmekraft pro Einwohner gibt bei den Kommunen den Wert aller Einnahmen der eigenen Steuern (Gewerbesteuer und Grundsteuer) und den Wert aus Steuerumlagen vom Bund (Anteil an der Umsatz- und Einkommenssteuer) an. Wer hier vorn liegt, nimmt mehr ein und kann natürlich mehr für Investitionen oder für seine Bürger ausgeben.

Hier die Steuereinnahmekraft pro Einwohner anhand der Zahlen 2009 im Einzelnen: Nordhausen (469 Euro pro Einwohner) und im Vergleich dazu die mögliche Landgemeinde Südharz (265 Euro pro Einwohner) – davon Niedersachswerfen (238), Ilfeld (264), Neustadt (332), Herrmannsacker (333), Buchholz (202) und Harzungen (277)

Wirtschaftskraft der Kommunen

Ohne starke Unternehmen kann eine größere Kommune nicht überleben und beim Landesamt für Statistik findet man so unter anderem die Anzahl der Unternehmen im Industriebereich mit über 20 Beschäftigten (letzter Stand Ende 2008): Nordhausen 37 Unternehmen und in der VG Hohnstein/Südharz gibt es davon 3 – zwei in Ilfeld und eins in Niedersachswerfen.

Im ganzen Landkreis sind es übrigens 59 solcher Unternehmen und damit man die gute Zahl der Stadt Nordhausen richtig werten kann, hier mal die Zahlen der anderen großen Städte in Thüringen: Erfurt (85), Gera (40), Jena (80), Weimar (20), Eisenach (20) und Suhl (25)

Und wie geht es mit der Wirtschaft in den Regionen weiter voran? Ein Indiz dafür bildet der Saldo der jährlichen An und Abmeldungen bei den Gewerbeanzeigen (Zahlen vom Jahr 2009): Nordhausen hat da ein sattes Plus von immerhin 79 mehr Anmeldungen zu Abmeldungen zu verzeichnen. Für die VG Hohnstein/Südharz lag das Plus immerhin noch bei 10.

Die Zahlen sprechen für sich – aber sie sind sicher auch allein nicht alles, was bewertet werden muss. Vielleicht sollten sich aber zumindest die politisch Verantwortlichen in den Gemeinden im Südharz dazu entscheiden, dass ihre Bürger selbst per Bürgerentscheid den künftigen Weg für ihre Gemeinden vorgeben können. Aber einen solchen Bürgerentscheid will man von Seiten der "Strippenzieher im Landkreis" offenbar unbedingt vermeiden – aufgrund der guten Zahlen könnten die Bürger in den Gemeinden schließlich dann doch für Nordhausen votieren und wer will dies schon?

Eine andere Möglichkeit wäre, nach den Jahren der Eingemeindung von Petersdorf, Stempeda und Rodishain nach Nordhausen doch mal in diesen Kommunen nachzufragen. Schließlich sollte man sich kennen - alle drei Orte waren einst Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Hohnstein/Südharz.

Die Zahlen sind dem Material des Statistischen Landesamtes entnommen worden
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
geloescht.otto
09.09.2010, 12:55 Uhr
lasst
die Finger von Neustadt, wir sind in der VG- Hohnstein sehr gut aufgehoben. Eine Eingemeindung (hört sich komisch an, wie eine Drohung) nach Nordhausen wäre das Letzte was wir brauchen - nur wenn gar nichts mehr geht!!!
caro
09.09.2010, 14:11 Uhr
Nein danke
Einer Eingemeindung würde ich auch in keinem Fall zustimmen. Dadurch werden doch die kleinen Gemeinden meiner Meinung nach unterdrückt, man spricht dann nur noch von Nordhausen und zb Neustadt, Harzungen und die anderen Gemeinden verschwinden bald Namentlich ganz von der Bildfläche.

Es ist doch zb bei Osterode schon so, dass viele nicht wissen das es den Ort hier gibt. Alle fahren Richtung Westen und genau so wird es dann mit den anderen Orten auch sein. Die ganzen Behördengänge werden in Nordhausen erledigt und die einzelnen Verwaltungen können dicht machen, sehr Bürgerfreundlich.
eine Nordhäuserin
09.09.2010, 14:51 Uhr
Nordhausen, nein Danke !!!
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen, in Nordhausen wären wir nur das 35. Rad am Wagen. Nicht zu vergessen, ist die perspektivische Entwicklung der Region !!!! Wir wollen weitestgehend eigenständig bleiben und nicht an der "Nadel" der Stadt Nordhausen hängen.

