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Fr, 11:23 Uhr
22.11.2002

Barmer kündigt hartes Vorgehen an

Nordhausen (nnz). „Gebiß-Beschiß“, so titelte heute eine große bunte Tageszeitung zum Abrechnungsskandal von Unternehmen und Zahnärzten. Jetzt reagieren die Kassen. Die Barmer wird mit aller Härte gegen Zahnärzte und Dentalunternehmen vorgehen, die nachweislich in die betrügerischen Manipulationen bei der Abrechnung von Zahnersatz verwickelt sind.


"Wir prüfen derzeit, inwieweit die Barmer und ihre Versicherten betroffen sind", so Klaus H. Richter, Mitglied des Vorstandes der Ersatzkasse. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen erstrecken sich auf manipulierte und fingierte Zahntechnikrechnungen. Sie richten sich gegen eine Dentalunternehmung und einer Reihe von Zahnärzten, die an diesem skandalösen und mit Betrugsverdacht behafteten Verfahren sehr gut verdient haben. Diese dringend notwendigen Untersuchungen, die die Barmer nach besten Kräften unterstützt, beziehen sich nicht auf etwaige Qualitätsfragen oder Lieferwege von Zahntechnik (z.B. Prothesen, Kronen, Brücken). Die Kasse warnt auch dringend davor, entsprechenden Manövern zu folgen, die einzig und allein darauf abzielen, von etwaigen betrügerischen Manipulationen abzulenken und Fehlverhalten zu überdecken.

Klaus H. Richter: "So wie man Brandstifter nicht durch Fehlleitung der Feuerwehr schützen darf, sollte der Betrugstatbestand nicht durch eine bewusst ablenkende Qualitätsdiskussion verwischt werden." In diesem Zusammenhang weist das Barmer-Vorstandsmitglied das "skandalöse Verhalten" des Präsidenten der Bundeszahnärztekammer zurück. Dieser hatte im Deutschlandfunk den untauglichen Versuch unternommen, den Ersatzkassen eine Mitschuld an dem betrügerischen Verhalten von Zahnärzten unterzuschieben. Niemand - so Klaus H. Richter - "sollte Bemühen um die Wirtschaftlichkeit einer qualitativ guten Zahnersatzversorgung mit strafrechtlich relevanter Manipulation von Rechnungen sowie der Nichtweitergabe von Preisvorteilen in einen Topf werfen".

Patienten sollten sich nicht verunsichern lassen. Wenn wirklich begründete Zweifel an der Qualität der Versorgung bestehen, kann der Patient von seinem Zahnarzt Auskunft über die Herkunft eines Zahnersatzes verlangen. Sofern es insoweit wider Erwarten zu Schwierigkeiten kommt, hilft die jeweilige Krankenkasse ihren Versicherten beratend weiter.
Autor: nnz

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