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So, 14:04 Uhr
24.11.2002

Dasein für Andere

Nordhausen (nnz). Ehrenamtliches Engagement in Vereinen, Selbsthilfegruppen und Initiativen ist eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft. Gestern fand in Erfurt die vierte Ehrenamtskonferenz des Landes statt, auch Nordhäuser waren mit dabei. Ausführliches dazu mit einem Klick auf MEHR.


Ob im Sport, im Jugend- oder Seniorenklub, bei der Freiwilligen Feuerwehr, bei freiwilligen sozialen und caritativen Diensten, in Kirchengemeinden, in Chören oder Kunstvereinen, bei Initiativen im Umwelt- oder Tierschutz - ehrenamtliche und gemeinnützige Arbeit von Gleichgesinnten ist für unser Gemeinwohl ebenso wichtig wie unersetzlich. „Wir brauchen eine Kultur des Helfens. Die vorhandenen Strukturen müssen weiter ausgebaut werden“, forderte Minister Frank-Michael Pietzsch, Schirmherr des 4. Landesehrenamtskonferenz, gestern im Finanz-Zentrum Erfurt.

Er sicherte trotz der finanziellen Schwierigkeiten eine weitere Unterstützung des Ehrenamtes zu, denn Ehrenamt sei Schwerpunkt bei der Förderung in Thüringen. In Anbetracht der kürzlich verhängten Haushaltssperre und der Auswirkungen auf alle Bereiche hielt sich der Optimismus der Zuhörer allerdings in Grenzen. Um so erfreulicher war die Übergabe eine Spende der SVSparkassenversicherung an die Stiftung Ehrenamt, die auf der 3. Ehrenamtskonferenz im März 2002 in Nordhausen von Ministerpräsident Bernhard Vogel ins Leben gerufen wurde. Dr. Stefan Korbach, Chef der SVSparkassenversicherung überreichte Minister Pietzsch einen Scheck in Höhe von 5000 EUR an die Thüringer Stiftung.

Dr. Achim Westebbe, Leiter der Unternehmenskommunikation Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft (VNG) Leipzig referierte im Anschluss über das „Bürgerliche Engagement - ein Standtort für die Wirtschaft“. Er unterstrich die Bedeutung für ein gut funktionierendes Umfeldes für die Wirtschaft. Auch sei es wichtig, dass sich die Bürger für dieses Umfeld zielgerichtet engagieren. Deshalb sollte jedes Unternehmen bestrebt sein, ehrenamtliches Engagement zu fördern. Die VNG Leipzig - Erdgasgroßhändler und Energiedienstleister für Ostdeutschland - initiierte vor einem Jahr das Projekt „Das Verbundnetz der Wärme“.

Diese Initiative fördert Menschen, die anderen im alltäglichen Miteinander Wärme schenken und sich für deren Bedürfnisse einsetzen. Das Projekt bietet eine öffentliche Plattform für das Ehrenamt und schaffte dem Thema „Dasein für Andere“ mehr Aufmerksamkeit in unserer Gesellschaft und in den Medien. Berufene Botschafter sollen ein Jahr lang die Bedeutung von bürgerlichem Engagement in der Öffentlichkeit aufzeigen und dem Ehrenamt damit mehr Gehör verschaffen. Schirmherr der nachahmenswerten Initiative ist Bundespräsident Wolfgang Thierse. Als Thüringer Sonderbotschafter wurde gestern der Biathlet Sven Fischer vom Vorstand der VNG berufen.

800000 Thüringer, so wird in der vom Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit und Familie in Auftrag gegebenen Studie „Situation ehrenamtlich Tätiger in Thüringen“ eingeschätzt, arbeiten im Freistaat in den verschiedensten Tätigkeitsbereichen ehrenamtlich. Die Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Statistik entstand, wurde gestern von Prof. Dr. Karl Schmitt von der Friedrich-Schiller-Universität Jena erstmals vorgestellt. Er befragte dazu 5000 Bürger in Gera, Jena, Erfurt und Eisenach. Demnach arbeiten rund ein Drittel aller Bürger im Alter von über 40 Jahren im Freistaat ehrenamtlich. "Auch ist die oftmals geäußerte Meinung, Jugendliche haben für das Ehrenamt nichts übrig, grundlegend falsch", so Schmitt. Unter den Jugendlichen engagieren sich die 14 bis 19jährigen am stärksten. „Die Leistungen der Ehrenamtlichen in Thüringen machen etwa ein Volumen von einer Milliarde Mark aus“, führte der Universitätsprofessor zur Wertschätzung des Ehrenamtes im Freistaat aus.

Unter den etwa 200 Zuhörern befanden sich auch eine Mitarbeiterin des Landratsamtes Nordhausen und der Projektleiter der Freiwilligen-Agentur des HORIZONT e.V. Nordhausen. Die Agentur - im Juli 2002 in das Pilotprojekt des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes aufgenommen - ist Anlaufstelle für Menschen, die sich engagieren wollen, bzw. für die, die auf Unterstützung engagierter Menschen angewiesen sind. Ihren Sitz hat sie in Nordhausen, Grimmelallee 46. Ansprechpartner sind Sigrid Molnar und Rainer Hellberg, Tel./Fax: 03631-4659562.
Autor: rh

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