Di, 20:45 Uhr
21.01.2003
Menschen machen Firmen
Nordhausen (nnz). Die Spesa hat heute in Nordhausen ihren Neubau in der Geseniusstraße offziell eingeweiht. Und sie hat ihren langjährigen Geschäftsführer verabschiedet. Heinrich Markgraf machte die Spesa. nnz war bei einem Fast-Abschied mit dabei.
Prof. Dr. Heinrich Markgraf hatte nicht nur in dieser Firma, die zur Bauer-Gruppe gehört, seine Spuren hinterlassen. Viel wurde an diesem Abend über ihn geredet. Viel Positives über den Urvater des Unternehmens, der jetzt in den Unruhestand geht. Laudatoren gab es genügend. Doch Markgraf selbst war es, der sein Leben anschaulich und eindringlich Revue passieren ließ. In der ihm eigenen derben Art.
Das Fazit seines bisherigen Lebens lässt sich auf eine simple Formel bringen: Ich würde es wieder so machen! Was er damit meinte, das brachte er auch klar zum Ausdruck: Ich würde nicht in den Westen abhauen, ich würde wieder an der Bergakademie Freiberg studieren, ich würde wieder bei Schachtbau und in der Bauer-Gruppe arbeiten und ich würde wieder die gleiche Frau heiraten!
Der jetzt ehemalige Geschäftsführer bedankte sich bei vielen Mitstreitern, bei seinen Kollegen, ohne die er sein Lebenswerk nicht bis zu diesem Punkt hätte führen können. Er sagte es offen, dass er Stolz darauf ist, zu DDR-Zeiten das Banner der Arbeit erhalten zu haben, denn es sei zu diesem Zeitpunkt noch keine Massenware gewesen. Markgraf war Zeit seines beruflichen Lebens kantig, er als stink katholischer Mensch habe es in einem sozialistischen Gefüge nicht leicht gehabt, doch er konnte sich auf Kollegen in der Leitungsetage des damaligen VEB Schachtbau Nordhausen verlassen, die ihn, sein Wissen und sein Engagement förderten, trotz aller staatlichen Widrigkeiten.
Prof. Thomas Bauer lobte in seinen Worten die Zielstrebigkeit von Heinrich Markgraf. Ihm sei es zu verdanken, dass die Bauer-Gruppe sich schließlich in Nordhausen engagiert habe. Schachtbau war schon etwas ganz besonderes in der Industrielandschaft der DDR. Den ersten, den er aus dem Unternehmen nach der Wende kennen lernte, war eben dieser Heinrich Markgraf. Viele Gespräche gab es, mal dienstlich, mal familiär. Auch in Bayern kannte man die Spuren, die Schachtbau hinterlassen hatte. Und man wusste Markgraf machte es Thomas Bauer in seiner Datsche klar dass sich ein Einstieg wirtschaftlich lohnen würde.
Die Zeiten nach der Wende waren unterschiedlich. Nach unglaublich erfolgreichen Jahren spürte auch die Spesa die Talfahrt der Baubranche. Vor allem aber in der Zeit der Schwierigkeiten zeige sich die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens, zeige sich die fachliche Qualität seiner Mitarbeiter, betonte Thomas Bauer. Übrigens: Von Heinrich Markgraf habe er mehr über die DDR erfahren, als aus Büchern oder aus Politikerreden. Er habe zugehört, wie der jetzt 68jährige über den Zusammenhalt der Menschen sprach, wie er sagte, dass die Mehrheit der Menschen in dieser Zeit mit Freude gelebt habe.
Jetzt ist die Zeit für Heinrich Markgraf in der Spesa als Geschäftsführer zu Ende. Nicht ganz: Er hat sich an der Geseniusstraße ein kleines Büro eingerichtet. Rausreißen mit einem Mal, das geht nicht. Und so wird er dem Neuen immer wieder mit Rat, Erfahrung und Tat zur Seiten stehen. Und dann sind da ja auch noch die Nebenjobs, für die er mehr Zeit als zuvor haben wird. Zum Beispiel im Kreistag.
Prof. Dr. Heinrich Markgraf hat Spuren hinterlassen. Die Wertschätzung seiner ehemaligen Kollegen ist ungeheuer hoch. Nicht umsonst erhielt er am Abend von ehemaligen Weggefährten das Wanderarschleder überreicht. Dieses Leder eine uralte Bergmannstradition trug einst Hans Jäde. Eine schönes Geschenk hätte sich Markgraf nicht vorstellen können. Und nicht nur für den Chef der Bauer-Gruppe wird der Professor aus Nordhausen der ungekrönte Pabst der Injektionen bleiben. Auch für die kommende Zeit: Glück auf Professor!
