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Do, 18:21 Uhr
03.12.2009

nnz-Forum: Was ist los am Bahnhof NDH?

Ein Stadtrat der Partei DIE LINKE, der zumal Schauspieler ist, in Nordhausen wohnt und am Nordhäuser Theater kaum arbeiten darf, muß viel unterwegs sein. Er fährt Bahn und hat der nnz einen Brief geschrieben...


"Da er sich auch der Ökologie verpflichtet fühlt, nutzt er für seine Verpflichtungen gern und oft die Deutschen Bahn und findet den Kundenservice im Moment nur einfach nur katastrophal! Die Toilette, ein Thema seit Jahren, ist seit ihrer (teuren!) Wiedereröffnung wieder in einem miesen Zustand. Reisende, die im Rollstuhl am falschen Bahnsteig nach 23.00 Uhr ankommen, können nur auf hilfsbereite Passagiere hoffen, denn dann sind die Fahrstühle abgestellt, kein Bahnpersonal verfügbar. Es gibt auch nach 22.00 Uhr keine Ansagen mehr.

Das Allerschlimmste aber ist, dass es seit 6 (!!!) Wochen nicht einmal eine Anzeige für die abgehenden Züge mehr gibt. Auf meine Nachfrage wurde ich auf ein "Problem bei der Kostenersparnis" im Zuge der "Neustrukturierung" des Regio-Verkehrs im Raum Thüringen hingewiesen. Nach Recherche ergab sich Folgendes: Der neue Einspeiser für die Disposition für Nordhausen sitzt seit wenigen Wochen in Eisenach, statt in Erfurt. Es gibt nach Nordhausen noch überhaupt keine Verbindung!

Was ist das für ein Kundenservice? Wurden wieder viele Bahner entlassen und/oder versetzt? Sicher können DIE BAHN, oder auch Herr Wieninger, als Vorsitzender der Bahngewerkschaft, auch Vorsitzender der SPD-Fraktion im Nordhäuser Stadtrat zu diesen Problemen, die so viele Pendler berühren, Auskunft geben. Ich bin sehr gespannt auf die Antwort, vor allem aber darauf, wann diese unerträglichen Zustände endlich kundenorientiert beseitigt werden."
Matthias Mitteldorf, Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
RGL
03.12.2009, 19:40 Uhr
Was soll denn noch los sein?
Sehr geehrter Herr Mitteldorf,
Sie sind nicht der einzige, der unter der privatisierungs- Orgie der damaligen und jetzigen BRD Regierung leidet.
Man hat schlanke Unternehmen gefordert und hat diese bekommen.
Natürlich darf man dann nicht erwarten, dass rund um die Uhr noch Service geboten wird.
Denn der kostet Geld und Geld will ein schlankes Unternehmen für so etwas nicht mehr ausgeben.
Sie können sich bei Wissmann und seinen Nachfolgern bedanken.
Und wenn es im Winter auf dem Bahnsteig kalt wird, dann denken Sie doch an die Zeiten, wo man auch noch zu später Stunde noch was essen und trinken konnte.
Vielleicht wird es dann ein bisschen wärmer um das Herz. :)

MFG RGL
KS261192
03.12.2009, 19:46 Uhr
Gefährlich
Was den Kundenservice der Deutschen Bahn betrifft, so ist der Zustand nicht nur auf den Bahnhöfen, nein auch in den Zügen mehr als katstrophal und alles andere als einladend, ein an sich umweltfreundliches Verkehrsmittel zu benutzen.

Noch bis März diesen Jahres musste auch ich mindestens zweimal die Woche pendeln. Auf mindestens einer von diesen 4 Fahrten kamen mir die "Zugbegleiter" mehr als pampig entgegen. Nicht etwa, weil etwas nicht stimmte, nein, wenn ich Bahn fahre, dann zahle ich auch, nein einfach, weil es den Eindruck macht, sie hätten keine Freude bei der Arbeit.

