Di, 18:16 Uhr
17.11.2009
Post von Luisa (16)
Luisa Schäfer, eine junge Frau aus Niedersachswerfen, schreibt in der nnz ein ungewöhnliches Tagebuch über ihre Erlebnisse am anderen Ende der Welt. Heute berichtet Lusia über einen Ausflug nach Bolivien...
Eigentlich wollten wir uns ja ganz vorbildlich verhalten. Rechtzeitig unser Visum verlängern, dabei noch ein bisschen was von Bolivien sehen und das sollte es gewesen sein. Irgendwie ist dann aber doch alles anders gekommen. Aber vielleicht sollte ich das ein bisschen genauer erklären…
Vorletztes Wochenende war ich mit zwei meiner Mitfreiwilligen in Bolivien. Ganz freiwillig war das zwar nicht, denn wir waren langsam gezwungen das Land zu verlassen. Ganz einfach aus dem Grund, dass wir immer nur ein Visum für 3 Monate haben. Denn irgendwie gibt es kein Visum für einen freiwilligen Entwicklungsdienst, so wie wir ihn ableisten. Aber das bietet auch die Chance, dass man ein bisschen rumkommt. Und da wir schon ziemlich im Norden sind, ist es auch gar nicht so weit bis zur Grenze.
Mit der herausgesuchten Busverbindung waren es nur 5 Stunden. (man bekommt hier eine andere Einstellung zur Weite und Reisedauer) Also setzten wir uns noch ganz zufrieden mit uns um Mitternacht in Jujuy in den Bus und los ging es. Was wir aber leider nicht mit eingerechnet hatten, war der Fakt, dass wir im Grenzort (agua nueva) ja noch im Dunkeln ankamen. Ab da an wurde es dann schwierig, denn wir wussten nicht ob wir in Richtung Norden, Süden, Westen oder Osten mussten.
Eigentlich wussten wir nicht mal wo welche Himmelsrichtung zu finden war. Dass man uns im Voraus noch einmal daran erinnert hatte, dass die Grenzgebiete die gefährlichsten überhaupt seien, förderte nicht gerade die gute Stimmung. Aber dank unserer schon leicht fortgeschrittenen Spanischkenntnisse erfuhren wir dann, dass die Grenze erst in zwei Stunden öffnen würde und man bis dahin einfach abwarten musste. Wir schlossen uns also einfach einer ganzen Gruppe Menschen an, die anscheinend dasselbe Problem wie wir hatten und warteten.
Um nun mittlerweile sieben Uhr morgens kam dann Bewegung in die Sache und auch wir stellten uns in die Schlange zum passieren der Grenze an. Natürlich nicht ohne uns vorher ein Ticket für die Boote gekauft zu haben. Denn das war das besondere an diese Ort. Man wechselte nicht zu Fuß das Land, sondern wurde mit kleinen Booten herüber gefahren. Doch zunächst mussten wir erstmal die netten Grenzer überzeugen, dass wir das auch durften. Die für uns gesonderte Passkontrolle fand in einer kleinen Hütte statt und irgendwie überkam uns dann doch das Kubafeeling. Einige der Herren sahen Che und Fidel gar nicht mal so unähnlich und die ganze Ausstattung von Uniform über Mütze bis zur Thermokanne versetzte einen schon irgendwie in eine andere Welt.
Aber dieser durften wir dann doch relativ schnell wieder entfliehen. Doch dann kam das nächste Abenteuer auf uns zu. In Regenwaldatmosphäre warteten schon die Boote auf uns. Obwohl das Wort Boot mir doch leicht übertrieben vorkam. Naja, aber es war auch nur ein kleines Flüsschen. Wir waren dennoch ganz begeistert von der Überfahrt, was sicher bei den vielen Einheimischen, die diesen Weg ja nun jeden Tag hinter sich bringen müssen, für Erstaunen sorgte. Drüben angekommen war aber eigentlich noch nicht alles geschafft. Denn nachdem wir nun einen Ausreisestempel von der argentinienschen Seite erhalten hatten, fehlte nur noch der entsprechende Vermerk zur Einreise von bolivianischen Behörden.
