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Do, 12:49 Uhr
05.08.2010

nnz-Forum: Planlos, Ziellos, Erfolglos

In die Diskussionen um den geplanten Autohof bei Sundhausen und eine mögliche Standortverlagerung in das Industriegebiet Goldene Aue mischt jetzt die Bürgerinitiative zur Rettung der Goldenen Aue. Deren Ansicht zufolge, verkommt das Industriegebiet zum Spekulationsobjekt...



Das, was die Bürgerinitiative (BI) schon vor 14 Jahren prophezeit hat, scheint nun Realität zu werden. Der jetzt gültige B-Plan (nachzulesen unter www.standortmanagement-thüringen.de) ist nur noch ein Fragment dessen, was der damalige federführende Baudezernent der Stadt Nordhausen, D. Beyse, und der Planungsverband als einzige Möglichkeit einer Vermarktungschance dieses Industriegebietes erachtet und gefordert haben.

Das Gebiet von 100 ha müsse als ganze Fläche erschlossen und verfügbar sein, damit man dort Großindustrie ansiedeln könne. Denn nur für Diese werde man „schweren Herzens“ die besten Ackerflächen der Region versiegeln, damit die jungen, gut ausgebildeten Fachkräfte in unserer Region eine Zukunftschance haben.

Alles Andere sei im Wettbewerb chancenlos. Auf die vielen Risiken und übermäßigen Probleme, die dieser Standort mit sich bringt, wurde seitens der BI sehr deutlich hingewiesen. Der heutige und vom Landesverwaltungsamt genehmigte Bebauungsplan bestätigt dies eindrucksvoll, denn all das, was von der BI als Standortprobleme und Nachteile benannt wurde, ist dort aufgezeigt. Weder darf der Krummbach überbaut werden, noch lässt sich die Hochwasserproblematik ohne riesigen, finanziellen Aufwand lösen. Die lange Liste der Einschränkungen könnte weiter fortgesetzt werden.

Das, was der Planungsverband und auch Politiker einst als Zukunftsvision für unsere Region prophezeit haben, tausende Arbeitsplätze im Industriegebiet sobald die A38 fertig wäre, wirtschaftlicher Aufschwung und sprudelnde Steuereinnahmen, ist bis zum heutigen Tage nicht eingetreten. Stattdessen sind hunderttausende Euro für Planung und Grundstücksaufkäufe ausgegeben worden, aber ein Investor ist bis heute nicht in Sicht. Da wird das Land schon im Internet auf diversen Immobilenseiten zum Verkauf angeboten, so als müsse man sich schnellsten von der gekauften Fläche trennen. Von einer Nachhaltigkeit dieser Wirtschaftsplanung kann keinerlei Rede mehr sein.

Der Vorschlag des NUV und der CDU Nordhausen, den umstrittenen Autohof doch ins geplante Industriegebiet zu verlegen, um ja nicht den Investor zu verlieren, bestätigt die Plan- und Ziellosigkeit. Hier bestätigt sich die Befürchtung der BI, dass, falls kein Großinvestor für dieses Gebiet gefunden wird, jeder genommen wird, nur um endlich der Öffentlichkeit zu suggerieren dass diese Planung ein Erfolg war. Sei es auch nur mit wenigen Arbeitsplätzen, dafür aber mit Erotikshop, Großparkplätzen und Table-Dance-Bar. Diejenigen, die in der Vergangenheit dieses Industriegebiet als „Heilsbringer“ für den maroden Wirtschafts- und Arbeitsmarkt hochstilisiert haben, müssten eigentlich nach diesen Forderungen des NUV aufschreien und ihre damaligen Versprechungen verteidigen.

Schließlich liefe eine derartige Planung vollkommen konträr zum Vorhaben und zur Satzung des Planungsverbandes. Sie sind alle still und das gibt der BI Anlass zu den schlimmsten Befürchtungen. Die BI muss daher weiterhin diese Planung und Entwicklung beobachten und sich gegebenenfalls wieder massiv in die öffentliche Diskussion einmischen, denn von alledem was seitens des Planungsverbandes und der Politik in den letzten 14 Jahren versprochen wurde, sind bis heute nur Seifenblasen geblieben, die alle nacheinander zerplatzen oder wie der Urbacher Bürgermeister Bernd Sebert formulierte, zum „Rohrkrepierer“ geworden sind.
BI Rettung der Goldenen Aue
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
98maschr
05.08.2010, 16:21 Uhr
Danke für 14 Jahre Blockade
Danke dafür und danke, daß mit einer derartig engstirnigen Einstellung sowohl in der Goldenen Aue als auch in Sundhausen auch in den nächsten 14 Jahre nichts passieren wird. Auf dass der Kreis Nordhausen weiter vergreise, wir noch mehr sinnlose Einkaufsfläche bekommen, wir in absehbarer Zeit keine Ärzte mehr auf dem Land haben usw. usf.

