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Mo, 15:07 Uhr
27.01.2003

Vieles wird einfach wegbrechen

Nordhausen (nnz). Seit 1990 ist er unverzichtbarer Bestandteil des Arbeitsmarktes, vor allem in Ostdeutschland: Der zweite Arbeitsmarkt. In diesem Jahr muß auf ihn vielleicht fast verzichtet werden. nnz mit einer ersten (unvollständigen) Bestandsaufnahme.


Im Dezember vergangenen Jahres befanden sich 660 Frauen und Männer in ABM, 402 in SAM und 1028 in einer beruflichen Weiterbildung. Das ist gegenüber vor fünf oder zehn Jahren schon ein „Quantensprung zurück“, doch vor allem bei ABM wird es in diesem Jahr „dicke“ kommen. Der Grund hierfür liegt vor allem in der Sparpolitik von Bundesregierung und Bundesanstalt für Arbeit gleichermaßen.

Der Beginn dieses Prozesses wird von Insidern im Landkreis Nordhausen auf das beginnende Frühjahr datiert. Da laufen die ersten Maßnahmen aus, eine Verlängerung scheint in unerreichbare Ferne gerückt. Der „Hammer“, der wird im Sommer kommen, ist sich Dagmar Becker (SPD) sicher. Sie kennt die Ko-Finanzierung des Landes Thüringen, die sich an der Bundesfinanzierung ausrichtet. Vor allem soziale und kulturelle Maßnahmen werden ganz einfach den Bach runter gehen. Sie werden von der Bildfläche verschwinden, weil nicht verlängert, und weil keine alternativen Finanzierungsmöglichkeiten vorhanden sind. „Wir können vielleicht nur noch Maßnahmen beantragen, die sechs Monate laufen und die keine zweite Chance bekommen“, sieht Reiner Schumann von den Falken in die Zukunft.

Auch um die Landesgartenschau wird die künftige ABM-Landschaft keinen Bogen machen. Konnte der LGS-Vorgänger Pößneck noch auf fast 50 ABM-Mitarbeiter – zum Beispiel beim Kartenverkauf – zurückgreifen, so muß in Nordhausen jetzt schon scharf nachgedacht werden. Eintrittskarten müssen dennoch verkauft oder abgerissen werden.

Für den Nordthüringer DGB-Chef Ulrich Hannemann kommt es noch dicker. Nicht nur ABM oder SAM werden ausbluten, auch der beruflichen Aus- und Weiterbildung könnten bereits in diesem Jahr die „Füße abgeschlagen werden“. Es werde eine Selektierung auf dem Markt der Weiterbildungsträger geben, denn gefördert werden künftig nur noch die Maßnahmen, die eine Vermittlungsquote von 70 Prozent garantieren. Nur noch dann werde es grünes Licht vom Arbeitsamt geben.
Autor: nnz

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