Aber wir fanden einfach keine entsprechende Einrichtung in der wir diesen bekommen hätten können. Also wanden wir uns an einen Militäroffizier, aber dieser meinte es gäbe nichts in der Art und wir würden nichts weiter benötigen. Das kam uns ganz gerufen, denn so konnten wir unsere Reise fortsetzen. Sie führte uns nach Tarija, eine Stadt in der andere Freiwillige meiner Organisation leben. Diese wollten wir besuchen und später mit ihnen zu einer Wanderung aufbrechen. Nach nochmaliger Busfahrt von drei Stunden kamen wir auch dort an. Bei dieser hatte ich aber schon die Hoffnung aufgegeben jemals anzukommen, denn immer wieder behinderten Herden von Kühen, Schafen oder gar Schweine die Straße.
Die hiesigen Fahrer haben aber nicht ganz so viel Mitleid mit den Tieren und so fuhren die Autos vor uns immer mal wieder einige Tiere an, kein wirklich schöner Anblick. Aber das war dann auch erstmal vergessen bei unserem ersten ausgiebigen bolivianischen Frühstück. Danach machten wir uns dann auf die Suche nach der anderen Freiwilligen- WG. Nach einiger Wartezeit erschienen dann auch die frei Mädels die dort wohnten und mit ihnen ging es gleich wieder weiter. Denn wir wollten uns einmal ihre Projekte angucken. Ziemlich erstaunt war ich über die gute Ausstattung dieser. Aber erklärbar wird es sicher dadurch, dass der Chef, selbst Belgier, ziemlich viele Spenden aus Europa erhält. Nachdem wir also einen kleinen Einblick in den Arbeitsalltag der Mädels bekommen hatten, ging es weiter zu einem der Nebenprojekte, einen Biobauernhof auf dem Land. Dort wird nicht nur ökologisch nachhaltige Landwirtschaft betrieben, sondern auch bewusster Alternativtourismus aufgebaut.
In Zuge dieser Entwicklung bekamen auch wir die Möglichkeit etwas von der Umgebung zu besichtigen. Denn am nächsten Tag sollte es eine Wanderung in die Valle der condores (Tal der Kondore, dass sind ziemlich große, beeindruckende Vögel) geben. Rückblickend kann ich sagen, Wanderung war wohl ein bisschen untertrieben. Denn unsere beiden Guides brachten uns doch an den Rand der Verzweifelung. Acht Stunden Bergsteigen, über Felsen und Steine und immer nach oben hatte ich jedenfalls nicht erwartet. Einzig allein die Bergkühe, die wir immer mal unterwegs trafen sorgten immer mal für Abwechslung.
Und natürlich der immer wieder wirklich atemraubende Ausblick. Aber bis heute bin ich noch nicht sicher ob er einen für die Qualen dieser Tour vollständig entschädigen kann. Denn das Wetter meinte es auch nicht wirklich gut mit uns, zu erst gab es eine unglaubliche Hitze und dann war es wieder so kalt, dass man wirklich glauben konnte, man wäre im hohen Norden. Aber irgendwann kamen dann auch wir an unserem Ziel an, nachdem wir die letzten Meter wirklich fast auf allen Vieren den Berg hochgekrabbelt waren. Doch so ganz war mir nicht klar, was mit Ziel gemeint war. Denn dort oben wo wir ankamen, war einfach nichts.
