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So, 15:17 Uhr
18.07.2010

nnz-Forum: Einspruch

nnz-Leser Gerald Hake erhebt im Forum der nnz Einspruch gegen den geplanten Autohof bei Sundhausen. Hier seine Argumente...


Wenn man den Aussagen der Frau Klaan auf der Bürgerversammlung am Donnerstag, den 15.07.2010 in der Festhalle in Sundhausen und der im Internet veröffentlichten Lärm-Prognose zum Bebauungsplan Nr. 88 „Autohof“ OT Sundhausen der Stadt Nordhausen Glauben schenken darf, dann kommen gleich zu Beginn der Überlegungen Zweifel auf, wie der Lärmgrenzpegel von tags 60 dB(A) und nachts 45 dB(A) eingehalten werden soll.

Zur Verdeutlichung des Geräuschpegels bezogen auf das menschliche Ohr, möchte ich einmal Vergleichswerte und Meßergebnisse erläutern. Der Grundgeräuschpegel bei Nacht liegt im Hochbau zwischen 5 und 20 dB(A). Ein ruhiges Zimmer bei ca. 18 bis 27 dB(A). Eine normale Unterhaltung liegt zwischen 38 und 55 dB(A). Ein Radio / TV Gerät hat einen Geräuschpegel von 50 bis 70 dB(A).

Ein PKW einen Pegel von 65 und 80 dB(A) und ein LKW sogar einen zwischen 65 und 95 dB(A). Bei meinem Motorrad sind im Fahrzeugschein 80 dB(A) als Fahrgeräusch eingetragen. Eine Verringerung oder Erhöhung des Schallwertes von 3 dB(A) wird in der tatsächlichen Wahrnehmung auf das Ohr als Halbierung oder Verdopplung empfunden.

Als Außendienstmitarbeiter eines großen deutschen Sanitär – und Heizungssystem-Herstellers berate ich täglich Architekten, Fachingenieure und Behörden auch zum Thema Einhaltung des Schallschutzes im Hochbau.

Ich möchte alle Stadträte eindringlich darum bitten, die vorgebrachten Argumente zu überdenken und daraus ableitend, ihre Entscheidung für oder gegen das geplante Bauvorhaben vom gesunden Menschenverstand abhängig zu machen. Bitte lassen Sie sich nicht nur von den materiellen Dingen leiten, sondern bedenken Sie auch, dass alle Sundhäuser Bürgerinnen und Bürger unmittelbar und dann zeitversetzt auch sehr viele Nordhäuser auf Grund der zumeist vorherrschenden Hauptwindrichtung Süd-West gesundheitlichen Risiken und Belastungen permanent ausgesetzt werden. Keiner von Ihnen hat wohl Lust darauf, direkt vor seinem Schlafzimmerfenster, einer solch dauerhaft krank machenden Geräuschkulisse und Emissionsobergrenze ausgesetzt zu werden!
Gerald Hake, Sundhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
H.Buntfuß
18.07.2010, 15:30 Uhr
Autohof und Arbeitsplätze?
Wenn ich so etwas lese, da sprechen Personen von der Schaffung vieler Arbeitsplätze. Von niemanden höre ich, dass diese Arbeitsplätze zumeist Jobs sind, die völlig unter bezahlt werden, oder?

Diese Tatsachen werden gerne unter den Tisch gehalten, auch die Tatsache, das durch solche Arbeitsplätze die Psyche der Menschen enorm leidet. Aber was interessiert das die Politiker, die stellen sich noch hin und sagen, wer so blöd ist unter solchen Bedingungen zu arbeiten, ist doch selber Schuld, oder?
pumpnC
18.07.2010, 22:38 Uhr
Komisch
Ich hab die Debatten der letzten Tage intensiv verfolgt. Da hat jemand davon gesprochen, dass mit dem Autohof Sundhausen sterben würden. Man geht davon aus, dass es alles was es an krimineller Energie gibt an diesen Ort gezogen wird.

