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Mi, 15:03 Uhr
10.01.2001

Deusa Bleicherode stellt morgen Antrag auf Insolvenz

Bleicherode (nnz). Die Deusa Solbergwerke und Aufbereitungs GmbH in Bleicherode steht vor dem Aus. Morgen wird die Geschäftsleitung des Unternehmens beim Mühlhäuser Amtsgericht einen Antrag auf Insolvenz einreichen. Nach Aussagen der Unternehmensleitung seien in den zurückliegenden Monaten zwar Verhandlungen mit potentiellen Investoren geführt worden, diese konnten bis heute jedoch nicht zu einem befriedigenden Ergebnis gebracht werden. Seit September des vergangenen Jahres hätte sich die Geschäftsführung nach der Wiederaufnahme der Produktion um Partner bemüht.
Für die Belegschaft und den Betriebsrat stellt sich die Situation jedoch gänzlich anders dar. Nach dem Besuch des Bundeskanzlers in Nordhausen am 23. August 2000 habe es im Bundeswirtschaftsministerium und im Kanzleramt intensive Bemühungen um einen neuen Partner für die Bleicheröder gegeben. Einer der Partner war die Kali + Salz AG aus Kassel. "In deren Konzept seien jedoch die Herren der Geschäftsleitung nicht mehr vorgesehen gewesen", so Betriebsratsvorsitzender Falko Kauf gegenüber der nnz. Namentlich benannte er Klaus-Dieter Leusch, Jürgen Krumbein und Frank Walkhoff. Klar, daß diese Herren nicht auf den Partner aus Kassel gesetzt, sondern die Verhandlungen "konsequent verhindert" hätten. So wurde die Possehl Erzkontor GmbH aus Lübeck favorisiert, die nun auch die Verhandlungen mit dem künftigen Insolvenzverwalter führen soll. Doch auch die Bemühungen der Herren aus Lübeck hätten nur die Insolvenz zum Ergebnis gehabt.
Auch aus folgendem Grund glaubt die Belegschaft nicht mehr den Aussagen der "Chefs": Auf der Belegschaftsversammlung um 11 Uhr sei am Vormittag die Übernahme aller Arbeitsverhältnisse versprochen worden, auch für die Arbeitnehmer, die während des Insolvenzverfahrens arbeitslos würden. In der Pressemitteilung der Geschäftsleitung heißt es jedoch, daß man sich bemühen werde, "um nach Möglichkeit das Unternehmen fortzuführen und zumindest den größten Teil der Arbeitsplätze zu sichern". Als widersprüchlich ist auch die Aussage zu werten, daß die Lieferbereitschaft der Deusa bestehen bleibe. Hier können lediglich Lagerbestände verkauft werden, da die Produktion selbst seit dem 20. Dezember ruht. Die Insolvenz der Deusa ist nicht nur für die 102 Mitarbeiter und deren Familien in Bleicherode und Umgebung ein Tiefschlag, wie es Kauf ausdrückte, auch weitere Unternehmen und Handwerksbetriebe werden in den unvermeidlichen Strudel gezogen.
Autor: psg

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