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Mi, 10:28 Uhr
20.01.2010

Rückkehr nach 46 Jahren

Nach 46 Jahren kehrte jetzt eine 12-Farb-Leimdruckmaschine für Tapeten wieder nach Nordhausen zurück. Diese wurde 1964 von der Nordhäuser Maschinenfabrik Julius Fischer KG gebaut und war bis Ende vorigen Jahres in einer Tapetendruckerei im Elsass im Einsatz.

Wieder Zuhause (Foto: psv) Wieder Zuhause (Foto: psv)

Lutz Walter, Restaurator für historische Papiertapeten (im Bild links), ersteigerte sie in der letzten Woche von der insolventen Firma und übergab sie jetzt Museumsleiter Jürgen Rennebach (rechts) in Nordhausen. „Vorerst werden wir sie in einer Halle des Autohauses Peter zwischenlagern, bis wir einen günstigen Ausstellungsort - entweder im Museum Tabakspeicher oder im geplanten Industriemuseum des „IFA-Museum Nordhausen am Harz e. V.“- gefunden haben“, sagte Jürgen Rennebach. Auf jeden Fall freuen wir uns, dass wir relativ günstig ein Exponat erstanden haben, dass an eine bedeutende und traditionsreiche Nordhäuser Firma erinnert – nämlich die erste deutsche Papiertapetenfabrik.

Der Nordhäuser Uhrmacher Johann Becker begann 1812 mit dem Bedrucken von Papierbahnen mittels Holzmodeln.1862 kamen erstmals englische Tapetendruckmaschinen zum Einsatz und drei Jahre später produzierte der Nordhäuser Schlosser- und Schmiedemeister Julius Fischer (1812-1894) derartige Maschinen in seiner Nordhäuser Maschinenfabrik. 1863 begegnete Fischer dem neuen Besitzer der Schulzeschen Färberei Carl Becker, der hier eine Papiertapetenfabrik aufbauen wollte, die Maschinen dafür aber aus England beschaffen musste. Deshalb arbeitete der hochbegabte Schlossermeister nun an der Entwicklung von Maschinen zur Tapetenherstellung. 1865 stand dann seine erste Vierfarben-Tapetendruckmaschine in der Beckerschen Fabrik in Nordhausen.

Die leistungsfähigen Fischer-Maschinen waren bald wichtige Exportartikel und wurden in die USA, nach Indien, Japan, Australien und in afrikanische Länder verkauft. Der Betriebsteil Kyffhäuserstraße arbeitete nach 1956 unter staatlicher Beteiligung als Maschinenfabrik Julius Fischer KG und stellte vorwiegend halb- und vollautomatische Tapetendruck,- Aufroll-, Mess- und Schneidemaschinen her. Die Firma bestand zum Ende der DDR als VEB Polygraph, dann als Polygraph GmbH, heute als Graphischer Maschinenbau Nordhausen GmbH.
Autor: nnz

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