Wenn man sich aber die Lage des Autohofes anschaut, und dann diese Enorme Ablehnung ließt, dann frage ich mich allerdings, wie man mit einer Autobahn direkt vor der Haustür leben kann. Muss die jetzt auch abgerissen werden? Oder sollte man die B4 verlegen. Die Straße wo täglich unmengen an Brumis lenken, die im fahrenden Zustand sowohl auf der Bundesstraße als auch auf der Autobahn einen ebenfalls erhöhten DB-Wert abgeben.

Das andere sind die Argumente, dass die Leute, die dort dann arbeiten werden, für einen Hungerlohn schaffen müssen. Das ist eigentlich totaler Quatsch. Ich kenne ein paar Leute, die ebenfalls auf einem Autohof arbeiten, und die verdienen für Ostverhältnisse übermäßig viel. Was hier gerade passiert ist einfach absurde Panikmache. Man sollte das alles doch mal etwas relativieren und sich evtl. erstmal bei den Nachbarn umhören wie erheblich sich dessen Lebensqualität aufgrund eines Autohofes in der Nähe verschlechtert hat.

Ich kann natürlich die Befürchtungen der Leute verstehen, aber deswegen muss man noch lange nicht so ein Vorhaben überdramatisieren.
Retupmoc
19.07.2010, 10:20 Uhr
warum kein Autohof?
Sehr geehrter Herr Hake...warum gegen die Freuden eines Autohofes?

Er hat eine Menge Vorteile:

Der Erotic-Shop ist wichtig für das Kreisgebiet, vielleicht kann man auch noch einen gepflegten Straßenstrich etablieren?

Der Lärm ist doch auch nicht schlimm, da hat das verschlafene Sundhausen endlich mal mehr Power.

Gaststätten, Stellplätze für LKW sind ebenso wichtig. Wir wollen doch die Transporte von der Schiene auf die Straße verlagern...oder war es etwa andersrum.

Die Kriminalitätsrate ist nicht hoch genug und die PD Nordhausen eh nichts zu tun. Auf so einem Autohof könnten sich dann kolumbianische Drogendealer, polnische Autoschieber und die Russen-Mafia auf kurzem Weg treffen.

Warum also nicht?

Das war Ignorie....ich bin auf Ihrer Seite Herr Hake!
online
20.07.2010, 10:54 Uhr
Unverständnis von Nicht-Sundhäusern
Dieser Autohof entsteht nicht in der Nähe, sondern direkt vor meiner Haustür! Vielen Dank auch, Herr oder Frau "pumpnC" !!!
Pluto
20.07.2010, 17:53 Uhr
Falsche fachliche Argumente
Die armen Architekten, Fachingenieure und Behörden, die von Ihnen, Herr Hake, beraten werden. Soviel fachlichen Unsinn habe ich lange nicht mehr gelesen. Sie vergleichen Birnen mit Äpfeln.

Bei den für Ihr Motorrad, für einen PKW, für einen LKW, Radio oder Unterhaltung angegebenen Lärmwerten handelt es sich um Schallleistungspegel, die in 1 Meter Abstand gemessen werden und nicht mit den Immissionsrichtwerten gleichgesetzt werden dürfen.

Zur Einschätzung jedes abgegebenen Geräusches ist es wichtig die Entfernung, die Topografie, die Windrichtung und –stärke sowie die Dauer des Geräusches zu betrachten. Über die entsprechenden Formeln ergibt sich daraus der Beurteilungspegel und nur dieser kann mit den Immissionsrichtwerten verglichen werden.

So kann z.B. ein LKW mit einem Schallleistungspegel von 65 dB (A) in einem Abstand von nur 6 Meter den Immissionsgrenzwert von z.B. 45 dB (A) für nachts einhalten. Also wenn Sie unbedingt eine fachliche Stellungnahme abgeben müssen, dann aber auch richtig.
Detlef123
23.07.2010, 14:10 Uhr
Nächtliche Lärmbelästigung
Sehr geehrter Herr Hake, durch Ihren Artikel sind sehr viele Bürger und Nicht-Fachleute sensibilisiert worden, über die Thematik der Lärmbelästigung und die Emmissionsobergrenzen nachzudenken. Auch wenn sicherlich nicht die Äpfel der Reihe nach verglichen worden sind, hat der Artikel doch wunderbar aufgezeigt, wie der Geräuschpegel auf das menschliche Ohr bezogen wahr genommen wird.