Nur glatte Felsen und eisige Kälte begleitet vom dichten Nebel. So hatte ich mir eigentlich meine Nachtunterkunft nicht vorgestellt. Aber da es im Zelt für uns Mädels ziemlich eng war, wurde es dann doch ein bisschen wärmer. Wirklich gut war dafür aber das Essen, was unsere armen Führer den ganzen Berg für uns heraufgeschleppt hatten. Aber wahrscheinlich hätte ich zu diesem Zeitpunkt einfach alles gegessen! Da das Wetter am nächsten Morgen noch nicht wirklich aufgeklart war, freuten wir uns auf den Abstieg, welcher ein bisschen besseres Wetter versprach. Doch auch dieser war nicht ganz so leicht zu bewältigen wie gedacht.
Leute mit Höhenangst sollten diese Wanderung nicht machen! Wie zur Belohnung tauchten dann aber wirklich bald die Condore auf. Wenn man diese beeindruckenden Tiere dann in so einer Umgebung sieht, verblasst die Frage Warum tu ich mir das an? doch relativ schnell. Die insgesamt immerhin fünf Stunden des Herabsteigens führten uns dann durch alle Art von Gestrüpp. Damit war dann auch geklärt wozu unsere Guide seine Machete brauchte. Auf dem Rückweg wurden uns dann auch Felsmalereien gezeigt, die angeblich noch von den Inkas stammen sollen. Ob das nun stimmt oder nicht, interessant waren sie auf jeden Fall.
Aber irgendwann geht auch so ein Ausflug vorbei und wir kamen fußlahm aber auch irgendwie glücklich auf dem Bauernhof an. Dort wurden wir noch mit gutem Biojoghurt gestärkt und auf ging es wieder im Auto nach Tarija. Dort sollte abends unser Bus gehen. Nachdem wir das Gefühl hatten leicht von Dieben beobachtet zu werden, bekamen wir es dann doch noch ein bisschen mit der Angst zu tun. Schließlich landeten wir dann aber doch unversehrt im Bus und wollten eigentlich nur noch bis zur Grenze (eine andere Stadt, nicht die, von der wir gekommen waren) schlafen. Als so leicht stellte sich das ganze aber gar nicht heraus.
Denn die angepriesene Straße war wohl eher ein Trammpelpfad. Dementsprechend war es auch ein wenig wackelig im Inneren. Und nicht nur das. Anscheinend waren die Fenster des Busses auch nicht ganz dicht. Es war auf jeden Fall eiskalt. Da hatte ich mit meinen Schlafsack noch relativ glück gehabt. Der letzte Schritt war dann nur der erneute Grenzübergang. Kein Problem, dachten wir jedenfalls zunächst. Als der nette Polizist auf der argentinischen Seite uns wieder nach Bolivien zurückschickte um uns dort einen Stempel zu holen beschlich mich schon ein bisschen schlechtes Gefühl. Als man uns dort auch sehr nett mit der Ankündung begrüßte, dass wir wohl drei Tage illegal in Bolivien verbracht hätten, verstärkte sich diese Gefühl noch ein wenig. Was nun?
Viel Diskussionsspielraum blieb uns nicht, aber so wurde uns erklärt sei das Problem mit der Zahlung einer Strafe leicht zu lösen. Als wir allerdings vom Geldwechseln wiederkamen, war der verlangte Betrag noch einmal in die Höhe geschossen. Dies ließen wir uns dann doch nicht mit uns machen und bestanden darauf die zuerst genannten 240 Bolivianos zu bezahlen, immer hin 25 €, was für die Verhältnisse hier, ziemlich viel ist. Glücklicherweise schien das genug zu sein und unser Geld wurde unauffällig zur Seite gepackt, in welche Taschen es auch immer gegangen ist.
Getröstet waren wir dann schon wieder als wir unseren richtigen Bus fanden, mit dem wir dann endgültig wieder nach Jujuy gebracht wurden. Die zweimalige Drogenkontrolle nimmt man nach solchen Erlebnissen schon viel gelassener hin. Und wirklich erstaunlich war, dass sich dann doch eine Art Zuhausgefühl einstelle, als die Stadt in Sicht kam. Und vorerst bleibe ich wohl erstmal auch hier. Jedenfalls bis die nächsten 3 Monate herum sind! Bis zum nächsten Mal!
