Mi, 07:05 Uhr
11.08.2010
nnz-Forum: "Noch einen drauf packen"
Mit den Folgen und Auswirkungen der Ansiedlung eines Autohofes bei Sundhausen beschäftigt sich eine Leserin der nnz in unserem Forum...
Die Wertigkeit eines Autohofes in unserer Region ist uns bekannt und die Wertigkeit der Investition auch bewusst. Auch besteht ohne Zweifel die Notwendigkeit eines solchen im Bereich der Autobahnen. Wir freuen uns über einen Investor, der Arbeitsplätze schafft und für einen mit der Investition verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung in der Region sorgt. Das ist unstrittig.
Das in Sundhausen geplante Projekt ist hinsichtlich der finanziellen Aspekte und vor allem auch der örtlichen Ausdehnung enorm, die daraus resultierenden, dauerhaften Beeinträchtigungen für den Ortsteil hinsichtlich der Wohnqualität jedoch nicht von der Hand zu weisen. Man darf nicht vergessen, dass es auch Investoren im Ort gibt, die in die Schaffung von neuem Wohnraum investiert haben und auch auf hohe Auslastung hoffen.
Viele Familien haben Sundhausen aufgrund seiner ländlichen Idylle als Wohnort gewählt. Sie schätzen trotz der A 38 die bislang guten Voraussetzungen für ein unbeschwertes Aufwachsen der Kinder und die guten Möglichkeiten, in der Natur zu entspannen. Dies wird nun getrübt durch die Planung eines Autohofes unmittelbar am Ortsrand. Zu viele offene Fragen, zu viele unbekannte Größen”, auf die es keine konkreten Antworten zu geben scheint, geben uns Anlass, dem Projekt mit großer Sorge entgegen zu sehen.
Wenn, wie im Bebauungsplan ersichtlich, die Vorbelastung für das Bebauungsgebiet und damit auch für die Anwohner von Sundhausen durch den Verkehr der A 38 und der B 4 hinsichtlich des Immissionsschutzes als stark eingeschätzt wird, dann ist nicht nachvollziehbar, dass man da noch einen drauf packt”. Kommt es bei uns nicht mehr darauf an, ob die Lärm- und Schmutzbelastung zunimmt?
Haben wir zukünftig noch weitere Projekte zu fürchten”, weil wir ja eh schon vorbelastet sind? Wie schnell können und werden Verstöße gegen die Emissionskontingente und generell gegen alle anderen Auflagen zum Schutz der Anwohner erkannt und vor allem können sie konsequent behoben werden? Das sind nur einige von vielen Fragen und Bedenken. Bei der Auflistung der vorgesehenen Gewerbe auf dem Autohof ist es auch fraglich, ob diese in Verbindung mit einer Rast- und Tankanlage für eine Autobahn zu sehen sind. Einzelhandelsbetriebe sollten, laut Plan, aufgrund einer Sättigung” in der Stadt Nordhausen ausgeschlossen werden.
Dem steht die Aussage des Projektentwicklers entgegen, dass auf dem Autohof unter anderem eine Landmetzgerei entstehen soll. Wie zuverlässig sind also die Planvorgaben? Der Bebauungsplan und darauf ist man sichtlich stolz, lässt dem Investor hinsichtlich der Umsetzung des Projektes und der Bebauung der Fläche größtmöglichen Spielraum und Flexibilität und setzt gleichzeitig die Möglichkeiten der Stadt, bei auftretenden Problemen, zu intervenieren, drastisch herab. Als eines der wichtigsten Ziele des Bauleitplanes der Stadt Nordhausen wird die konfliktfreie Einbindung des Gebietes in die vorhandenen in- und umliegenden Nutzungsstrukturen” angegeben.
Aufgrund der in meinen Augen zu geringen Bewertung des Schutzgutes Mensch” und der hierfür zu erwartenden Beeinträchtigungen wird das kaum möglich sein. Ich habe große Hoffnung und setze, wie viele Sundhäuser und Betroffene, großes Vertrauen in die Verantwortlichen und Entscheidungsträger, dass sie gemeinsam mit dem Investor eine verantwortungsbewusste Entscheidung treffen und die offensichtlich vorhandenen Standortalternativen unter der Prämisse in die Prüfung einbeziehen, dass trotz der finanziellen Anreize die Belange der ortsansässigen Bürgerinnen und Bürger nicht negiert oder verharmlost werden dürfen.
