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Di, 07:01 Uhr
27.07.2010

nnz-Forum: Ein Dialog beginnt

Die Sundhäuser Bürgerinnen und Bürger und ihre Stadt – Nordhausen - sollten sich freuen. Über alle Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg ist in den vergangenen Tagen ein eindeutiges Signal erkennbar. Dazu eine Lesermeinung...


Der geplante Standort des Autohofes (AT 88) Sundhausen und nicht die Notwendigkeit eines Autohofes in der Region sollen völlig neu beurteilt werden. Ein solches Projekt kann eben nur im Einvernehmen mit der betroffenen Region, insbesondere deren Bevölkerung sinnvoll und dem Gemeinwohl dienend verwirklicht werden.

Die Aussagen von Frau Klaan in der Sundhäuser Festhalle vom 15.07.2010, die Standortfrage neu zu stellen; die Erklärung des Investors, auch an einem anderen geeigneten Standort an der A 38 in der Region zu investieren; der Standpunkt des Vorstandes des Nordhäuser Unternehmerverbandes, einen Standort im Industriegebiet Goldene Aue anzustreben – quasi als Impuls und sichtbares Zeichen für diesen Standort und das klare Bekenntnis der CDU-Fraktion, vor allem aber die Einladungen aller Fraktionen an die Sundhäuser Bürger von nun an aktiv in Ausschüssen und in Fraktionen zur Problematik zu werden, sind unverkennbare Signale in die richtige Richtung.

Die verhärteten Fronten vom 15.07.2010 in Sundhausens Festhalle sind aufgebrochen. Viele Sundhäuser haben bereits mit Stadträten und den Mitarbeitern der Verwaltung gesprochen und dabei vielleicht kritische Worte, überwiegend allerdings Einsicht und Verständnis erfahren. Unser Demokratie funktioniert also, Träger derselben sind die Bürger – alle Bürger.
Jödicke, Sundhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Psychoanalytiker
27.07.2010, 12:45 Uhr
Haus der Freude in Sundhausen?
Müde von einem langen Tag wollte ich nur kurz ausruhen, legte mich auf die Patientencouch, schlief offenbar sofort ein und träumte…

… träumte von einem kleinen Dorf in der Nähe einer großen Kleinstadt. Das kleine Dorf wollte größer werden und weil die Kleinstadt auch viel größer werden wollte, heirateten beide in der Landeshauptstadt. Beide Orte blieben aber im Land nahezu unbeachtet und so waren die Einwohner sehr glücklich, als eine große Autobahn gebaut wurde. Der Bau ging zwar nicht von der Hauptstadt aus, aber die Autobahn befindet sich zumindest an einem kleinen Zipfel der nun größeren Stadt und bekam dort sogar eine Autobahnabfahrt. An dieser Abfahrt saß ein Mann und weinte bitterlich. Ich ging zu ihm hin, stellte mich als Psychoanalytiker vor und fragte ihn, was denn geschehen sei, dass er so weint. Er vertraute sich mir an und sagte, dass er ein guter Mensch sei und genau an dieser Stelle viele Arbeitsplätze schaffen wolle. Die Chefs der großen Kleinstadt würden sich darüber sehr freuen, denn die Arbeitslosenrate könne so stark vermindert werden. Die Arbeitsplätze würden auf einem Hof entstehen, auf dem jeden Tag ganz viele Autos halten und parken würden. Und weil deren Fahrer bekanntermaßen oft sehr traurig sind, habe er vor, ein Haus der Freude zu erbauen. Damit wolle er nicht nur vielen Autofahrern großen Spaß bereiten, sondern sich und vielen jungen Frauen auch einen gut bezahlten Job geben.
Die Stadtoberen wären sehr dafür, aber die ehemaligen Bewohner des Dorfes und jetzigen Städter wollen dies nicht, und so sei sein geplantes Haus der Freude in Gefahr, nicht gebaut zu werden. Seine Kolleginnen und er würden arbeitslos sein und das sei doch sehr, sehr traurig.

Ich riet dem Mann, doch einen anderen Ort für sich und seine Kolleginnen zu suchen, aber er winkte nur ab. Das habe er auch schon überlegt. Aber die Regierung in der fernen Hauptstadt habe ein Gesetz erlassen, was das unmöglich macht. Er dürfe das Haus der Freude nur in einer großen Stadt erbauen. In kleineren Orten bestehe ein Bau- und Berufsverbot für die Lustbarkeiten. Und nur genau an diesem kleinen Zipfel der Stadt würde das Gesetz eingehalten. Rechts und links von diesem Zipfel gehöre das Land kleineren Orten und damit wäre keine gewerbliche Arbeit für ihn und seine Kolleginnen erlaubt.

Einzig und allein die Stadtoberen könnten ihm noch helfen. Das sei sogar wahrscheinlich, weil die in Zeiten zwischen Wahlen ihre Stärke demonstrieren und das gemeine Volk wie immer unterbuttern wollen, aber er wolle auch gute Nachbarschaft und die sei so nicht gegeben. Er schluchzte wieder, aber durch das Geräusch wurde ich wach. Ich weiß daher nicht, wie die Geschichte weiter geht.