Nun, das mag sein, muss aber nicht an den Fahrgästen ausgelsassen werden ! Aber nichts im vergleich zu dem, was im März diesen Jahres dann passierte.

Ich stieg nach einer Besprechung am Abend in das gleiche Abteil ein, in das vorher zwei Sicherheitsbeamte der Bahn gestiegen waren.

Während der Fahrt wurde ich von zwei Jugendlichen brutal zusammengeschlagen und ausgeraubt. (Gerichtsverhandlung hat schon stattgefunden, Fall ist erledigt). Aber da frage ich mich doch ?

1. Wo für bekommen diese Menschen Geld ? Dafür, dass sie weghören, wenn zwei Jugendliche einen offensichtlich Wehrlosen zusammenschlagen und drangsalieren,

2. Was haben diese "SICHERHEITSBEAMTE" gemacht, während das passiert ist ? Käffchen getrunken ?

--> Einen herzlichen Dank an das Servicepersonal der Dt. Bahn !
Steuerzahler
04.12.2009, 15:20 Uhr
Service bei der Bahn, Post etc?
Ja was hier am, im und um den Bahnhof abgeht ist auch unter dem Aspekt "das Unternehmen fit machen für die Börse" zu sehen. Jeder Normaldenkende weiß, daß an der Börse kein Platz für Service etc. ist, siehe Börsengang Deutsche Post, Telekom usw. Aber glaubenmachen will man es dem Bürger immer wieder. Dienstleistungsunternehmen haben dort nichts verloren!

Natürlich müssen auch Dienstleistungsunternehmen wirtschaftlich arbeiten, aber eben nicht Profitmaximierung um jeden Preis!

Schönen 2.Advent!
T.H.
08.12.2009, 10:38 Uhr
Service-Wüste Bahn
Schon seit einigen Jahren gibt es morgens und abends weder Anzeigen noch Ansagen am Bahnhof. Da auch kaum Begleitpersonal in den Zügen ist, muss man den Lokführer fragen, wo er denn hinfährt. Behinderte haben gar keine Chancen, nicht nur wegen des abgeschalteten Fahrstuhls - es gibt schließlich auch Seh- und Högeschädigte.

Die Öffnungszeiten der Fahrkartenschalter sind außerdem in den letzten Jahren immer weiter reduziert worden, so dass die arbeitende Bevölkerung gar keine Zeit hat, Fahrkarten zu kaufen.

Diese Service-Wüste ist das Ergebnis einer auf kurzfristigen Profit ausgerichteten Unternehmensstrategie, bei der Menschen (Fahrgäste und Mitarbeiter) nur als Störfaktoren begriffen werden. Schließlich wird der Nahverkehr ja in erster Linie aus den Regionalisierungsmitteln finanziert, die der Bund den Ländern zur Verfügung stellt. Wahrscheinlich würde die Bahn auch bei leeren Zügen noch genügend Mittel für die Konzernzentrale abschöpfen können, die dann weltweit auf Einkaufstour geht, um Logistikunternehmen in Asien zu übernehmen. Eklatantes Beispiel ist die Berliner S-Bahn, für die das Land Berlin erhebliche Summen zahlt, obwohl die Züge wegen Sicherheitsmängeln (aufgrund von Werkstättenschließung und Personalabbau) zeitweise gar nicht verkehren.

So traurig diese - durch falsche politische Weichenstellung bedingte - Entwicklung ist, wir müssen vor Ort etwas tun, damit unser Bahnhof als Eingangstor zur Stadt wieder attraktiv und bürgerfreundlich wird. Stadtrat und -verwaltung sind gefragt, Schritte einzuleiten, damit die Bahn diese Missstände beseitigt. Aber offenbar ist Matthias Mitteldorf der Einzige im Stadtrat, der regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel benutzt und die Zustände am Bahnhof wahrnimmt. Vielen Dank für den Anstoß - der hoffentlich auf offene Ohren stoßen wird.
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