Monique Telemann, Sundhausen
Autor: nnzDie Wertigkeit eines Autohofes in unserer Region ist uns bekannt und die Wertigkeit der Investition auch bewusst. Auch besteht ohne Zweifel die Notwendigkeit eines solchen im Bereich der Autobahnen. Wir freuen uns über einen Investor, der Arbeitsplätze schafft und für einen mit der Investition verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung in der Region sorgt. Das ist unstrittig.
Das in Sundhausen geplante Projekt ist hinsichtlich der finanziellen Aspekte und vor allem auch der örtlichen Ausdehnung enorm, die daraus resultierenden, dauerhaften Beeinträchtigungen für den Ortsteil hinsichtlich der Wohnqualität jedoch nicht von der Hand zu weisen. Man darf nicht vergessen, dass es auch Investoren im Ort gibt, die in die Schaffung von neuem Wohnraum investiert haben und auch auf hohe Auslastung hoffen.
Viele Familien haben Sundhausen aufgrund seiner ländlichen Idylle als Wohnort gewählt. Sie schätzen trotz der A 38 die bislang guten Voraussetzungen für ein unbeschwertes Aufwachsen der Kinder und die guten Möglichkeiten, in der Natur zu entspannen. Dies wird nun getrübt durch die Planung eines Autohofes unmittelbar am Ortsrand. Zu viele offene Fragen, zu viele unbekannte Größen”, auf die es keine konkreten Antworten zu geben scheint, geben uns Anlass, dem Projekt mit großer Sorge entgegen zu sehen.
Wenn, wie im Bebauungsplan ersichtlich, die Vorbelastung für das Bebauungsgebiet und damit auch für die Anwohner von Sundhausen durch den Verkehr der A 38 und der B 4 hinsichtlich des Immissionsschutzes als stark eingeschätzt wird, dann ist nicht nachvollziehbar, dass man da noch einen drauf packt”. Kommt es bei uns nicht mehr darauf an, ob die Lärm- und Schmutzbelastung zunimmt?
Haben wir zukünftig noch weitere Projekte zu fürchten”, weil wir ja eh schon vorbelastet sind? Wie schnell können und werden Verstöße gegen die Emissionskontingente und generell gegen alle anderen Auflagen zum Schutz der Anwohner erkannt und vor allem können sie konsequent behoben werden? Das sind nur einige von vielen Fragen und Bedenken. Bei der Auflistung der vorgesehenen Gewerbe auf dem Autohof ist es auch fraglich, ob diese in Verbindung mit einer Rast- und Tankanlage für eine Autobahn zu sehen sind. Einzelhandelsbetriebe sollten, laut Plan, aufgrund einer Sättigung” in der Stadt Nordhausen ausgeschlossen werden.
Dem steht die Aussage des Projektentwicklers entgegen, dass auf dem Autohof unter anderem eine Landmetzgerei entstehen soll. Wie zuverlässig sind also die Planvorgaben? Der Bebauungsplan und darauf ist man sichtlich stolz, lässt dem Investor hinsichtlich der Umsetzung des Projektes und der Bebauung der Fläche größtmöglichen Spielraum und Flexibilität und setzt gleichzeitig die Möglichkeiten der Stadt, bei auftretenden Problemen, zu intervenieren, drastisch herab. Als eines der wichtigsten Ziele des Bauleitplanes der Stadt Nordhausen wird die konfliktfreie Einbindung des Gebietes in die vorhandenen in- und umliegenden Nutzungsstrukturen” angegeben.
Aufgrund der in meinen Augen zu geringen Bewertung des Schutzgutes Mensch” und der hierfür zu erwartenden Beeinträchtigungen wird das kaum möglich sein. Ich habe große Hoffnung und setze, wie viele Sundhäuser und Betroffene, großes Vertrauen in die Verantwortlichen und Entscheidungsträger, dass sie gemeinsam mit dem Investor eine verantwortungsbewusste Entscheidung treffen und die offensichtlich vorhandenen Standortalternativen unter der Prämisse in die Prüfung einbeziehen, dass trotz der finanziellen Anreize die Belange der ortsansässigen Bürgerinnen und Bürger nicht negiert oder verharmlost werden dürfen.
Monique Telemann, Sundhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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