Nun lässt mich der Traum nicht mehr in Ruhe und für den Fall, dass ich den Traum bald weiterträume, möchte ich vorbereitet sein, um den Mann einen Rat geben zu können.
Der Traum selbst entstand mit Sicherheit daraus, dass ich in dieser Zeitung las, dass es in Nordhausen scheinbar ähnliche Probleme gibt. Und daher bitte ich unsere Verantwortlichen in Nordhausen um Hilfe und Antwort.

So schrieb ein Bewohner Sundhausens in dieser Zeitung, dass vor seinem Haus, auf dem geplanten Autohof, auch der Prostitution Vorschub geleistet werden, bzw. nachgegangen werden soll. Ich glaube das zwar nicht so richtig, aber unlogisch wäre es auch wieder nicht.

Zumindest ist lt. Bebauungsplan vorgesehen, dort Erotikartikel und Peep-Shows anzubieten sowie eine Erlebnistanzbar einzurichten. Und was hinter der Bezeichnung Entertaincenter mit 8 Konzessionen steckt, ist auch nicht gerade klar.

In Thüringen gibt es nun tatsächlich eine Verordnung, die –bis auf geringe Ausnahmen- Prostitution nur in Gemeinden über 30.000 Einwohnern erlaubt, und damit wäre der Ortsteil Sundhausen der einzige Ort in unserem Kreis, wo dies in Autobahnnähe möglich wäre. Dies wiederum würde erklären, warum die Stadtoberen offenbar die Baugenehmigung an diesem Ort durchsetzen wollen. Einen derartigen Fall nennt man aber „Förderung der Prostitution“ und ich glaube nicht, dass sich die Stadt Nordhausen auf dieses Niveau herablässt. Da der Autohof aber wiederum ein „zeitgemäßer Autohof“ werden soll, bin ich hinsichtlich seines zukünftigen Aussehens hin- und hergerissen.

Allerdings hätte ich persönlich wiederum nichts gegen einen so gestalteten Autohof, denn durch ihn bekomme ich potentiell neue verzweifelte Patienten, oder träumende Bürger, die noch an das Gute im Menschen glauben. Das wiederum würde dem Erhalt meines Berufszweiges und natürlich auch meinem Einkommen sehr dienen.

Ich gehe jetzt wieder auf die Couch. Vielleicht träume ich ja von den ein, zwei Politikern auf der Welt, die tatsächlich Ihre Einsicht und ihr Verständnis für so manche Dinge in die Realität umsetzen und sich nicht für ihre Lobbyisten, sondern für den Bürger einsetzen.

Vielleicht träume ich aber auch einfach meinen oben geschilderten Traum weiter.
adele
28.07.2010, 14:08 Uhr
Da ist Guter Schlaf weit weg!!!
Ich muss dazu mal eins klar stellen, wer noch nie auf einem Autohof genächtigt hat (wir sind passionierte Wohnmobil Urlauber) der sollte dies gefälligst einmal tun. Vielleicht die Politiker die dieses Bauvorhaben aus welchen Gründen auch immer versuchen zu Verwirklichen.

Denn an Schlaf oder gar Ruhe ist dort nicht zu denken! Wie soll es erst den armen Anwohnern ergehen, wenn sie keine Nacht mehr zur Ruhe kommen!!!!

Sie arbeiten vielleicht noch in einem Streßberuf und müssen volle Leistung fahren, ich denke statt Arbeitsplätze verdient dann niemand mehr etwas!

Denn der Krankenstand erhöht sich (s. Psychoanalytiker) und das bei unserer Gesundheitsreform, wo die Kosten doch eher gesenkt statt erhöht werden sollten.

Von der steigenden Kriminalität und der Förderung der Prostitution mal ganz abgesehn. Armes Sundhausen , einst ein grünes Dörfchen am Rande der Kreisstadt, was wird aus Dir? Ich glaube die Abwanderung kann dann, verständlicher Weise, keiner mehr aufhalten.

Selbst ich als Nordhäuserin bekomme da Muffensausen, denn irgendwann schwabt es auch rüber ins WEITE Nordhausen. Und dann?

Also müssen wir JETZT ALLE zusammen rücken und unserer Ländlichen Gemeinde beistehen, sonst ist es mit der Idylle bald vorbei und dann ziehen auch die Nordhäuser mit Verstand gaaaanz weit weg vom Drama in Sundhausen.
brixan
28.07.2010, 17:21 Uhr
erst nachdenken
Es währe sicher sehr gut, wenn sich so Mancher ein Beispiel an unserer OB nehmen würde ! Ansonsten ist meine Meinung: Autohof ja, aber bitte nicht vor meiner Tür! Für so manchen Zeitgenossen, vor , im und hinter dem Rathaus, liegt Sundhausen ja so weit weg…

Übrigens, Bürger aus den Ortschaften wie Bielen, Krimderode und auch Rodishain, verfolgen sehr genau wie hier verfahren wird. Und, nach den Wahlen ist vor den Wahlen! Oder, Nordhausen könnte durchaus auch mal wieder kleiner werden?
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