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Di, 15:25 Uhr
17.08.2010

Geld ist tabu

Das Wohl der Allgemeinheit und die wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen sind zwei Bereiche die, so sie zusammen auftreten, gerade in letzter Zeit häufig eher negative Assoziationen hervorrufen. Das sich Wirtschaft und Gemeinnützige Arbeit nicht zwingend gegenseitig ausschließen müssen, das versuchen die "Marktplätze" zu zeigen...

Unter dem Motto "Gute Geschäfte für Nordhausen" sollen Ende Oktober Unternehmen und Gemeinnützige Einrichtungen aus dem Landkreis auf dem 3. "Marktplatz" der Rolandsstadt zueinander finden.
Der Marktplatz anno 2009 (Foto: nnz) Der Marktplatz anno 2009 (Foto: nnz)
Man nehme folgendes Szenario: Der Gemeinnützige Verein X würde gerne die Grünanlagen vor dem Vereinshaus neu bepflanzen. Das jedoch kostet Geld, das der Verein nicht erübrigen kann. Der Gartenmarkt Y würde gerne ein Kinderfest veranstalten, weiß aber nicht wie man ein solches Fest am besten gestaltet, geschweige denn wo man die nötigen Utensilien möglichst kostengünstig herkriegen könnte. Der Gartenmarkt hat reichlich Pflanzen, Blumen und Erde, und der Verein hat Hüpfburg, Stelzen, Schminke und die nötige Erfahrung. Unter normalen Umständen würde X und Y kaum zueinander finden. Während Verein X die Neubegrünung wieder einmal verschiebt, schustert sich Gartenmarkt Y ein leidlich spannendes Kinderfest zurecht.

Damit die Geschichte nicht so endet, wurde die Idee der Marktplätze geboren. 2006 regte die Bertelsmann Stiftung an, die Methode, die ursprünglich aus den Niederlanden stammt, auch in Deutschland einzuführen. Lokale Gemeinnützige Einrichtungen und Unternehmen sollen dazu angeregt werden, sich auf Augenhöhe zu begegnen und Dienstleistungen, Sachwerte und Wissen auszutauschen. Geld ist dabei tabu. Praktisch heißt das der Gartenmarkt sponsort dem Verein das nötige Material für die Begrünung, während dieser im Gegenzug bei der Durchführung des Kinderfestes aushilft.

In Nordhausen haben sich unter der federführenden Leitung des Horizont e.V. die Stadt, der Landkreis und die Fachhochschule zusammengetan, um am 27 Oktober den 3. Marktplatz der Region auf die Beine zu stellen. 2009 nahmen 20 Einrichtungen und 13 Unternehmen an dem bunten Treiben teil. Aus Sicht der Veranstalter könnte das Interesse auf Seiten der Gemeinnützungen wie auch auf der, der Unternehmen natürlich noch größer sein, aber man hat allein im letzten Jahr immerhin 97 gegenseitige Vereinbarungen auf den Weg bringen können.

Wie viele Teilnehmer es dieses Jahr sein werden, steht noch nicht fest. Erst einmal müssen Interesse und Bedarf der Gemeinnützigen Teilnehmer ausgelotet werden, bevor man beginnt auch Unternehmen anzuschreiben. Zu diesem Zweck werden viele Vereine und Arbeitskreise aus dem ganzen Landkreis demnächst Einladungen erhalten.
Da die Organisations- und Kommunikationsstrukturen in Vereinen und Unternehmen aber durchaus als zwei verschiedene Welten bezeichnen werden können, wird es im Vorfeld der Veranstaltung noch einen kleinen Workshop für die Gemeinnützigen Teilnehmer geben. Sie sollen schließlich keine Bittsteller sein, sondern mit Wirtschaftsvertretern und Unternehmern Handeln und feilschen können. "Die Kooperationsmöglichkeiten sind vielfältiger als man zunächst denkt. Man muss aber vor allem erst einmal wissen, was man braucht, was man zu bieten hat, und wie man das alles am besten kommuniziert." so Professor Dr. Hartmut Bargfrede, einer der Initiatoren des Marktplatzes, von der Fachhochschule Nordhausen, "dabei ist es für beide Seiten hilfreich, das auf dem Marktplatz eine ungezwungene, quirlig-bunte Atmosphäre herrscht."

Der Marktplatz anno 2009 (Foto: nnz) Der Marktplatz anno 2009 (Foto: nnz)

Das liegt vor allem daran das die Teilnehmer aus allen möglichen Bereichen wie etwa Kultur, Sport, Bildung, aber auch dem Tierschutz oder der Kinder-, Jugend-, und Seniorenarbeit stammen, und sich natürlich auch präsentieren wollen.
Damit zwischen Kinderzirkus, Musikverein und Mittelaltertruppe auch die richtigen Partner in spe zusammentreffen, gibt es Makler. Das sind vor allem Studenten, die den Überblick über Angebot und Nachfrage behalten, und die verschiedenen Parteien in dem Trubel zusammenbringen sollen. Zusätzlich heizt ein Moderator die Stimmung an.

"Bei den Marktplätzen geht es um gemeinsames ehrenamtliches Engagement für die Region. Es werden nicht nur Vereinbarungen zwischen Vereinen und Unternehmen getroffen. Wir haben auch schon erlebt das einseitige Übereinkünfte zugunsten der Vereine getroffen wurden und das neue Kooperationen zwischen den Gemeinnützigen Einrichtungen entstanden sind."
so Angela Hummitzsch vom Horizont e.V.

Die ersten beiden Marktplätze waren schon ein Erfolg, und die Initiatoren hoffen das sich die guten Erfahrungen der letzten Marktplätze auch dieses Jahr wiederholen, und mehr Gemeinnützige Einrichtungen wie auch Unternehmen im Oktober ihren Weg in das Auditorium Maximum der FH finden werden.
Autor: agl

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