Auch Ihnen, Herr oder Frau Pluto, dürfte bei aller sachlich/ fachlicher Kritik klar sein, dass selbst 45 dB als nächtliche Belastung deutlich zu viel sind, um ruhig schlafen zu können. Und wenn dann wirklich 200 LKW dauerhaft diesen Geräuschpegel am unmittelbaren Dorfrand verursachen, dann möchte auch ich nicht in der Nähe des Autohofes wohnen und unterstütze Ihr Engagement.
Viviane18
23.07.2010, 17:27 Uhr
Wer meldet sich freiwillig...?
@pumpnC und alle, die es scheinbar besser wissen...

Wollen Sie vielleicht, dass direkt vor Ihrer Haustür solch ein riesiges Objekt gebaut wird? Hätten Sie z.B. gerne den McDonalds Parkplatz mit ständig ab- und anfahrenden PKW´s in Ihrer Straße?

Meine Eltern werden ca. 100m Luftlinie von diesem "gar nicht so lauten" so viele tolle Arbeitsplätze schaffenden Autohof wohnen. Ich selbst möchte in naher Zukunft dort mit hinziehen, weil ich meine Kinder in Ruhe und ländlicher Umgebung groß werden lassen will. Der Kindergarten des Ortes liegt in unmittelbarer Nähe. Meine Kleine ist dort bereits, und der Spazierweg führt immer fast immer in die Richtung, da dort NOCH Ruhe herrscht.

Und der Vergleich mit der Autobahn und der B4 ist doch an den Haaren herbeigezogen. Denn darauf hatte niemand im Dorf wirklichen Einfluß.

Es gibt in NDH Leute, die sich schon massiv darüber beschweren, wenn am Wochenende des Rolandsfestes mal für 3Tage Lärm in der Innenstadt herrscht, oder wenn der Jahrmarkt 2x im Jahr seine Zelte aufschlägt. Aber die Sundhäuser sollen hinnehmen, dass sie an jedem Tag im Jahr rund um die Uhr mit den, nicht nur, unterschwelligen Geräuschen dieses Autohofes leben?

Ich hoffe, dass es einvernehmliche Wege gibt, damit der Autohof an einer Stelle entsteht, wo er keine Belästigung darstellt.

Viel Glück für alle, die sich dafür einsetzen!!
Sebastian1
26.07.2010, 14:54 Uhr
Perfekte Lage Sundhausen
Natürlich verfolgen auch wir das Thema Autohof OT Sundhausen. Warum perfekte Lage, ganz einfach wir haben die B4, A38. Die B4 ist auch eine sehr stark gefahrende Strecke nicht wie die B80 die ja mitlerweile entlastet ist durch die A38. von daher würde es auf diesen teil stücken kein sinn ergeben mit Autohof.

Dem entsprechend bin ich 100% für den Autohof in Sundhausen. Und wünsche den Investoren viel Erfolg.

Zu Sundhausen, das Hotel zur Helme Profitiert mit Sicherheit davon und die Paulaner Scheune/ Scheunenhof sowie so Ebenfall, denn es ist nur eine Frage der zeit bis auch diese Geschäfte in Kokurs gehen. Mit dem Autohof winkt´Gewinn
Totofino
26.07.2010, 23:33 Uhr
weniger Arbeit als gedacht
Ich möchte mal kurz erläutern wie „Wirtschaft“ funktioniert: Nehmen wir einmal an es entstehen 60 Arbeitsplätze im Autohof, hoffen wir auch, dass diese wenigstens dem ostdeutschen Lohnniveau entsprechen und nehmen wir an es sind auch Arbeitsplätze mit 40 h Arbeit pro Woche, was im Dienstleistungssektor eher nicht üblich ist. Dieser Autohof wird neue Kunden anziehen, und unsere Region kann Ihre Arbeitskraft an andere Regionen verkaufen, nichts anderes passiert profan gesehen (auch wenn zumindest bei einer Peepshow eher fremde Mädels hier arbeiten).

