Mo, 07:11 Uhr
19.07.2010
nnz-Betrachtung: Solidarität?
In der Gemarkung von Sundhausen, einem der elf Nordhäuser soll ein Autohof etabliert werden. Das, was seit Jahren so vorgesehen und geplant ist, erhitzt jetzt die Gemüter. nnz mit einer Bestandsaufnahme...
Der Autor dieser Zeilen gehörte nicht zum Publikum am Donnerstagabend in der Sundhäuser Festhalle. Vielleicht ist es gerade deshalb nicht unmöglich, die Vorgänge ohne Emotionen einzuordnen.
Zur Situation: Es mag um die Jahre um 2002 gewesen sein, da wurde im Nordhäuser Stadtrat über die Ansiedlung eines Autohofes diskutiert. Als Standort war auch die Gemarkung Hesserode in der Diskussion. Dann wurde über Sundhausen geredet und es gab erste Beschlüsse im Stadtrat. All das wurde bekannt gemacht, auch hier in der nnz. Damals waren Stellungnahmen Fehlanzeige.
Jetzt soll es einen Investor geben, jetzt werden Pläne ausgelegt, jetzt auch werden Fronten aufgemacht. Gegen einen Autohof, wohlgemerkt, gegen einen Autohof in Sundhausen. Und es werden Argumente gesammelt. Sinnige wie unsinnige. Das Argument mit der Prostitution und Kriminalisierung einer gesamten Region ist weit hergeholt. Argumente wie der Preisverfall von Grundstücken und Immobilien, wie eine zunehmende Belastung von Straßen in dem Ortsteil sollten ernst genommen werden.
Was die Gegner des Autohofes jetzt brauchen, das ist die Solidarität. Nicht die von Vereinen und Parteien, die ein rotes Tuch schon sehen, wenn nur der Name Auto fällt. Nein, es ist die Solidarität von Menschen außerhalb des Ortsteiles Sundhausen. Menschen aus Salza zum Beispiel, aus Steigerthal, Krimderode oder Stempeda. Diese Solidarität wird schwer zu gestalten sein. Letztlich denken doch diejenigen, die nicht in Sundhausen wohnen, dass solch ein Autohof wirtschaftlich eine Bereicherung sei, das Gewerbesteuer (eventuell) in die städtischen Kassen fließt, dass Arbeitsplätze (vermutlich im Niedriglohnbereich) entstehen. Das Denken summiert sich zu dem Schluss: Überall könnte solch ein Autohof entstehen – bitte nur nicht in meiner Nähe.
Und hier kommt die Politik ins Spiel. Die kommunale Politik. In diesem Fall der Nordhäuser Stadtrat. Der setzt sich nicht nur aus Bürgern von Sundhausen zusammen. Vermutlich wohnt die Mehrzahl der Stadträte in der Kernstadt – also weitab von Sundhausen. Letztlich aber müssen diese 36 Stadträte plus Oberbürgermeisterin eine Entscheidung treffen. Und die kann letztlich nur für oder gegen einen Standort fallen. Und zwar aus Sicht der 44.000 Einwohner dieser Stadt. Das erscheint hart und aus Sicht der Sundhäuser ungerecht.
Sie können sich jedoch noch in den Entscheidungsprozess einbringen, können Demos organisieren, können protestieren, sich in den Medien artikulieren. Und vielleicht erheischen Sie für ihre Interessen die notwendige Solidarität. Ich persönlich glaube das nicht.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzDer Autor dieser Zeilen gehörte nicht zum Publikum am Donnerstagabend in der Sundhäuser Festhalle. Vielleicht ist es gerade deshalb nicht unmöglich, die Vorgänge ohne Emotionen einzuordnen.
Zur Situation: Es mag um die Jahre um 2002 gewesen sein, da wurde im Nordhäuser Stadtrat über die Ansiedlung eines Autohofes diskutiert. Als Standort war auch die Gemarkung Hesserode in der Diskussion. Dann wurde über Sundhausen geredet und es gab erste Beschlüsse im Stadtrat. All das wurde bekannt gemacht, auch hier in der nnz. Damals waren Stellungnahmen Fehlanzeige.
Jetzt soll es einen Investor geben, jetzt werden Pläne ausgelegt, jetzt auch werden Fronten aufgemacht. Gegen einen Autohof, wohlgemerkt, gegen einen Autohof in Sundhausen. Und es werden Argumente gesammelt. Sinnige wie unsinnige. Das Argument mit der Prostitution und Kriminalisierung einer gesamten Region ist weit hergeholt. Argumente wie der Preisverfall von Grundstücken und Immobilien, wie eine zunehmende Belastung von Straßen in dem Ortsteil sollten ernst genommen werden.
Was die Gegner des Autohofes jetzt brauchen, das ist die Solidarität. Nicht die von Vereinen und Parteien, die ein rotes Tuch schon sehen, wenn nur der Name Auto fällt. Nein, es ist die Solidarität von Menschen außerhalb des Ortsteiles Sundhausen. Menschen aus Salza zum Beispiel, aus Steigerthal, Krimderode oder Stempeda. Diese Solidarität wird schwer zu gestalten sein. Letztlich denken doch diejenigen, die nicht in Sundhausen wohnen, dass solch ein Autohof wirtschaftlich eine Bereicherung sei, das Gewerbesteuer (eventuell) in die städtischen Kassen fließt, dass Arbeitsplätze (vermutlich im Niedriglohnbereich) entstehen. Das Denken summiert sich zu dem Schluss: Überall könnte solch ein Autohof entstehen – bitte nur nicht in meiner Nähe.
Und hier kommt die Politik ins Spiel. Die kommunale Politik. In diesem Fall der Nordhäuser Stadtrat. Der setzt sich nicht nur aus Bürgern von Sundhausen zusammen. Vermutlich wohnt die Mehrzahl der Stadträte in der Kernstadt – also weitab von Sundhausen. Letztlich aber müssen diese 36 Stadträte plus Oberbürgermeisterin eine Entscheidung treffen. Und die kann letztlich nur für oder gegen einen Standort fallen. Und zwar aus Sicht der 44.000 Einwohner dieser Stadt. Das erscheint hart und aus Sicht der Sundhäuser ungerecht.
Sie können sich jedoch noch in den Entscheidungsprozess einbringen, können Demos organisieren, können protestieren, sich in den Medien artikulieren. Und vielleicht erheischen Sie für ihre Interessen die notwendige Solidarität. Ich persönlich glaube das nicht.
Peter-Stefan Greiner