Autor: nnz
Prof. Dr. Heinrich Markgraf hatte nicht nur in dieser Firma, die zur Bauer-Gruppe gehört, seine Spuren hinterlassen. Viel wurde an diesem Abend über ihn geredet. Viel Positives über den Urvater des Unternehmens, der jetzt in den Unruhestand geht. Laudatoren gab es genügend. Doch Markgraf selbst war es, der sein Leben anschaulich und eindringlich Revue passieren ließ. In der ihm eigenen derben Art.Das Fazit seines bisherigen Lebens lässt sich auf eine simple Formel bringen: Ich würde es wieder so machen! Was er damit meinte, das brachte er auch klar zum Ausdruck: Ich würde nicht in den Westen abhauen, ich würde wieder an der Bergakademie Freiberg studieren, ich würde wieder bei Schachtbau und in der Bauer-Gruppe arbeiten und ich würde wieder die gleiche Frau heiraten!
Der jetzt ehemalige Geschäftsführer bedankte sich bei vielen Mitstreitern, bei seinen Kollegen, ohne die er sein Lebenswerk nicht bis zu diesem Punkt hätte führen können. Er sagte es offen, dass er Stolz darauf ist, zu DDR-Zeiten das Banner der Arbeit erhalten zu haben, denn es sei zu diesem Zeitpunkt noch keine Massenware gewesen. Markgraf war Zeit seines beruflichen Lebens kantig, er als stink katholischer Mensch habe es in einem sozialistischen Gefüge nicht leicht gehabt, doch er konnte sich auf Kollegen in der Leitungsetage des damaligen VEB Schachtbau Nordhausen verlassen, die ihn, sein Wissen und sein Engagement förderten, trotz aller staatlichen Widrigkeiten.
Prof. Thomas Bauer lobte in seinen Worten die Zielstrebigkeit von Heinrich Markgraf. Ihm sei es zu verdanken, dass die Bauer-Gruppe sich schließlich in Nordhausen engagiert habe. Schachtbau war schon etwas ganz besonderes in der Industrielandschaft der DDR. Den ersten, den er aus dem Unternehmen nach der Wende kennen lernte, war eben dieser Heinrich Markgraf. Viele Gespräche gab es, mal dienstlich, mal familiär. Auch in Bayern kannte man die Spuren, die Schachtbau hinterlassen hatte. Und man wusste Markgraf machte es Thomas Bauer in seiner Datsche klar dass sich ein Einstieg wirtschaftlich lohnen würde.Die Zeiten nach der Wende waren unterschiedlich. Nach unglaublich erfolgreichen Jahren spürte auch die Spesa die Talfahrt der Baubranche. Vor allem aber in der Zeit der Schwierigkeiten zeige sich die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens, zeige sich die fachliche Qualität seiner Mitarbeiter, betonte Thomas Bauer. Übrigens: Von Heinrich Markgraf habe er mehr über die DDR erfahren, als aus Büchern oder aus Politikerreden. Er habe zugehört, wie der jetzt 68jährige über den Zusammenhalt der Menschen sprach, wie er sagte, dass die Mehrheit der Menschen in dieser Zeit mit Freude gelebt habe.
Jetzt ist die Zeit für Heinrich Markgraf in der Spesa als Geschäftsführer zu Ende. Nicht ganz: Er hat sich an der Geseniusstraße ein kleines Büro eingerichtet. Rausreißen mit einem Mal, das geht nicht. Und so wird er dem Neuen immer wieder mit Rat, Erfahrung und Tat zur Seiten stehen. Und dann sind da ja auch noch die Nebenjobs, für die er mehr Zeit als zuvor haben wird. Zum Beispiel im Kreistag.
Prof. Dr. Heinrich Markgraf hat Spuren hinterlassen. Die Wertschätzung seiner ehemaligen Kollegen ist ungeheuer hoch. Nicht umsonst erhielt er am Abend von ehemaligen Weggefährten das Wanderarschleder überreicht. Dieses Leder eine uralte Bergmannstradition trug einst Hans Jäde. Eine schönes Geschenk hätte sich Markgraf nicht vorstellen können. Und nicht nur für den Chef der Bauer-Gruppe wird der Professor aus Nordhausen der ungekrönte Pabst der Injektionen bleiben. Auch für die kommende Zeit: Glück auf Professor!