Liebe Grüße, Luisa
Autor: nnzEigentlich wollten wir uns ja ganz vorbildlich verhalten. Rechtzeitig unser Visum verlängern, dabei noch ein bisschen was von Bolivien sehen und das sollte es gewesen sein. Irgendwie ist dann aber doch alles anders gekommen. Aber vielleicht sollte ich das ein bisschen genauer erklären…
Vorletztes Wochenende war ich mit zwei meiner Mitfreiwilligen in Bolivien. Ganz freiwillig war das zwar nicht, denn wir waren langsam gezwungen das Land zu verlassen. Ganz einfach aus dem Grund, dass wir immer nur ein Visum für 3 Monate haben. Denn irgendwie gibt es kein Visum für einen freiwilligen Entwicklungsdienst, so wie wir ihn ableisten. Aber das bietet auch die Chance, dass man ein bisschen rumkommt. Und da wir schon ziemlich im Norden sind, ist es auch gar nicht so weit bis zur Grenze.
Mit der herausgesuchten Busverbindung waren es nur 5 Stunden. (man bekommt hier eine andere Einstellung zur Weite und Reisedauer) Also setzten wir uns noch ganz zufrieden mit uns um Mitternacht in Jujuy in den Bus und los ging es. Was wir aber leider nicht mit eingerechnet hatten, war der Fakt, dass wir im Grenzort (agua nueva) ja noch im Dunkeln ankamen. Ab da an wurde es dann schwierig, denn wir wussten nicht ob wir in Richtung Norden, Süden, Westen oder Osten mussten.
Eigentlich wussten wir nicht mal wo welche Himmelsrichtung zu finden war. Dass man uns im Voraus noch einmal daran erinnert hatte, dass die Grenzgebiete die gefährlichsten überhaupt seien, förderte nicht gerade die gute Stimmung. Aber dank unserer schon leicht fortgeschrittenen Spanischkenntnisse erfuhren wir dann, dass die Grenze erst in zwei Stunden öffnen würde und man bis dahin einfach abwarten musste. Wir schlossen uns also einfach einer ganzen Gruppe Menschen an, die anscheinend dasselbe Problem wie wir hatten und warteten.
Um nun mittlerweile sieben Uhr morgens kam dann Bewegung in die Sache und auch wir stellten uns in die Schlange zum passieren der Grenze an. Natürlich nicht ohne uns vorher ein Ticket für die Boote gekauft zu haben. Denn das war das besondere an diese Ort. Man wechselte nicht zu Fuß das Land, sondern wurde mit kleinen Booten herüber gefahren. Doch zunächst mussten wir erstmal die netten Grenzer überzeugen, dass wir das auch durften. Die für uns gesonderte Passkontrolle fand in einer kleinen Hütte statt und irgendwie überkam uns dann doch das Kubafeeling. Einige der Herren sahen Che und Fidel gar nicht mal so unähnlich und die ganze Ausstattung von Uniform über Mütze bis zur Thermokanne versetzte einen schon irgendwie in eine andere Welt.
Aber dieser durften wir dann doch relativ schnell wieder entfliehen. Doch dann kam das nächste Abenteuer auf uns zu. In Regenwaldatmosphäre warteten schon die Boote auf uns. Obwohl das Wort Boot mir doch leicht übertrieben vorkam. Naja, aber es war auch nur ein kleines Flüsschen. Wir waren dennoch ganz begeistert von der Überfahrt, was sicher bei den vielen Einheimischen, die diesen Weg ja nun jeden Tag hinter sich bringen müssen, für Erstaunen sorgte. Drüben angekommen war aber eigentlich noch nicht alles geschafft. Denn nachdem wir nun einen Ausreisestempel von der argentinienschen Seite erhalten hatten, fehlte nur noch der entsprechende Vermerk zur Einreise von bolivianischen Behörden.