Ich hoffe, im Namen aller betroffenen Bürger, dass sich die Bürgermeister und die gewählten "Volksvertreter" für den Erhalt der jetzigen Struktur bzw. für eine Landgemeinde aussprechen.
mussmalsagen
09.09.2010, 19:34 Uhr
, dass ich hier wieder das Thema Autohof ins Spiel bringen muss
Ich möchte nur daran erinnern, dass im November die Stadträte der STADT NORDHAUSEN über das Wohl der Bürger von SUNDHAUSEN abstimmen. Wenn man nicht dort wohnt, wo einen die Entscheidungen selbst betreffen, hat man eine ganz andere (ökonomische) Einstellung.
Es hat also nicht immer Vorteile, wenn man zur Stadt gehört...
Peppone
09.09.2010, 22:54 Uhr
Zahlen sind doch was Schönes,
man kann soviel damit machen. Hier mal die Zahlen der Gemeinde Hamma im Vergleich zu den Zahlen von Nordhausen aus dem Beitrag.

Einwohnerzahlen:

Hamma hat in den letzten 20 Jahren ca. 14% seiner Einwohner verloren. Die Kernstadt Nordhausen hat im selben Zeitraum ca. 19 % ihrer Einwohner verloren, von 47.000 auf 38.000! Rechnet man die Eingemeindungen der letzten zwanzig Jahre von 11 Gemeinden dazu, sieht der absolute Verlust von Einwohnern prozentual sogar noch schlimmer aus.

Verschuldung der Gemeinden:

Hamma hat 3 Euro pro Kopf Verschuldung. Nordhausen hat 755 Euro pro Kopf Verschuldung. Die pro Kopf Verschuldung von Nordhausen ist also 250 mal höher, als in Hamma

Finanzkraft der Kommunen:

Da muss ich bei Hamma leider passen. Soweit geht die Freude bei den Kollegen vom Thüringer Landesamt für Statistik nun auch wieder nicht. ;-)

Wirtschaftskraft der Kommunen:

In Hamma gibt es ein Unternehmen, welches ungefähr in den Vergleich des Beitrages passt. Das macht immerhin ein Unternehmen pro 300 Einwohner. Bei Nordhausen sieht es da schon trauriger aus. Es gibt nur 37 Unternehmen für 44000 Einwohner. Also ein Unternehmen pro 1200 Einwohner.

Vorläufiges Fazit: In drei von vier hier aufgeführten Punkten hängt Hamma die Stadt Nordhausen um Längen ab. Wenn ich statistikgläubig wäre, würde ich Herrn Heim bitten, über eine Eingemeindung von Nordhausen nach Hamma nachzudenken.;-)

Endgültiges Fazit: Auch wenn die Zahlen rechnerisch stimmen, „richtig“ sind sie natürlich in den meisten Fällen nicht. Der reale Einwohnerverlust mag ja noch stimmen, die Verschuldung sagt in unserer Region aber nur aus, was Städte und Gemeinden bisher in Infrastruktur investiert haben. Wirtschaftskraft über die Zahl der Unternehmen zu definieren verbietet sich sowieso, ein Unternehmen kann mehr Bruttosozialprodukt schaffen als hundert Unternehmen.

Hoffentlich hört diese Eingemeindungsmanie bald auf. Einen Rat des Kreises, der die „Mittel“ auf die Dörfer verteilt, haben viele von uns schon einmal erlebt. Wenn kleinere Städte und Gemeinden sich nicht mehr selbst verwalten, dann ist es mit der Demokratie auch nicht weit her in diesem Land.
H.M
09.09.2010, 22:58 Uhr
lesen, verstehen, schreiben....
…man darf diesen Artikel nicht oberflächig lesen! Es ist bei der angespannten finanziellen Situation der Gemeinden sicher nicht ganz einfach eine Entscheidung zu treffen. Egal welcher Art! Egal wie diese ausfällt und ob sie richtig oder falsch ist zeigt die Zukuft.

Es gibt 4 Möglichkeiten. Man kann eigenständig als „erfüllende Gemeinde“ bleiben…. Wenn man sich das leisten kann! Man kann als Ganzes als VG zusammen bleiben, dann verschenkt man Geld! Man kann Landgemeinde werden und würde in der freiwilligen Phase eine „ Kopfprämie“ pro Einwohner einmalig bekommen und würde als Landgemeinde über die Jahre höhere Zuweisungen pro Jahr bekommen! Und man kann natürlich auch mit der Stadt verhandeln…
Welcher Weg der richtige Weg ist weiß man erst in ein paar Jahren.

