Fr, 12:22 Uhr
19.02.2010
Ungewöhnlicher Übernachtungsgast
Rosalie haben die Kinder sie getauft nach dem bekannten Vorbild im Märchenfilm Drei Nüsse für Aschenbrödel. Schüler der Lessingschule haben am Mittwoch eine Waldohreule gefunden - und wir haben die ganze tierische Geschichte...
Übernachtet (Foto: J. Piper)
Die Eule war wohl auf der Flucht vor Krähen vor die Scheibe eines Klassenzimmers geflogen und ist dann in die Büsche vor dem Gebäude gefallen. Eine Schülerin kam ganz aufgeregt zu mir gelaufen und meinte, da draußen liege ein toter Vogel, aber er habe den Kopf noch bewegt, erzählt Lehrerin Steffi Ibe.
Schnell haben einige Lehrer und Schüler sich um das Tier gekümmert und einen der großen Kartons geholt, die im Flur schon für den Umzug in das neue Schulgebäude bereitstehen. Der 12-jährige Felix hat die benommene Eule mit gefunden und hat sie in seinen Schal eingewickelt und in den Karton gehoben: Ich hab noch nie eine Eule so nah gesehen, freut sich Felix. Nun fragten sich die Lehrer und Schüler: Was tun? Sie riefen in der Unteren Naturschutzbehörde im Nordhäuser Landratsamt an. Rolf Schiffler und Matthias Piontek holten die Waldohreule ab und nahmen sie in ihre Obhut.
Für solche Fälle steht in der Unteren Naturschutzbehörde eine große Kiste bereit, in der Rosalie vorübergehend einen Schlafplatz gefunden hat und sich ausruhen konnte. Wir haben ihr noch etwas zu fressen gegeben, zwei Küken aus unserem Notfallvorrat, so Matthias Piontek. Nach einer Nacht in der Naturschutzbehörde waren die Küken weg ein gutes Zeichen. Die Waldohreule hatte sich offenbar nicht ernstlich verletzt und die Naturschützer merkten rasch am Verhalten des ausgewachsenen Tieres, dass es zurück in die Freiheit wollte.
So fuhren die Mitarbeiter der Naturschutzbehörde gestern in der Abenddämmerung nach Salza in die Lessingschule, um Rosalie fliegen zu lassen. Felix wollte das nicht verpassen und ist mit seiner kleinen Schwester und seiner Mutter abends noch mal zur Schule gekommen. Leider konnte er nur einen kurzen Blick auf die Waldohreule werfen. Denn sowie sich die Transportkiste öffnete, flog Rosalie sofort auf und davon, ruhte sich kurz auf einem Baum auf der anderen Seite des Sportplatzes aus und flog dann weiter.
Ob Rosalie tatsächlich ein Mädchen ist, lässt sich nicht sagen, denn bei Waldohreulen sind Männchen und Weibchen äußerlich kaum voneinander zu unterschieden. Waldohreulen verdanken ihren Namen den buschigen, so genannten Federohren, die die Vögel im Flug oder wenn sie sich ausruhen meist anlegen. Wenn die Tiere nicht brüten, haben sie kein Nest, sondern suchen sich einen bevorzugten Schlafbaum.
Wenn sie dann brüten, suchen sie sich dafür gern alte Krähennester und bauen die für sich aus, sagt Rolf Schiffler. Wenn der Name Rosalie wirklich passend ist, wird sich auch der ungewöhnliche Übernachtungsgast der Naturschutzbehörde hoffentlich im Frühling ein Nest suchen und für Nachwuchs sorgen.
Jessica Piper
Autor: nnz
Übernachtet (Foto: J. Piper)
Die Eule war wohl auf der Flucht vor Krähen vor die Scheibe eines Klassenzimmers geflogen und ist dann in die Büsche vor dem Gebäude gefallen. Eine Schülerin kam ganz aufgeregt zu mir gelaufen und meinte, da draußen liege ein toter Vogel, aber er habe den Kopf noch bewegt, erzählt Lehrerin Steffi Ibe. Schnell haben einige Lehrer und Schüler sich um das Tier gekümmert und einen der großen Kartons geholt, die im Flur schon für den Umzug in das neue Schulgebäude bereitstehen. Der 12-jährige Felix hat die benommene Eule mit gefunden und hat sie in seinen Schal eingewickelt und in den Karton gehoben: Ich hab noch nie eine Eule so nah gesehen, freut sich Felix. Nun fragten sich die Lehrer und Schüler: Was tun? Sie riefen in der Unteren Naturschutzbehörde im Nordhäuser Landratsamt an. Rolf Schiffler und Matthias Piontek holten die Waldohreule ab und nahmen sie in ihre Obhut.
Für solche Fälle steht in der Unteren Naturschutzbehörde eine große Kiste bereit, in der Rosalie vorübergehend einen Schlafplatz gefunden hat und sich ausruhen konnte. Wir haben ihr noch etwas zu fressen gegeben, zwei Küken aus unserem Notfallvorrat, so Matthias Piontek. Nach einer Nacht in der Naturschutzbehörde waren die Küken weg ein gutes Zeichen. Die Waldohreule hatte sich offenbar nicht ernstlich verletzt und die Naturschützer merkten rasch am Verhalten des ausgewachsenen Tieres, dass es zurück in die Freiheit wollte.
So fuhren die Mitarbeiter der Naturschutzbehörde gestern in der Abenddämmerung nach Salza in die Lessingschule, um Rosalie fliegen zu lassen. Felix wollte das nicht verpassen und ist mit seiner kleinen Schwester und seiner Mutter abends noch mal zur Schule gekommen. Leider konnte er nur einen kurzen Blick auf die Waldohreule werfen. Denn sowie sich die Transportkiste öffnete, flog Rosalie sofort auf und davon, ruhte sich kurz auf einem Baum auf der anderen Seite des Sportplatzes aus und flog dann weiter.
Ob Rosalie tatsächlich ein Mädchen ist, lässt sich nicht sagen, denn bei Waldohreulen sind Männchen und Weibchen äußerlich kaum voneinander zu unterschieden. Waldohreulen verdanken ihren Namen den buschigen, so genannten Federohren, die die Vögel im Flug oder wenn sie sich ausruhen meist anlegen. Wenn die Tiere nicht brüten, haben sie kein Nest, sondern suchen sich einen bevorzugten Schlafbaum.
Wenn sie dann brüten, suchen sie sich dafür gern alte Krähennester und bauen die für sich aus, sagt Rolf Schiffler. Wenn der Name Rosalie wirklich passend ist, wird sich auch der ungewöhnliche Übernachtungsgast der Naturschutzbehörde hoffentlich im Frühling ein Nest suchen und für Nachwuchs sorgen.
Jessica Piper