Aber wir fanden einfach keine entsprechende Einrichtung in der wir diesen bekommen hätten können. Also wanden wir uns an einen Militäroffizier, aber dieser meinte es gäbe nichts in der Art und wir würden nichts weiter benötigen. Das kam uns ganz gerufen, denn so konnten wir unsere Reise fortsetzen. Sie führte uns nach Tarija, eine Stadt in der andere Freiwillige meiner Organisation leben. Diese wollten wir besuchen und später mit ihnen zu einer Wanderung aufbrechen. Nach nochmaliger Busfahrt von drei Stunden kamen wir auch dort an. Bei dieser hatte ich aber schon die Hoffnung aufgegeben jemals anzukommen, denn immer wieder behinderten Herden von Kühen, Schafen oder gar Schweine die Straße.
Die hiesigen Fahrer haben aber nicht ganz so viel Mitleid mit den Tieren und so fuhren die Autos vor uns immer mal wieder einige Tiere an, kein wirklich schöner Anblick. Aber das war dann auch erstmal vergessen bei unserem ersten ausgiebigen bolivianischen Frühstück. Danach machten wir uns dann auf die Suche nach der anderen Freiwilligen- WG. Nach einiger Wartezeit erschienen dann auch die frei Mädels die dort wohnten und mit ihnen ging es gleich wieder weiter. Denn wir wollten uns einmal ihre Projekte angucken. Ziemlich erstaunt war ich über die gute Ausstattung dieser. Aber erklärbar wird es sicher dadurch, dass der Chef, selbst Belgier, ziemlich viele Spenden aus Europa erhält. Nachdem wir also einen kleinen Einblick in den Arbeitsalltag der Mädels bekommen hatten, ging es weiter zu einem der Nebenprojekte, einen Biobauernhof auf dem Land. Dort wird nicht nur ökologisch nachhaltige Landwirtschaft betrieben, sondern auch bewusster Alternativtourismus aufgebaut.
In Zuge dieser Entwicklung bekamen auch wir die Möglichkeit etwas von der Umgebung zu besichtigen. Denn am nächsten Tag sollte es eine Wanderung in die Valle der condores (Tal der Kondore, dass sind ziemlich große, beeindruckende Vögel) geben. Rückblickend kann ich sagen, Wanderung war wohl ein bisschen untertrieben. Denn unsere beiden Guides brachten uns doch an den Rand der Verzweifelung. Acht Stunden Bergsteigen, über Felsen und Steine und immer nach oben hatte ich jedenfalls nicht erwartet. Einzig allein die Bergkühe, die wir immer mal unterwegs trafen sorgten immer mal für Abwechslung.
Und natürlich der immer wieder wirklich atemraubende Ausblick. Aber bis heute bin ich noch nicht sicher ob er einen für die Qualen dieser Tour vollständig entschädigen kann. Denn das Wetter meinte es auch nicht wirklich gut mit uns, zu erst gab es eine unglaubliche Hitze und dann war es wieder so kalt, dass man wirklich glauben konnte, man wäre im hohen Norden. Aber irgendwann kamen dann auch wir an unserem Ziel an, nachdem wir die letzten Meter wirklich fast auf allen Vieren den Berg hochgekrabbelt waren. Doch so ganz war mir nicht klar, was mit Ziel gemeint war. Denn dort oben wo wir ankamen, war einfach nichts.
Nur glatte Felsen und eisige Kälte begleitet vom dichten Nebel. So hatte ich mir eigentlich meine Nachtunterkunft nicht vorgestellt. Aber da es im Zelt für uns Mädels ziemlich eng war, wurde es dann doch ein bisschen wärmer. Wirklich gut war dafür aber das Essen, was unsere armen Führer den ganzen Berg für uns heraufgeschleppt hatten. Aber wahrscheinlich hätte ich zu diesem Zeitpunkt einfach alles gegessen! Da das Wetter am nächsten Morgen noch nicht wirklich aufgeklart war, freuten wir uns auf den Abstieg, welcher ein bisschen besseres Wetter versprach. Doch auch dieser war nicht ganz so leicht zu bewältigen wie gedacht.