Aus den Vorberichten der NNZ kann ich aber nur sagen, dass die Stadt nicht mit einer Eingemeindung droht, sonder mit den Gemeinden verhandelt und Gemeinden sogar auf die Stadt zugegangen sind. Was bei einem Beitritt zur Stadt oder nach Bildung einer Landgemeinde auf dem Ortsschild steht weiß man nicht! In beiden Fällen aber bestimmt nicht mehr Niedersachswerfen, Neustadt, Ilfeld, Harzungen, Herrmannsacker oder Buchholz…….
NDHler
10.09.2010, 07:56 Uhr
@H.M
Sehr sachlicher Beitrag! Vielleicht sollten alle das Thema mal etwas sachlicher angehen. Richtig ist, dass die Gemeinden auf die Stadt zugegangen sind und nicht umgekehrt. Ich kann mir gut vorstellen, dass man in Nordhausen von dieser Offerte selbst etwas überrascht war.

Das Jendricke die Einladung angenommen hat und für Nordhausen geworben hat ist ja mehr als verständlich. Im Übrigen geht es den Ortsteilen wie Petersdorf, Steigertal oder Stempeda jetzt nicht schlechter als vor der Eingemeindung. Alle haben ihren Namen und ihren dörflichen Charakter behalten und es wurde zielgerichtet investiert! Daran sollten sich die gewählten Abgeordneten orientieren!

Zum Thema Autohof noch einmal, der Ortschaftsrat wusste zu diesem Thema von Anfang an Bescheid. Damit ist alles gesagt. Außerdem ist hier noch nichts entschieden.
Totofino
10.09.2010, 21:58 Uhr
Nur Empfehlungen abgeben
Ich möchte mit einem Zitat aus der Satzung des Ortsteiles Sundhausen beginnen, dies steht aber in den anderen Satzungen der OT ähnlich oder deckungsgleich :

"Der Ortschaftsrat kann zu allen Angelegenheiten"
"der Ortschaft Empfehlungen abgeben"
"Äußert sich der Ortschaftsrat nicht, gilt das als Zustimmung"

Mein Zusatz :
Entschieden wird dann durch den Stadtrat.

Das sollte sich jede zuwanderungswillige Gemeinde genau durchlesen, vieleicht sind am Anfang Zugeständnisse möglich, aber später werden dann z.B. Rasenflächen nur noch zwei Mal im Jahr geschnitten von einer Pflege der Grünanlagen ist ganz zu schweigen, das spart sich nämlich die Stadt NDH in den Ortsteilen, in der Kernstadt sieht das ja anders aus.

Unbedingt sollten über einen Beitritt zur Stadt NDH aber die Bürger in einer Wahl entscheiden, so etwas sollte auf keinen Fall über ihre Köpfe hinweg entschieden werden.

MfG

PS: Vieleicht hat die Stadt NDH den Traum von der Kreisfreiheit immer noch nicht aufgegeben, wenn dies einträfe, würde es bedeuten, das die "Restbürger" des Landkreises dann ihre Verwaltungsangelegenheiten später in SDH oder gar in Artern klären müßten.
Teilnehmer
11.09.2010, 18:09 Uhr
Bürgerinnen und Bürger sollen bei Gebietsveränderungen abstimmen!
Egal für welche Variante (Zusammenschluss als Landgemeinde, Erfüllende Gemeinde oder Eingemeindung nach Nordhausen) sich die Gemeinden im Südharz entscheiden wollen, es sollte doch dazu die Entscheidung durch die Bürgerinnen und Bürger zugelassen werden.

Die politisch Verantwortlichen in diesen Orten sollten den Menschen vor Ort so viel Sachverstand zutrauen, den Weg ihrer Orte für die Zukunft (mit) zu bestimmen.

Wer die Entscheidung ohne die Einbeziehung der Leute treffen will - will auch keine Demokratie!
NDHler
12.09.2010, 09:37 Uhr
Großkreis kontra Großstadt
Für eine Bürgerabstimmung bedarf es im Vorfeld aber der fairen Möglichkeit für alle Seiten sich zu präsentieren. Es geht hier weniger um emotionale Empfindlichkeiten sonder um sachliche Fakten. Aufklärung über die unterschiedliche Möglichkeiten wäre das wichtigste! Übrigens sind, lieber rwe62, in einer Landgemeinde die Ortschaftsräte auch an die Entscheidungen der „Landgemeindeverwaltung“ gebunden.