Da diese Dienstleistungen für Reisende eher zu erreichen sind wird das einheimische Hotel- und Gaststättengewerbe eher darunter leiden und vielleicht Betriebe zum aufgeben zwingen. Auch werden Dienstleistungen von Leuten aus der Region genutzt, was dazu führt, dass Dienstleiter aus der Region weniger Arbeit haben, es kommt zu einem Verdrängungswettbewerb, ein Kuchen kann eben nun einmal nur einmal verteilt werden, auch wenn er vielleicht etwas größer ist.

Im Endeffekt werden also im Verhältnis zu den 60 Arbeitplätzen nur 20 neue entstehen, falls vielleicht entsprechend mehr, entsprechend mehr neue.

Der Autohof wird direkt an Sundhausen herangebaut, üblich ist bei den meisten Autohöfen ein Abstand von mindestens 1 km zum nächsten Ort.
Zur Lärmbelastung : Ca. an der Ecke Steinbrücker Weg / Friedensstr. (und wer Sundhausen kennt wird wissen, dass ist weit weg vom Autohof) wird am Tag eine Immissionsbelastung von 50-55 dB erfolgen und Nachts von 45-50 dB (Quelle Messpunkt im Entwurf Planungsbüro Meißner, Autohof)

Und noch ein Problem, was im Entwurf nicht ausreichend berücksichtigt wurde, die Hochwassergefahr. Das Regenwasser wird in einem Regenwasserrückhaltebecken aufgefangen, das wird auch gut funktionieren, es ist mit Abstand der tiefste Punkt, wie ich hoffe, wie es heute üblich ist mit Ölabscheider usw.. Das Wasser wird nicht dem Regenwasserkanal zugeführt, es dürfen bei einem Anteil von 6 ha versiegelter Fläche 216 m³ (1 m³ = 1000 l = ein Würfel mit einer Kantenlänge von 1 Meter) pro Stunde an den Riedgraben und damit zur Helme, die nur ca. 500 m entfernt liegt, abgegeben werden.

Nehmen wir einmal an, es kommt zu einem Starkregen von ca. 40 l/h werden von der versiegelten Fläche (6 ha) 2400 m³/ je Stunde ablaufen, (wir erinnern uns, das sind 2400 Würfel mit einer Kantenlänge von einem Meter) diese Menge kann das kleine Rückhaltebecken nicht aufnehmen, es läuft über und in die Helme evtl. mit irgendwelchen Ölen oder ähnlichem Unrat, da Schutzmechanismen außer Kraft gesetzt werden.
Dazu kommt dann eine ziemlich viel Wasser führende Helme (nur die Hochwasserspitzen werden durch ein Klappenwehr abgefangen was zur Zeit vor Sundhausen gebaut wird) als Ergebnis haben dann die Gemeinden Uthleben, Heringen und Görsbach/Aumühle Hochwasser.

Dieser Fall tritt vielleicht alle 10 Jahre auf, aber ich denke er ist noch vermeidbar in dem dieser Standort gemieden wird.
76er
27.07.2010, 12:33 Uhr
Autohof ?
Ich kann mich erinnern das vor geraumer Zeit von einem Autohof zwischen Hesserode und Werther geredet wurde.
Was ist den da raus geworden ?

Zumindest einen Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt in Nordhausen wird der Autohof nicht bringen.
Keine 100 Arbeitsplätze wird es geben.

Auch werden keine anderen Unternehmen davon profitieren.
Die Lkws fahren den Autohof an, tanken, essen und schlafen dort und fahren dannach wieder auf die A38 ohne das ein weiteres Nordhäuser Unternehmen davon was hat.

Sundhausen ist auch nicht unbedingt der beste Standort. Das Gewerbegebiet Golden Aue liegt weit ab von Wohngebieten, hat eine kurze Anfahrt zur A38, zwischen Werther und Hesserode ist auch genügend Abstand von Häusern und das Hotel könnte profitieren. In Bleicherode ist neben der Feuerwehr ein riesiges leeres Gewerbegebiet wo Platz ist und auch dort sind die ersten Häuser weit genug weg.
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