Ich hoffe inständig, daß sich der Kreistag nicht durch die hier im Moment massiv auftretende Polemik beeinflussen lässt von Leuten, die wahrscheinlich eh nicht zur Wahl gehen, geschweige denn mitbekommen was in ihrer Kommune geplant ist und dann trotzdem urplötzlich auf die Barrikaden stürmen obwohl sie rein moralisch kein Recht dazu haben.
Aussenseiter
05.08.2010, 16:59 Uhr
Fragen, Fragen, Fragen
So ganz sind die Ausführungen der BI „Goldene Aue“ nicht nachvollziehbar. Zum einen wird Sturm gegen ein Gewerbegebiet gelaufen, zum anderen aber wird sich über die mangelnde Umsetzung des geplanten Gewerbegebietes bzw. der Schaffung von Arbeitsplätzen beschwert bzw. über all dass was seitens des Planungsverbandes und der Politik in den letzten 14 Jahren versprochen wurde und geplatzt ist. Was war denn der Inhalt der Versprechen? (Hätte die BI doch froh sein können, dass die letzen 14 Jahre die Ackerflächen weiterhin nutzbar waren)
Aber vielleicht hab ich da ja auch irgend etwas nur falsch herausgelesen.

Fakt ist jedoch, dass ein Autohof an der ehemaligen B 80 unmittelbar an der Autobahnausfahrt eindeutig der bessere Standort ist als unmittelbar an einer Ortschaft gelegen. Die notwendige Bodenversiegelung müsste sicherlich nicht ganz so groß ausfallen wie einst vorgesehen, was die aufgeführten Problematiken minimieren sollten. Zudem wäre die weithin mögliche Sicht und Erkennbarkeit des Autohofes an diesem Standort ein großer Vorteil und könnte zum Florieren des Autohofes beitragen und möglicherweise künftig doch neue Investoren in unsere Region holen.
Das gleiche würde für den Standort Hesserode sprechen. In dem Zusammenhang würde mich interessieren warum in diese Richtung nicht weiter diskutiert wird.

Und in Sachen Steuereinnahmen stellt sich noch die Frage: Braucht die Region "Goldene Aue" keine Steuereinnahmen oder wohin fließen diese? Nobel wenn man solche Chancen ausschlägt und sie anderen überlässt.

MfG
Retupmoc
06.08.2010, 09:49 Uhr
Verkaufe
Ja jetzt ist die Katze aus dem Säckel. Ich bin auch dafür die Goldene Aue nicht zubetonieren zu lassen und unterstütze die Initiative gern.

Mein Angebot:

Die LEG möchte von mir und anderen ein Stück Land kaufen, das zu dem Erschließungsgebiet gehört. Ich habe dem zwar zugestimmt, weil ich es nicht brauche - nur wenn die Initiative dieses Land kaufen möchte...
An wen ich verkaufe ist mir eigentlich egal. Bei Interesse einfach melden. Damit kann man bestimmt die Investoren eine Weile ärgern.
Börni1
06.08.2010, 10:22 Uhr
antwort 98maschr
Ja, ja, die bösen Sundhäuser sind an allem Schuld- an der Vergreisung der Stadt, am Ärztemangel, an fehlenden Investitionen, an der Gebührenerhöhung der Stadt, an Schadenersatzforderungen des Investors, am fehlendem Geld in der Stadtkasse, am Hunger in der dritten Welt und an der globalen Klimaerwärmung!

Aber was will man von "Hinterwäldnern" erwarten, die sich für so gar nichts interessieren, außer für Polemik und die auch noch versuchen, sinnvolle Arbeitsplätze an der Stange einer Erotikbar zu verhindern.

Gut, dass nicht Sie über das moralische Recht der Sundhäuser zu entscheiden haben!
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