Völlig selbstständig wird in Zukunft keine der Gemeinden mehr sein. Und was das Thema Kreisfreiheit angeht, sie sollten sich mal intensiver mit der Thüringer Landespolitik auseinander setzen. Dann wüssten sie, dass Städte wie Eisenach und Suhl ihre Kreisfreiheit wieder verlieren werden, sogar die Kreisfreiheit Weimars ist in Zukunft fraglich. Was sie da schreiben ist doch völliger Blödsinn. Das Thema ist in Nordhausen schon lange vom Tisch, wird bei solchen Diskussionen von Typen wie ihnen immer wieder gern aus der Schublade geholt. In einem künftigen Großkreis Nordhausen/Kyfhäuserkreis wird sicher der Kreissitz in Sondershausen sein. Das liegt für alle zentraler. Die Eingenverwaltung von Städten wie Nordhausen wird im Gegenzug in Zukunft gestärkt und an die von heute kreisfreien Städten heranreichen.

Das heißt für alle Nordhäuser werden die wichtigen Entscheidungen im Nordhäuser Rathaus getroffen, für alle anderen im Kreistag von Sondershausen. Das wird die Zukunft sein. Fraglich ist nur noch der Zeitpunkt der Reform.
Peppone
12.09.2010, 15:23 Uhr
Großkreis kontra Großstadt?
Diese Frage stellt sich überhaupt nicht, auch wenn das ein Kommentator gerne so sieht.

Eine Großstadt hat mindestens 100.000 Einwohner. Das ist keine Erfindung von mir, sondern eine internationale Festlegung, die es seit mehr als hundert Jahren gibt. Und um das zu werden ist die „Großstadt“ Nordhausen mal eben um 56.000 Einwohner zu klein. Zumindest wurde richtig erkannt, dass es keine Kreisfreiheit für die Provinz, und das sind wir hier in Nordthüringen nun leider einmal, mehr gibt.

Ein „Großkreis“ NDH-KYFF soll nach einer Meinung in der Kommentarspalte kommen? Und Sondershausen soll Kreisstadt werden? Um das zu prognostizieren bedarf es schon einer Glaskugel und einer schwarzen Katze. Da gibt es noch einige andere Varianten, die dort eventuell kommen können und auch einen Sinn ergeben.

Und deshalb ist es wichtig, über den städtischen Tellerrand einmal hinauszuschauen. Wenn die Verantwortlichen unserer jetzigen Kreisstadt ihr Verhalten gegenüber ihrem EIGENEN LANDKREIS, ZU DEM SIE GEHÖREN, nicht signifikant ändern, sehe ich schwarz für eine zukünftige Kreisstadt Nordhausen. Natürlich verfolgt man dieses Trauerspiel , mit hin- und her klagen vor Gerichten und Stillstand bei wichtigen Entscheidungen in KYFF, EIC und UH ganz genau, hier und da sogar mit berechnender Schadenfreude.

Leider wird sich das Verhältnis zwischen Stadtoberen und Landkreisoberen kurzfristig nicht ändern. Es bleibt zu hoffen, dass hier nach den nächsten Wahlen eine neue Generation von Lokalpolitikern eine bessere, auf die gesamte Region ausgerichtete Politik macht. Und Ziel für die Städte und Gemeinden des Landkreises sollte sein, dass Nordhausen auch in Zukunft Kreisstadt im Nordthüringer Raum bleibt!
Pe_rle
13.09.2010, 09:01 Uhr
Pro Kopf Verschuldung
in dem Bericht vom Bürgermeister Jendrike ist auch die Rede von Pro Kopf Verschuldung, da ist angegeben das jeder Nordhäuser 755 € Schulden in der Stadt hat.
Ich bin mir nicht Bewust mir von der Stadt Nordhausen Geld geliehen zu haben (lach).

Das sind die Schulden, die die Regierenden der Stadt Nordhausen selbst angehäuft haben mit in Zukunft steigenden Zahlen. Und wenn es dann genug ist gehen die Schuldner in den verdiehnten Ruhestand.

So sieht auch Politik in Deutschland aus.

Nordhausen war ja nur ein Beispiel
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)