Leute mit Höhenangst sollten diese Wanderung nicht machen! Wie zur Belohnung tauchten dann aber wirklich bald die Condore auf. Wenn man diese beeindruckenden Tiere dann in so einer Umgebung sieht, verblasst die Frage Warum tu ich mir das an? doch relativ schnell. Die insgesamt immerhin fünf Stunden des Herabsteigens führten uns dann durch alle Art von Gestrüpp. Damit war dann auch geklärt wozu unsere Guide seine Machete brauchte. Auf dem Rückweg wurden uns dann auch Felsmalereien gezeigt, die angeblich noch von den Inkas stammen sollen. Ob das nun stimmt oder nicht, interessant waren sie auf jeden Fall.
Aber irgendwann geht auch so ein Ausflug vorbei und wir kamen fußlahm aber auch irgendwie glücklich auf dem Bauernhof an. Dort wurden wir noch mit gutem Biojoghurt gestärkt und auf ging es wieder im Auto nach Tarija. Dort sollte abends unser Bus gehen. Nachdem wir das Gefühl hatten leicht von Dieben beobachtet zu werden, bekamen wir es dann doch noch ein bisschen mit der Angst zu tun. Schließlich landeten wir dann aber doch unversehrt im Bus und wollten eigentlich nur noch bis zur Grenze (eine andere Stadt, nicht die, von der wir gekommen waren) schlafen. Als so leicht stellte sich das ganze aber gar nicht heraus.
Denn die angepriesene Straße war wohl eher ein Trammpelpfad. Dementsprechend war es auch ein wenig wackelig im Inneren. Und nicht nur das. Anscheinend waren die Fenster des Busses auch nicht ganz dicht. Es war auf jeden Fall eiskalt. Da hatte ich mit meinen Schlafsack noch relativ glück gehabt. Der letzte Schritt war dann nur der erneute Grenzübergang. Kein Problem, dachten wir jedenfalls zunächst. Als der nette Polizist auf der argentinischen Seite uns wieder nach Bolivien zurückschickte um uns dort einen Stempel zu holen beschlich mich schon ein bisschen schlechtes Gefühl. Als man uns dort auch sehr nett mit der Ankündung begrüßte, dass wir wohl drei Tage illegal in Bolivien verbracht hätten, verstärkte sich diese Gefühl noch ein wenig. Was nun?
Viel Diskussionsspielraum blieb uns nicht, aber so wurde uns erklärt sei das Problem mit der Zahlung einer Strafe leicht zu lösen. Als wir allerdings vom Geldwechseln wiederkamen, war der verlangte Betrag noch einmal in die Höhe geschossen. Dies ließen wir uns dann doch nicht mit uns machen und bestanden darauf die zuerst genannten 240 Bolivianos zu bezahlen, immer hin 25 €, was für die Verhältnisse hier, ziemlich viel ist. Glücklicherweise schien das genug zu sein und unser Geld wurde unauffällig zur Seite gepackt, in welche Taschen es auch immer gegangen ist.
Getröstet waren wir dann schon wieder als wir unseren richtigen Bus fanden, mit dem wir dann endgültig wieder nach Jujuy gebracht wurden. Die zweimalige Drogenkontrolle nimmt man nach solchen Erlebnissen schon viel gelassener hin. Und wirklich erstaunlich war, dass sich dann doch eine Art Zuhausgefühl einstelle, als die Stadt in Sicht kam. Und vorerst bleibe ich wohl erstmal auch hier. Jedenfalls bis die nächsten 3 Monate herum sind! Bis zum nächsten Mal!
Liebe Grüße, Luisa










