Di, 07:18 Uhr
24.08.2010
Friedrich Nietzsche als Dichter
Die philosophische Dichtung Nietzsches steht im Mittelpunkt einer Lesung des Fördervereins Dichterstätte Sarah Kirsch am kommenden Samstag. Dazu ein Beitrag von Karin Kisker in der nnz.
Wer viel einst zu verkünden hat, schweigt viel in sich hinein. Wer einst den Blitz zu zünden hat, muss lange Wolke sein. (Friedrich Nietzsche)
In diesem Sinne findet am kommenden Samstag (28. August), um 14:30 Uhr in der Dichterstätte Limlingerode die monatliche Lesung statt, zu der, wie immer, jeder gern gesehener Gast ist. Im Zentrum steht Friedrich Nietzsche als Künstler. Es gibt wohl kaum einen modernen Philosophen, dessen Bekanntheitsgrad dem seinen vergleichbar wäre. Doch das heißt leider nicht, dass man ihn und sein Werk auch dementsprechend gut kennt.
Die Mitglieder des Fördervereins möchten Ihnen darum den Zugang zu Person und Werk über sein künstlerisches Schaffen ermöglichen. Ohne die Sprachkunst, ohne die eigenwillige Musik seiner Wortschöpfungen, die er dem Leben ablauschte, ist sein philosophisch künstlerisches Werk nicht begreifbar.
Kunstvoll verschlungen, metaphorisch, widersprüchlich und provozierend ist die Dichtung Nietzsches. Dem flüchtigen Leser erschließt sie sich ebenso wenig, wie sich dem oberflächlich lebenden Menschen das Leben offenbart.
Man muss sich entscheiden, ob man dumm und vergnügt oder klug und entsagungsvoll leben möchte. (Nietzsche)
Nietzsche hatte sich schon früh für das Unbequeme entschieden. So künden auch sein Leben und Werk vom Anspruch eines Visionärs, der es sich zum Ziel gesetzt hat, seinen eigenen Ansprüchen bis zur Selbstzerfleischung gerecht zu werden. In diesem Sinne sind seine Texte auch nicht kopflastige Abstraktionen. Alles ist von ihm durchlebt und erlitten. Er suchte die unendliche Verwirrung der irdischen Zusammenhänge klar zu denken, und diese denkerische Stringenz war doch stets begleitet vom höchsten Grad traumwandlerischen Rausches. Vielleicht hat sich noch nie ein lebendiger Mensch so weit und so wach, so vollkommen schwindelfrei und klar über den Rand des Irrsinns hinabgebeugt. (Stefan Zweig)
Die Mitglieder des Fördervereins freuen sich über Ihr Kommen am Samstag, dem 28. August 2010, 14:30 Uhr. Die Veranstaltung findet in der Langen Reihe 11, der Dichterstätte Sarah Kirsch, statt.
Karin Kisker
Autor: nnz/knWer viel einst zu verkünden hat, schweigt viel in sich hinein. Wer einst den Blitz zu zünden hat, muss lange Wolke sein. (Friedrich Nietzsche)
In diesem Sinne findet am kommenden Samstag (28. August), um 14:30 Uhr in der Dichterstätte Limlingerode die monatliche Lesung statt, zu der, wie immer, jeder gern gesehener Gast ist. Im Zentrum steht Friedrich Nietzsche als Künstler. Es gibt wohl kaum einen modernen Philosophen, dessen Bekanntheitsgrad dem seinen vergleichbar wäre. Doch das heißt leider nicht, dass man ihn und sein Werk auch dementsprechend gut kennt.
Die Mitglieder des Fördervereins möchten Ihnen darum den Zugang zu Person und Werk über sein künstlerisches Schaffen ermöglichen. Ohne die Sprachkunst, ohne die eigenwillige Musik seiner Wortschöpfungen, die er dem Leben ablauschte, ist sein philosophisch künstlerisches Werk nicht begreifbar.
Kunstvoll verschlungen, metaphorisch, widersprüchlich und provozierend ist die Dichtung Nietzsches. Dem flüchtigen Leser erschließt sie sich ebenso wenig, wie sich dem oberflächlich lebenden Menschen das Leben offenbart.
Man muss sich entscheiden, ob man dumm und vergnügt oder klug und entsagungsvoll leben möchte. (Nietzsche)
Nietzsche hatte sich schon früh für das Unbequeme entschieden. So künden auch sein Leben und Werk vom Anspruch eines Visionärs, der es sich zum Ziel gesetzt hat, seinen eigenen Ansprüchen bis zur Selbstzerfleischung gerecht zu werden. In diesem Sinne sind seine Texte auch nicht kopflastige Abstraktionen. Alles ist von ihm durchlebt und erlitten. Er suchte die unendliche Verwirrung der irdischen Zusammenhänge klar zu denken, und diese denkerische Stringenz war doch stets begleitet vom höchsten Grad traumwandlerischen Rausches. Vielleicht hat sich noch nie ein lebendiger Mensch so weit und so wach, so vollkommen schwindelfrei und klar über den Rand des Irrsinns hinabgebeugt. (Stefan Zweig)
Die Mitglieder des Fördervereins freuen sich über Ihr Kommen am Samstag, dem 28. August 2010, 14:30 Uhr. Die Veranstaltung findet in der Langen Reihe 11, der Dichterstätte Sarah Kirsch, statt.
Karin Kisker

